Guten Morgen und herzlich willkommen!

Das Buch: Altern für AnfängerSie interessieren sich für das Altern? Für das Ihre im Besonderen?
Aber Sie wollen nicht so alt werden, wie Sie es leider bei… oder bei… beobachtet haben? Lieber zum Beispiel wie Henning Scherf, der Ex-Bürgermeister vom Bremen, der bereits seit 29 Jahren in einer Alten-WG wohnt? Dem es blendend geht, und der seinen Unruhestand aus vollen Zügen genießt?
Sie wollen selber einen Entwurf machen?
Sie wollen alt werden, aber “jung” sterben?

Dann sind Sie hier richtig. Goldrichtig!

Demografiegipfel

“Gipfel”, “Gipfelsturm”, “G-8-Gipfel”: das suggeriert doch immer – Bedeutsamkeit. Und nun haben wir auch einen Demografiegipfel. Ich mag mich irren, aber ich glaube es ist der erste. Und sogar die Kanzlerin gibt einen Ausblick auf einige der wichtigsten Herausforderungen und die Lösungsansätze der Bundesregierung. Zunächst mal erfreulich. Wenn man dann aber hört, dass dieser Gipfel in vier Stunden (!) abgefeiert wird, kann einem doch ein wenig mulmig werden. Sind die Dinge wirklich allen Beteiligten so klar, dass es nur Häkchen auf einer Agenda zu machen gilt? Oder sind all die Punkte sorgsam ausgeschlossen, die vielleicht doch einen produktiven Streit benötigen, bevor sie jemand mit einem Häkchen in die Zukunft entlässt? Egal, als Lichtzeichen taugt die Veranstaltung, da hier deutlich wird, dass auch die Regierung  um den demografschen Wandel weiß und sich nicht einfach wegduckt. In anderen Ländern mit absehbarem Wandel hat man nicht unbedingt diesen Eindruck. Damit ist zwar noch nichts Konkretes umgesetzt, aber  Kopf-in-den-Sand-Politik kann man der Regierung erst einmal nicht vorwerfen.  Es bleibt die Frage der Nachhaltigkeit. Hoffentlich machen sich die Medien die Mühe, hier auch aus den Niederungen der Umsetzung oder Nicht-Umsetzung zu berichten. Sonst nutzt auch der Lichtzeichencharakter nichts!cache_2431830402

Mittwoch, 15. Mai 2013
Keine Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Demographie, Gesellschaft und Politik

Mehr Ältere in Lohn und Brot – Tatsachen und Interpretationen

Der gestern durch die Medien gereichte Zuwachs der Beschäftigten über 60 Jahre ist zunächst mal eine Tatsache. Interessant ist, was man aus ihr machen kann! Ich habe mich spontan gefreut, dass mehr Ältere die Chance haben, Sinniges zu tun. Dass dies der Fall ist, verdankt sich nicht einer neuen Seniorenfreundlichkeit der Arbeitgeber, sondern der demographischen Notwendigkeit. Aber dies lässt sich meines Erachtens durchaus als Win/Win-Situation interpretieren.

Aus Gewerkschaftskreisen ist zu hören, dass es noch immer zu viele Arbeitssuchende jenseits der 60 gibt und dass diese – die Bundesanstalt für Arbeit bestätigt dies – deutlich länger brauchen, um einen neuen Job zu finden als Jüngere. Hieraus lese ich, dass die Arbeitgeber ihren eigenen älteren und alten Mitarbeitern vertrauen, da sie sie über Jahre hinweg als wichtige Ressource schätzen gelernt haben. Aber den unbekannten Alten gegenüber herrscht auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor eine bedauerlich zu hohe Skepsis. Im aktuellen IAB-Newsletter (Institut fuer Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur fuer Arbeit) ist zu lesen, dass gerade Frauen im Osten Deutschlands, die die 60 überschritten haben, kein Zutrauen haben, eine neue Stelle zu finden. Sie ziehen sich einfach aus dem Pool der Arbeitssuchenden zurück. Skepsis und mangelnde Beratungsexpertise bei den Jobcentern werden als Gründe dafür aufgeführt. Hier bleibt also noch einiges zu tun.

Dann kann man bei den Leserkommentaren der BILD-Zeitung Aversion, ja Zorn ob dieser Meldung nachlesen. Die Geknechteten werden um den verdienten Ruhestand gebracht – so der Tenor – und von Politik und bösartigen Arbeitgebern bis aufs Blut ausgesaugt. Die Möglichkeit, dass jemand gerne arbeiten WILL, und nicht or allem MUSS, kommt hier schlichtweg nicht vor. Man kann auch an diesem Beispiel wunderbar sehen, welch unterschiedliche Reflexe von einer unschuldigen Information ausgelöst werden können.

Donnerstag, 4. April 2013
Keine Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Arbeitswelt, Demographie, Geschäftsinteresse, Staat, Testimonials und Wohlbefinden

Mehr Licht!

Als dieser Blog vor rund fünf Jahren gestartet wurde, war Altern kein Thema, das wirklich im öffentlichen Bewußtsein Platz gegriffen hätte. Sieht man sich heute die Vielzahl von Symposien, Büchern, Webseiten und Aktionen verschiedener politischer Akteure (EU, Familienministerium, Länder- und Kommunalinitiativen) an, so kann man einen radikalen Wandel feststellen: das Alter ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das ist zunächst einmal erfreulich, aber wie stets wird relativ schnell deutlich, dass auch hier die Münze eine zweite Seite hat: der Informationsüberfluß, der dem weltweiten Netz eigen ist, hat nun auch das Themenfeld “Altern” erreicht. Gefragt sind dann Portale, die relevante Informationen vom Infomüll trennen und in eine ansprechende und leicht nachvollziehbare Ordnung bringen. Dies scheint mir für ein Segment besonders gut gelungen zu sein: der potentielle Pflegefall von Angehörigen. Es geht wohl nicht nur mir so: im Hinterkopf weiß man, dass die Situation in nicht allzu weiter Ferne auf einen wartet. Aber genötigt von den Notwendigkeiten des “normalen” Lebens, schiebt man die inhaltliche Vorbereitung des Tages X in der eigenen Agenda immer wieder nach hinten. Doof, aber so ist der Mensch – oder zumindest ich. Und dann überstürzen sich die Ereignisse und man weiß nicht mehr ein noch aus. Allen, denen es ählich geht, lege ich www.senporta.de   sehr ans Herz! Aus eigener leidvoller Erfahrung hat der Gründer die Kraft bezogen, es anderen leichter machen zu wollen. Näheres übr diese Entstehung lässt sich auch in der Wirtschaftszeitung BRAND EINS, Heft 1, 2013 (nur analog) nachlesen. Also: nicht verzweifeln, durchatmen, den Link kontaktieren, dann wird zumindest einiges leichter…

Donnerstag, 17. Januar 2013
Keine Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Gesundheit, Pflege und Wohlbefinden

Anregung genug

Das Alter zum Thema machen. Ich erinnere mich noch gut an meine Kindheit: meine Großeltern waren die einzigen betagten Menschen, mit denen ich Umgang hatte.

Der Autor und sein Großvater, Ender der 60er Jahre

Die anderen gab es natürlich, aber sie spielten in meinem Leben keine Rolle. Aber auch in der sogenannten veröffentlichten Meinung gab es eher ein schwarzes Loch als eine Infoflut über ältere Mitbürger. Der Verdacht, diese hätten bei den Nazis mitgetan oder wenigstens von ihnen profitiert, stärkte diesen öffentlichen Hang zum Totschweigen. Später, in den 80er und 90er Jahren sank der Verdachtsdruck, aber das führte nicht dazu, dass Altern und Alter den Kreis des Privaten verlassen häten. Dass wir nun Land auf Land ab über Stiftungsinitiativen (hier ein sehr schönes Beispiel: die Körber-Stiftung), Konfernzen, Lehrstühle und Fernsehbeiträge stolpern, die alle das ehemals Totgeschwiegene thematisieren, ist wohl vor allem der Tatsache geschuldet, daß es bald die Mehrheit ist, über die hier gesprochen wird und die nun selbst das Mikrofon in eigener Sache in die Hand nimmt. Anregungen zum Neu-Denken gibt es mehr als genug. Die (Selbst-) Aktivierung der Älteren ist per se ein Zeichen des Wandels. Wer in den jüngeren Jahren der Bundesrepublik alt war, ruhte aus und sagte nichts mehr – zumindest im statistischen Durchschnitt. Heute ist es Teil des sich wandelnden Altersverständnisses, dass nicht nur über das Alter und die Alten gesprochen und diskutiert wird, sondern dass die Betroffenen mehr und mehr die Debatte zu der ihren machen. Hier meldet sich ein Selbstbild des älteren Mitbürgers zu Wort, der sich bewußt von den vorangegangenen Generationen abzusetzen bemüht ist. Bestimmt ist hier auch der letzte revolutionäre Furor der 68er zu studieren. Aber sicherer, kollektiv geteilter Grund für das neue Altersbild ist noch lange nicht in Sicht. Außer vielleicht, dass die Begeisterung für individuelle Wege gerade hier spürbar wird. Die Jungen hadern mit der Verschulung der Universitätsausbildung und der damit einhergehenden Schubladisierung ihrer Generation. Die Alten zerbröseln hingegen alle tradierten Bilder von Rente, Rückzug und Resignation.

Mittwoch, 26. September 2012
Keine Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Arbeitswelt, Bildung, Gesellschaft, Philosophie, Politik und Wohlbefinden

Webtrouvaille

Dass Deutschand aufgrund seiner Geburtenrate (nicht nur) zu den Ländern mit der ältesten Durchschnittsbevölkerung gehört, haben wir bereits öfter gehört. Nun können wir es statistisch exakt nachsehen. Geographixx zeigt, dass die Länder Afrikas einen Altersdurchschnitt von unter 20 Jahren haben. Spitzenreiter Uganda mit sagenhaften 15 Jahren. China treibt sich im Mittelfeld mit guten 30 Jahren rum. Deutschland aber ist mit seinem Durchschnittsalter von 42, 6 Jahren vor Japan und Monaco an drittletzter Stelle angekommen. So weit so gut. Möchten wir in einem Land leben, in dem ununterbrochen Kindergeburtstag gefeiert wird? Oder dort, wo penetrant erste Karrierefragen gestellt werden? 42, 6 ist noch immer recht jung. Hieraus eine nationale Tragödie zimmern zu wollen, dafür bedarf es schon einer guten Portion deutschen Alarmismuses. Entscheidend wird sein, was wir daraus machen. Und vielleicht schaut die Welt, wenn sie sich am Umbau unserer Energieversorgung satt gesehen hat, auf unser Arrangement mit dem Durchschnittsalter. Das Richtige zu tun gelingt uns ja – entgegen aller gut aufgestellten Miesepetergesänge -im internationalen  Vergleich recht gut. Schauen wir mal, wie wir mittelfristig mit diesem “drittletzten Platz” zurande kommen…Ich bin einmal mehr ziemlich optimistisch! Schön, dass das Alter einmal mehr eine Herausforderung darstellt.

Samstag, 8. September 2012
Keine Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Demographie und Gesellschaft

Interessante Zahlenspielerei

Auf den Seiten des Statistischen Bundesamtes kann man immer wieder interessante Neuigkeiten finden. So liest man dort, dass die Bevölkerung zwischen 60 und 65 Lebensjahren von 14,163 Mio im Jahre 2000 über 15,855 Mio. im Jahre 2005 auf 17.145 Mio im Jahre 2010 angewachsen ist. Im letzten Jahr war ein kleiner Rückgang zu beobachten. Na ja, das mit der demografischen Änderung hat ja nun mittlerweile fast jeder mitbekommenn.

Statistik damals...

Kleine Statistik zur Illustration, aber ohne inhaltliche Verbindung zum Thema

 

Ok, aber richtig spannend werden diese Daten, wenn man die Zahl der Erwerbspersonen bzw. ihre Entwicklung über den genannten Zeitraum dagegen hält:
2000 -  372.000 Erwerbspersonen
2005 -  520.000 Ep.
2010 -  668.000 Ep.

und jetzt kommt der Knüller:
2011 – 763.000 Ep.!  Das heisst, die Bevölkerung zwischen 60 und 65 Jahren stieg um runde 12% in den ersten und runde 8% in den zweiten fünf Jahren des Jahrzehntes. Aber die Zahl der Erwerbspersonen wuchs um 40 % in den ersten, 28% in den zweiten fünf Jahren und nochmals um 14% allein von 2010 bis 2011.

Mehr Alte. Das wussten wir, aber dass die Zahl der Erwerbswilligen unter ihnen so geschwind zugenommen hat, erstaunt doch. Die Gründe hierfür benennt auch das schlaue Statistische Bundesamt nicht. Meine Vermutung: auch sie haben auf verschiedenste Weise zugenommen.

Mittwoch, 8. August 2012
Keine Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Arbeitswelt, Demographie und Wissenschaft

Sommerlektüre

Leicht, ironisch, aber mit dunklem Hintergrund kommt “Alte Liebe” daher. Ein höchst unterhaltsames So-einfach-mal-weglese-Buch, das man jedoch ohne Anflüge von Melancholie kaum zu Ende bringen wird. Elke Heindenreich und Bernd Schroeder haben den Alltag eines Alt-68 Ehepaares ausgeleuchtet: die kleinen und doch so prägenden Aufgaben des Tages, die Erinnerungen und die familiären Großereignisse wie eine frisch anstehende Hochzeit der Tochter und ein Besuch der digital desorientierten Enkel-Zicke ergeben eine Zusammenstellung, die an Kadinskys Bild “Das bunte Leben” erinnert. Harry und Lore – die Protagonisten – wechseln sich mit ihren Blicken auf das Geschehen nach ein paar Seiten jeweils ab. Diese kunstvolle Form des indirekten Dialogs trägt Erhebliches zum Lektüreglück bei. Frohes Lesen!

Elke Heidenreich / Bernd Schroeder: Alte Liebe. Carl Hanser Verlag, München 2009.

 

 

Dienstag, 24. Juli 2012
Keine Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Humor, Kultur und Wohlbefinden

Und was studierst Du gerade?

Seit Jahren ist die Gruppe der Alten und Ältesten jene mit der am schnellsten steigenden Beteiligung am Internet. Die Inhalte des WWW sind aber noch immer tendenzielle jugendlastig. Kein Wunder: zwischen den Fähigkeiten eigenständig zu surfen und Inhalte gewinnend im Netz präsentieren zu können klafft eine beachtliche Lücke. Angesichts von zig Millionen Netz-Seiten wird wohl niemand mit Sicherheit sagen können, wann und in welchem Ausmaß sich dies Verhältnis ändert. Aus dem Alten-Marketing lässt sich aber lernen, dass die Alten eben nicht als besondere Zielgruppe angesprochen werden wollen, denn es gilt immer stärker: “Alt sind nur die anderen!” So hat sich manches Angebot, das gezielt die Alten im Fokus hatte, aus dem Markt wieder verabschiedet oder wurde grundlegend umgestellt; ein Beispiel können Sie hier nachlesen.

Platon beim Tagesgeschäft: dialogisieren

Erfolgreicher sind jene Seiten, die Überblick über verschiedene Märkte verschaffen. In diesem Sinne ist die academia matura ein hoffnungsfroher Neuling im Netz. Hier werden Wissens- und Kulturangebote gezielt gesammelt und optisch ansprechend aufbereitet. Was den universitären Bereich angeht, so wird man als Nutzer mit konkreten Ansprechpartnern, Vorbedingungen und Details zu evtl. Studienbestrebungen in verschiedenen deutschen Städten versorgt. Das schafft für den Interessierten durchaus Erleichterung. Die kulturellen Angebote sind hingegen noch entwicklungsfähig. Sie lesen sich wie von der Tourismusbehörde der jeweiligen Kommune abkopiert. Und dass man in Hamburg eine Hafenrundfahrt machen kann und in München ein Zoo zu besichtigen ist, verraten dem Reisewilligen auch die entsprechenden Stadtportale. Ein bisschen Spezifischer darf´s hier also durchaus noch weden.  Aber für die alten Erst- oder Zweitakademiker bietet sich ein Besuch der Seite nachhaltig an. Denn wir wissen es: Hans lernt etwas anders, aber nicht minder erfolgreich als Hänschen es getan hat.

 

Samstag, 7. Juli 2012
2 Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Bildung, Geschäftsinteresse, Kultur und Wissenschaft

Freiheit UND Sicherheit

Wenn ich im Kreis meiner Familie, aber auch bei den Eltern von Freunden und Freundinnen die Debatte um die richtige Wahl des vermutlich letzten Wohnortes zusammenfasse, dann geht es genau um diese (scheinbaren) Antipoden: Freiheit und Sicherheit. Auch von den mir bekannten Witwern und Witwen möchten die wenigsten vorzeitig die Freiheit des alten und bekannten Wohnsitzes aufgeben, um der Sicherheit in einem neuen Alten- oder Pflegeheim teilhaftig zu werden. Nein, die Waagschale neigt sich stets auf die Seite der Freiheit. “Meine Wonung”, “mein Umfeld”, “mein Garten”, “meine Nachbarn”…Das Bekannte und Gewohnte bildet die entscheidenden  Kriterien aus, die zu einem Festhalten um fast jeden Preis am angestammten Wohnsitz führen. Nur Unzufriedenheit mit baulichen Änderungen, Wegzug von verlässlichen Nachbarn oder Ausfälle im weiteren sozialen Netz – zum Beispiel der arbeitsbedingte Wegzug von Kindern – kann zu einer nicht aus der Not geborenen Entscheidung für einen Umzug in – im weitesten Sinne – eine Art betreuten Wohnens führen.

In der Regel pendelt die Waagschale erst dann weg von der Feiheit und hin zur Sicherheit, wenn existentielle Ängste einsetzen: “ich schaff´es nicht zur Toilette”, “und wenn ich nicht mehr aus dem Bett komme?”, “sollte ich hinfallen, komme ich wohl nicht mehr alleine hoch”. Und die so aus solcher Not geborenen Entscheidungen für das Verlassen des vertrauten Heims führen verständlicher Weise nicht gerade zur Vorfreude auf die neuen vier Wände.

Mittlerweile scheinen aber auf technischem Gebiet so zuverlässige Melde- und Notknopfysteme entwickelt worden zu sein, dass der Abschied aus den vertrauten Räumlichkeiten durchaus noch aufgeschoben werden kann. Eine gute Übersicht über ein beispielhaftes Leistungsspektrum aus diesem Bereich kann man sich hier einmal ansehen. Die Kosten dafür sind in jedem Fall deutlich niedriger als das Wohnen in einer wie auch immer ausgestatteten Einrichtung. Dass nun sogar die Pflegekassen diese Kosten übernehmen, sehe ich durchaus als Beleg für die Verläßlichkeit solcher Meldesysteme. Also im Zeifel erst einmal Freit UND Sicherheit wählen!

Mittwoch, 20. Juni 2012
Keine Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Gesellschaft, Gesundheit, Pflege, Technik und Wohnen

Königlich Altern

Die deutschen Präsidenten haben als Erstzmonarchen eine verfassungsrechtlich erwünschte Verfallszeit. Bei den echten Königinnen und Köigen sieht das anders aus. Nicht einmal das landesübliche Rentenalter wird ihnen zugebilligt.  So wie auch beim Papst handelt es sich in der Regel um Jobs, die bis zum (bitteren) Ende auszufüllen sind. Fraglos ist vieles auf der monarchischen Arbeitsagenda nicht so körperlich beanspruchend wie das Tagwerk des oft zitierten Dachdeckers, aber die echte Freizeit dürfte eher knapper ausfallen. Schaut man auf das Englische Königspaar, muss man bei aller demokratischen Skepsis an der Notwenigkeit dieses Nationalamtes doch festhalten, dass langes intensives Arbeiten die Menschen agil und über die Vergleichsgruppe hinaus fit hält.

Die erstaunlichen Parallelen in Mimik und Gestik unterstreichen, dass man sich ohne Ritualroutine für königliche Aufgaben bessesr gar nicht erst bewirbt. Wäre ohnehin zwecklos. Was ich noch sagen wollte: “Eure Majestäten, meine Hochachtung für Ihren stets konstant hohen Arbeitseinsatz!”

 

Montag, 11. Juni 2012
Keine Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Europa, Gesellschaft, Humor, Monarchie, Staat und Testimonials

Irgendwo zwischen Messe und Kirchentag

In der kommenden Woche findet in Hamburg der 10. Detsche Seniorentag statt. Gibt es Tage des Deutschen Jugendlichen? Oder Deutsche Kindertage? Was auf den ersten Blick zugewandt und bekümmert wirkt, könnte auch als diskriminierend gelesen werden. S. Frauenquote.

Blickt man in das umfangreiche Programm, wird man sich allerdings mit Nörgeln schwer tun: viele Facetten mit Altersrelevanz finden sich über drei üppig gefüllte Tage verteilt. Bundespräsident Gauß eröffnet, und auch die Kanzlerin wird am Freitag Nachmittag eine Rede halten. So weit, so bedeutsam. Es spricht nichts dagegen, kommende Woche mal in Hamburg vorbei zu schauen und sich selbst ein Bild über den öffentlichen Stand der Diskussion zu machen.

Vielleicht doch ein bißchen zu kindlich?

Montag, 23. April 2012
Keine Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Bildung, Konsum, Kultur, Rente und Staat

Wir kommen ins Kino!

Schnell mal im Kopf die persönlichen Kinohighlights durchsehen: gibt es das Filme mit älteren bis alte Hauptdarstellern? Ja klar. Harold und Maude fällt mir ein; Sag niemals Nie, in dem Sean Connery nochmals den James Bond gibt, Verfilmungen von Shakespeares Sturm, Mrs. Marple und Hercule Poirot von Agatha Christie, Charles Laughton als Richter…  und ein paar weitere würden einem bei scharfem Nachdenken sicherlich noch in den Sinn kommen.  Aber angesichts der tausenden von Filmen, die fast jeder konsumiert hat, fällt das kaum in Gewicht. Und nun sind wir diese Woche gleich mit zwei Publikumsfilmen konfrontiert, die sich mit einer wichtigen Zäsur im Leben – der Suche nach der letzten Bleibe – widmen. In “Und wenn wir alle zusammenziehen” prüfen u.a. Jane Fonda, Pierre Richard und Geraldine Chaplin die Chancen für eine Alten-WG. In “Best Exotic Marigold Hotel” bauen betagte Engländer auf eine Seniorenresidenz im Empire-Stil in der alten Kolonie Indien. Hier wirkt unter anderen die von mir heiß verehrte Julie Dench (Chefin des M6 in den letzten Bond-Filmen) mit. Es folgen nun keine Filmrezensionen, sondern lediglich ein Ausrufungszeichen! Die Zeiten ändern sich. Die Alten und ihre Sorgen und Aufgaben sind offensichtlich kinofähig geworden. Die langsam alternde Besucherschaft hat nicht ununterbrochen Lust, sich die Stories der nachfolgenden Generationen anzusehen. Das Schöne ist, dass dieser Trend nicht auf Kunst- und Studentenkinos beschränkt bleibt, sondern die cineastische Öffentlichkeit zu becircen sucht. Stärken wir die (noch) Wagemutigen. Gehen wir ins Kino!

Montag, 9. April 2012
Keine Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Gesellschaft, Humor, Kino, Philosophie und Wohnen

Und wenn ich es doch anders möchte?

Im letzten Beitrag war von der großen Mehrheit die Rede, die lieber zu Hause bleiben möchte. Aber es gibt auch die anderen: jene, die aus Weitsicht oder Komfortbedürfnis oder …(es gibt wohl Hunderte von Gründen) sich doch für die Aufgabe der eigenen Wohnung, des eigenen Hauses entscheiden. Welche Auswahlkriterien können helfen, bei der Wahl des neuen Zuhauses die richtige Entscheidung zu treffen? Möchte man in eine Wohngemeinschaft? Oder in ein Mehrgenerationenhaus? Oder doch lieber in eine Seniorenresidenz? Oder doch erst mal nur „Betreutes Wohnen“? Es ist nicht so, dass wir keine Auswahl hätten; man kann sich auch nicht über mangelnde Informationen (zumal im Internet) beklagen. Im Gegenteil: Wir drohen eher im Informationsdschungel unterzugehen.

Die Bewertung von Alten- und Pflegeheimen bietet zumindest ein ernst zu nehmendes Kriterium. Natürlich können die offiziellen Beurteilungskriterien nicht immer die persönlichen Schwerpunkte abbilden. Aber in der Tendenz wird schon deutlich, ob es sich um ein gut oder schlechter geführtes Haus handelt. Vielleicht ist die Nähe zum alten sozialen Umfeld wichtig? Man kennt doch seinen Kiez, und viele wollen ihn nicht verlassen. Früher gab es den Drang hinaus ins Grüne. „Haus Waldesruh“ war der Inbegriff des Altenheims traditionellen Zuschnitts. Heute drängen die Alten eher in die Städte. Görlitz hat sich als Altenresidenz genau so einen Namen gemacht wie Wiesbaden. Egal ob Kultur oder Ärztedichte: Städte bieten einfach entscheidende Versorgungsvorteile gegenüber dem platten Land. Auch in der Hauptstadt scheint es mittlerweile einen überproprtionalen Zuzug der Alten vom Lande zu geben.

                                                                                                                                                                   Blick ins Berliner Getümmel

Das in seiner Vielfalt wohl unschlagbare Angebot der Hauptstadt ist eine plausible Erklärung dafür. Allerdings haben die Berliner Alten es mit ihrer Wohin-Entscheidung leichter als die Bewohner vieler anderer Städte. Ein pfiffig gemachter Führer zeigt unter dem Titel „Seniorenresidenz Berlin“ die ganze Vielfalt des Berliner Seniorenwohnangebotes auf. Und: man kann sich von einem Wunschstandort (s.o.) aus die nächstgelegenen Angebote zeigen lassen. Wie mir scheint handelt es sich hier um eine recht brauchbare Schneise durch den Informationsdschungel.

Freitag, 30. März 2012
Keine Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Gesellschaft, Wohlbefinden und Wohnen

Home sweet home

Bei allen Bemühungen, die Seniorenheime attraktiv erscheinen zu lassen: offensichtlich möchte die grosse Mehrheit der Alten und Ältesten am liebsten zu Hause bleiben. Die immensen Kosten, die ein Heimtag im Schnitt kostet, sind dabei natürlich ein Kopfargument, aber vor allem der Bauch möchte dort bleiben, wo man lebt und wahrscheinlich auch sozial verankert ist. Manche sehen es natürlich anders, und manchmal lässt sich ein längerer Aufenthalt zu Hause einfach nicht realisieren. So ist z. B. meine Mutter zwar fest entschlossen, zu Hause zu sterben, aber ohne meine Betreuungsbesuche wäre dieser Wunsch schon jetzt nicht realisierbar. In jedem Fall gilt es, die eigene Wohnung, das eigene Haus rechtzeitig altengerecht einzurichten oder umzubauen. Dies wird immer Geld kosten, aber gemessen an den Sätzen der Altenheime scheinen dies allermeist gut angelegte Investitionen zu sein.

Hier liegt die erste Barriere schon im Flur

Aber auf was muss man achten? Natürlich gibt es auch zu dieser Frage eine DIN-Norm, die sich mit dem Thema “barrierefreies Wohnen” beschäftigt (in verschiedenen Spielarten). Etwas allgemeinverständlicher und auf die Schnelle auch lebenspraktischer sind die Tips, die man hier nachlesen kann. Die ersten Schritte zur “Umrüstung” fallen wahrscheinlich leichter, wenn man sich nicht gleich mit einem ganzen Aktenordner voll tiefschürfender Erkenntnisse konfrontiert sieht.

Montag, 26. März 2012
Keine Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Design, Konsum, Pflege, Wohlbefinden und Wohnen

Es wird besser

Fortschrittsreport „Altersgerechte Arbeitswelt“ – so benennt das Bundesministerium für Arbeit sein neuestes Periodikum. Alle sechs Monate soll eine frische Ausgabe auf den Seiten des Ministeriums  zum Herunterladen bereit liegen. Aber das Wichtigste steht bereits im Titel: Fortschrittsreport! Mach einer mag  das als Pfeifen in dunkler Gasse, als Selbstbestätigung ministeriellen Managements verstehen. Unbenommen. Aber deutlich wird durch die vorgestellten Forschungsergebnisse der letzten Jahre, dass das Paradigma der abnehmenden Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer falsch ist und beerdigt werden sollte. In allen Köpfen. Vor allem in den Personalabteilungen. Ausnahmen bestehen aber bei physisch stark fordernden Arbeitsprozessen und bei monotonen Arbeitsabläufen. Also: von alleine fällt den Unternehmen nicht der erfahrene, motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter vor die Tür. Es gilt ihn/sie zu pflegen, Arbeitsprozesse neu zu durchdenken und die – ebenfalls in diesem Bericht belegten – Vorteile altersdurchmischter Arbeitsgruppen auf den Weg zu bringen. Das geht nicht von heute auf Morgen. Aber die Sollarbeitszeit wird in diesem Jahr auch mal gerade um einen Monat verlängert. Jedoch gilt mit Sicherheit, dass altengerechte Änderungen im Arbeitsleben auch den jungen Arbeitsmarktaspiranten zu Gute kommen. Wer diese Zielgruppe durch prozessuale Neulayouts von Arbeit (Teilzeit, Vertrauenszeit,  Heim-Büro etc.) umwerben will, wird automatisch etwas für den längeren Verbleib seiner älteren Arbeitnehmer geleistet haben. Und umgekehrt. Die Beschäftigtenquote der Über-60-Jährigen ist durch die kontinuierliche Verlängerung der Soll-Arbeitszeit aber nun kein verlässlicher Indikator für eine “altersgerechtere Arbeitswelt” mehr. Der genaue Blick bleibt gefragt.

Donnerstag, 23. Februar 2012
2 Kommentare
Dirk Getschmann
Filed under: Arbeitswelt, Geschäftsinteresse und Wissenschaft
 
Ranking-Hits