Guten Tag und herzlich willkommen!

Das Buch: Altern für AnfängerSie interessieren sich für das Altern? Für das Ihre im Besonderen?
Aber Sie wollen nicht so alt werden, wie Sie es leider bei… oder bei… beobachtet haben? Lieber zum Beispiel wie Henning Scherf, der Ex-Bürgermeister vom Bremen, der bereits seit 29 Jahren in einer Alten-WG wohnt? Dem es blendend geht, und der seinen Unruhestand aus vollen Zügen genießt?
Sie wollen selber einen Entwurf machen?
Sie wollen alt werden, aber “jung” sterben?

Dann sind Sie hier richtig. Goldrichtig!

Rollator – ganzseitig beworben

Anfang 2008 wurde an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Tchibo sich mit einem ganzen Fenster der “Grundausstattung” des vierten Lebensabschnittes gewidmet hatte. Nun zieht Aldi nach: zumindest bei Aldi-Nord wird es in der kommenden Woche Rollatoren, Duschhocker, Badewannensitze, orthopädische Drehkissen und Gehstöcke bzw. Greifarme zu Preisen geben, die den florierenden Fachhändlern das Wasser in die Augen treiben dürfte,. Tja, die Altersausstattungsnische scheint den Pflege- und Vitalhäusern genommen zu sein. Denn die Discounter-Komnkurrenz wird mit Sicherheit nachziehen. Aber, liebe Fachgeschäfte: Sie agieren in einem wachsenden Markt. Nur zwingt der Preiskampf jetzt zu weitergehenden Überlegungen hinsichtlich der Kundenorientierung. Was können Sie, was die Discounter nicht könen? Ich denk, das ist nach wie vor eine ganze Menge. Sorgen braucht man sich also nicht zu machen, auch wenn das hohe Alter mit seinen Einschränkungen nun offiziell großdiscounterfähig geworden ist.

Montag, 28. April 2014
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Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Demographie, Geschäftsinteresse, Konsum, Pflege, Technik und Wohlbefinden

“Es ist wichtig, noch bis ins hohe Alter etwas zu tun zu haben.”

Henning Scherf – ehenaliger Bürgmermeister Bremens – war einer der ersten, der den dempgraphischen Wandel öffentlichkeitswirksm angesprochen hat. Und: er zog frühzeitig mit seiner Frau und Freunden zu einer Alter-WG zusammen. Heute nichts Besonderes mehr, aber dass die Zwangslogik `wenn es zu Hause nicht geht, dann eben im Heim´ aufgebrochen wurde, ist auch Henning Scherfs Verdienst.

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Von ihm hat der Herder-Verlag nun ALTERSREISE herausgegeben. Scherf berichtet von seinen Reisen durch Deutschland: Wohngemeinschaften, Seniorenheime, Demenzprojekte, Stifte und vieles mehr. Es ist ein buntes Bild der späten Jahre, das er dem Leser vorstellt. Stets im Dialog mit seiner eigenen inneren Stimme bzw. der eigenen Verfaßtheit. Offen spricht er über Gewichtszunahme und schwindende Kräfte bei sich selbst. Dieser Wechsel zwischen Fremd-Beobachtetem und Beobachtungen an sich selber verleiht dem Buch einen sympathisch handfesten Charakter. Es geht Scherf nicht um statistische Wahrheiten, sondern um die richtigen Schlüsse aus dem Selbst-Erlebten. Dabei lässt er seine Beobachtungen nicht unkommentiert: er zeigt sich als pointierter Gegner von Heimunterbringung, plädiert für überschaubare Größen des Zusammenlebens und wehrt sich vehement gegen die (Selbst-)Zuschreibung älterer Bürger, “nichts mehr zu nutzen”. Die Würde des Menschen – egal in welcher Verfassung er sich befindet – ist Scherf entscheidend wichtig. Eine zweite Botschaft, die ich hier als Überschrift gewählt habe, entspricht den landläufigen Erkenntnissen der Gerontologie: etwas tun – und wenn es nur das angeleitete Schälen einer Möhre ist – ist immer bessesr als das Nichtstun. Denn dem Nichtstun folgt der Gedanke der Nutzlosigkeit und damit die potentielle Altersdepression auf dem Fuße.

Montag, 10. Februar 2014
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Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Demographie, Gesellschaft, Pflege, Staat, Testimonials, Wohlbefinden und Wohnen

Interaktivität für den interessierten Bürger

 

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Link zur Startseite)

“Wenn´s kommt, kommt´s dicke.” Diese alte Volksweisheit hat den Vorteil multifunktional verwendbar zu sein: nach dem gerade geschilderten Fortschrittsbericht (s.U.) erreicht mich noch die Meldung über eine weitere Aktivität zum gleichen Thema: die Initiative Neue Qualität der Arbeit veranstaltet in den kommenden Tagen interaktive Themenwochen mit dem Titel “Alter(n)sgerechte Arbeitswelt – für alle?”  Es geht auch hier um die Frage, wie die Arbeitswelt so zu gestalten ist, dass sie den Fähigkeiten und Einschränkungen älterer ArbeitnehmerInnen gerecht wird. Da Vergleichbarkeit aber stets nur dann gegeben ist, wenn man eine gewisse Unschärfe bei der Betrachtung zulässt, hat die INQA für diese Woche einen Themenbotschafter benannt, der individuelle Fragen zur Arbeitswelt beantworten wird. Als Vorsitzender des deutschen Demographie Netzwerkes scheint oder sollte dieser Botschafter mit dem Themenfeld gut bekannt sein. Auch hier werden Beispielunternehmen genannt, die mit Sicherheit hierdurch einen Imagegewinn und dadurch leichteren Zugang zu ihren Wunscharbeitnehmern bekommen, zum anderen im Hinblick auf ihre Erfahrungen für den Interessierten auch “anzapfbar” sein sollten.

Sollte es sich um ein dramaturgisches Meisterstück des Arbeits- und Sozialministeriums handeln? Erst reichlich appetitlich aufgemachte Informationen aushändigen und dann auf einem anderen Kanal (die INQA wird auch vom BMAS unterstützt) die Chance zur individuellen Wissensveriefung geben. Grossartig, aber ich glaube doch eher an einen glücklichen Zufall. So oder so: Man lese und frage sich schlau! hier kann man übrigens in den Ablaufplan der Themenwoche blicken.

 

Freitag, 11. Oktober 2013
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Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Arbeitswelt, Demographie, Geschäftsinteresse, Gesundheit und Wohlbefinden

Aktivität im Ministerium

Gemeinhin ist es in Deutschland ja Volkssport über die Politik und ihre Akteure herzuziehen. Wenn wir unser Land im Vergleich mit anderen betrachten, scheint es mir fragwürdig, dass nicht auch die Politik mit dem guten Abschneiden zu tun haben könnte. Aber zum Thema: Während Schwarz, Rot und Grün noch “sondieren”, geht die Arbeit an den Ministerien ungebremst voran. Und ich muss gestehen, es macht Freude, sich mit den Ergebnissen auseinander zu setzen. So hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales soeben den 3. Fortschrittsbericht “Altersgerechte Arbeitswelt” veröffentlicht. Selten habe ich in einem halbwegs knappen Papier (59 Seiten) so viele Informationen, Daten und Anregungen zu lesen bekommen, die zwar wissenschaftlich fundiert sind, nicht aber im krausen Wissenschaftlerfachsprech daher kommen. Das ist auch heute nicht die Regel. Es lohnt sich für Arbeitnehmer, die sich fragen, ob ihr Arbeitgeber wirklich das Richtige für den Erhalt seiner älteren MitarbeiterInnen tut, genau so wie für Arbeitgeber, die gerne tätig werden wollen – oder spüren, dass sie tätig werden müssen. Keiner kann jetzt sagen, er hätte nichts gewußt. Ein paar wirklich überraschende Daten in Kürze:

1960 bezog man nach Eintritt ins Rentenalter durchschnittlich noch 9,9 Jahre lang Rente. Im zurückliegenden Jahr beläuft sich der Zeitraum auf 19 Jahre!

Die Erwerbstätigenquote unter den 60 bis 64jährigen lag im Jahre 2000 bei 19,9 %. Im Jahr 2012 ist sie bis auf 46,4 % geklettert. Apropos: die vorgeschlagene Nachfolgerin für Bernanke als Chefin der Amerikanischen Fed ist 74 Jahre alt! Erfahrung setzt sich immer mehr durch.

Die Zahl der psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen lag im Jahr 2000 bei 15,3% der Krankmeldungen; im Jahr 2012 bereits bei 19,3%. Herz-Kreislauf- und Muskel-Sklett-Bindegewebserkrankungen nahmen dagegen ab.

Das spiegelt sich auch in den meldepflichtigen Arbeitsunfällen wider: auf 1000 VollarbeitnehmerInnen kamen Anfang der 60er Jahre fast 120 Unfälle; 2010 waren es nur noch gut 20.

Sie sehen: diese Zusammenstellung macht tatsächlich schlauer. Bitte lesen!

Freitag, 11. Oktober 2013
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Dirk Getschmann
Filed under: Arbeitswelt, Geschäftsinteresse, Gesellschaft, Politik, Staat, Wissenschaft und Wohlbefinden

Altenheim – aber bitte welches?

Vor einem guten Jahr war hier schon einmal von der erleichterten Suche nach einem geeigneten Heimplatz die Rede, allerdings fokussiert auf Berlin. Nun weiß ich, dass es derartige Unterstützung mittlerweile bundesweit gibt. Gerade wnn man sich bei einem Verwandten, der nicht in der näheren Umgaebung wohnt, Gedanken macht, wie wohl PlanB aussehen könnte. Das heißt, was man machen muesste, wenn der Wunsch der oder des Verwandten in den eigenen vier Wänden zu bleiben, gesundheitlich nicht mehr verantwortbar erscheint. Wie findet man auf die Schnelle ein passendes Heim? Es reicht ja nicht, “Altenheim” und die Postleitzahl ins Netz zu geben, denn man sieht sich mit den Hochglanzselbstaussagen der Anbieter konfrontiert. Und ist meist so schlau wie zuvor. Eine bundesweite Altersheim Übersicht gibt einem nun wenigstens einige Lösungen, die man nach Größe, Lage und Attraktivitätsindex sondieren kann.  Auch wenn die angebotenen Entfernungen nicht immer stimmen, is es doch ein gutes Remedium gegen die eigene Unkenntnis. Eine auf der Seite integrierte kostenfreie Telefonberatung wird einem bestimmt helfen, den Kreis der Lösungen weiter einzuengen.Und zum Schluß gibt es ja noch die Chance, dass der der oder die Verwandte doch jemanden kennt, der hier oder dort untergebracht ist. Was im Allgemeinen, die Bereitschaft, doch in eine Einrichtung zu ziehen, deutlich erleichtert.

Donnerstag, 12. September 2013
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Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Pflege, Wohlbefinden und Wohnen

“Ueberalterung” – Eine Begriffskritik

Zugegeben: der Begriff ist nicht ganz neu, aber in den diesjährigen Sommerlochwochen fällt er mir häufiger auf als zuvor. Vielleicht sollte man die Floskel von der “Überalterung unserer Gesellschaft” nicht einfach still und miesepetrig nickend zur Kenntnis nehmen, sondern sie sich einmal langsam auf der Zunge zergehen lassen. Die Vorsilbe “über-” hat im Deutschen keinen guten Leumund: Übertreibung, Übereifer, überstrapazieren, Übermaß. Zuviel des Guten. Dieses “über-” bezieht sich auf einen imaginären gesellschaftlichen Kompromißpunkt, an dem noch alles ok ist. Der Body-Maß-Index weiß, wann Untergewicht und wann Übergewicht herrschen. Viele Mediziner und eine Reihe von Studien erlauben uns aber, die Gültigkeit dieses Null-Meridians in Frage zu stellen. Viele Dicke werden gesünder alt als viele “Idealgewichtler”. So einfach ist es also nicht.

Bei der “Überalterung” sieht es eigentlich genauso fragwürdig aus. Dennoch ist der Begriff en vogue. Noch.
So, dann fragen wir doch mal, wo denn nun die politisch und habituell korrekte “Alterung” steht. Bei einem Landesaltersdurchschnitt von 20 Jahren? Einige nordafrikanische Nationen können damit aufwarten? Oder bei der Maßzahl der USA? Frankreich und Polen sind auch jünger. Na und? Die Feststellung einer “alternden Gesellschaft” trifft auf Deutschland zu. Unser nationales Durchschnittsalter steigt seit Jahren. Aber dass es sich dabei um eine “Überalterung” handelt, ist ein konservatives Geschmacksurteil. Früher war alles besser. Sogar die Menschen waren jünger. Im Durchschnitt.

Man könnte sich den griesgrämigen Beigeschmack der  “Überalterung” versuchsweise einfach mal schenken und feststellen: Deutschland ist unterwegs auf einem spannenden Weg, dessen Begleiterscheinungen und Ziel überhaupt noch nicht absehbar sind. Schön, wir brauchen wohl mehr Pflegekräfte undundund. Aber diese Beobachtungen stehen fast immer unter dem Vorzeichen des deutschen Alarmismus: “Vorsicht, es ändert sich etwas. Alle Mann in den Graben und gemeinsam Trauergesänge anstimmen.”

Ich plädiere für den gleichen Glauben an ausreichende Kompetenz und fähige Organisation in unserem Lande, die die Energiewende zum Erstaunen der Restwelt möglich erscheinen lassen. Sicher bildet das kollektive Altern kein nationales Wunschziel, aber die Chancen – trotz mancher Hindernisse auf dem Weg – klüger zu werden und sich in vieler Hinsicht gesellschaftlich neu zu definieren, sind hier ebenfalls gegeben.
In diesem Sinne trinke ich auf die Alterung unseres Landes!

Montag, 29. Juli 2013
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Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Kultur und Wohlbefinden

Demografiegipfel

“Gipfel”, “Gipfelsturm”, “G-8-Gipfel”: das suggeriert doch immer – Bedeutsamkeit. Und nun haben wir auch einen Demografiegipfel. Ich mag mich irren, aber ich glaube es ist der erste. Und sogar die Kanzlerin gibt einen Ausblick auf einige der wichtigsten Herausforderungen und die Lösungsansätze der Bundesregierung. Zunächst mal erfreulich. Wenn man dann aber hört, dass dieser Gipfel in vier Stunden (!) abgefeiert wird, kann einem doch ein wenig mulmig werden. Sind die Dinge wirklich allen Beteiligten so klar, dass es nur Häkchen auf einer Agenda zu machen gilt? Oder sind all die Punkte sorgsam ausgeschlossen, die vielleicht doch einen produktiven Streit benötigen, bevor sie jemand mit einem Häkchen in die Zukunft entlässt? Egal, als Lichtzeichen taugt die Veranstaltung, da hier deutlich wird, dass auch die Regierung  um den demografschen Wandel weiß und sich nicht einfach wegduckt. In anderen Ländern mit absehbarem Wandel hat man nicht unbedingt diesen Eindruck. Damit ist zwar noch nichts Konkretes umgesetzt, aber  Kopf-in-den-Sand-Politik kann man der Regierung erst einmal nicht vorwerfen.  Es bleibt die Frage der Nachhaltigkeit. Hoffentlich machen sich die Medien die Mühe, hier auch aus den Niederungen der Umsetzung oder Nicht-Umsetzung zu berichten. Sonst nutzt auch der Lichtzeichencharakter nichts!cache_2431830402

Mittwoch, 15. Mai 2013
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Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Demographie, Gesellschaft und Politik

Mehr Ältere in Lohn und Brot – Tatsachen und Interpretationen

Der gestern durch die Medien gereichte Zuwachs der Beschäftigten über 60 Jahre ist zunächst mal eine Tatsache. Interessant ist, was man aus ihr machen kann! Ich habe mich spontan gefreut, dass mehr Ältere die Chance haben, Sinniges zu tun. Dass dies der Fall ist, verdankt sich nicht einer neuen Seniorenfreundlichkeit der Arbeitgeber, sondern der demographischen Notwendigkeit. Aber dies lässt sich meines Erachtens durchaus als Win/Win-Situation interpretieren.

Aus Gewerkschaftskreisen ist zu hören, dass es noch immer zu viele Arbeitssuchende jenseits der 60 gibt und dass diese – die Bundesanstalt für Arbeit bestätigt dies – deutlich länger brauchen, um einen neuen Job zu finden als Jüngere. Hieraus lese ich, dass die Arbeitgeber ihren eigenen älteren und alten Mitarbeitern vertrauen, da sie sie über Jahre hinweg als wichtige Ressource schätzen gelernt haben. Aber den unbekannten Alten gegenüber herrscht auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor eine bedauerlich zu hohe Skepsis. Im aktuellen IAB-Newsletter (Institut fuer Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur fuer Arbeit) ist zu lesen, dass gerade Frauen im Osten Deutschlands, die die 60 überschritten haben, kein Zutrauen haben, eine neue Stelle zu finden. Sie ziehen sich einfach aus dem Pool der Arbeitssuchenden zurück. Skepsis und mangelnde Beratungsexpertise bei den Jobcentern werden als Gründe dafür aufgeführt. Hier bleibt also noch einiges zu tun.

Dann kann man bei den Leserkommentaren der BILD-Zeitung Aversion, ja Zorn ob dieser Meldung nachlesen. Die Geknechteten werden um den verdienten Ruhestand gebracht – so der Tenor – und von Politik und bösartigen Arbeitgebern bis aufs Blut ausgesaugt. Die Möglichkeit, dass jemand gerne arbeiten WILL, und nicht or allem MUSS, kommt hier schlichtweg nicht vor. Man kann auch an diesem Beispiel wunderbar sehen, welch unterschiedliche Reflexe von einer unschuldigen Information ausgelöst werden können.

Donnerstag, 4. April 2013
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Dirk Getschmann
Filed under: Arbeitswelt, Demographie, Geschäftsinteresse, Staat, Testimonials und Wohlbefinden

Mehr Licht!

Als dieser Blog vor rund fünf Jahren gestartet wurde, war Altern kein Thema, das wirklich im öffentlichen Bewußtsein Platz gegriffen hätte. Sieht man sich heute die Vielzahl von Symposien, Büchern, Webseiten und Aktionen verschiedener politischer Akteure (EU, Familienministerium, Länder- und Kommunalinitiativen) an, so kann man einen radikalen Wandel feststellen: das Alter ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das ist zunächst einmal erfreulich, aber wie stets wird relativ schnell deutlich, dass auch hier die Münze eine zweite Seite hat: der Informationsüberfluß, der dem weltweiten Netz eigen ist, hat nun auch das Themenfeld “Altern” erreicht. Gefragt sind dann Portale, die relevante Informationen vom Infomüll trennen und in eine ansprechende und leicht nachvollziehbare Ordnung bringen. Dies scheint mir für ein Segment besonders gut gelungen zu sein: der potentielle Pflegefall von Angehörigen. Es geht wohl nicht nur mir so: im Hinterkopf weiß man, dass die Situation in nicht allzu weiter Ferne auf einen wartet. Aber genötigt von den Notwendigkeiten des “normalen” Lebens, schiebt man die inhaltliche Vorbereitung des Tages X in der eigenen Agenda immer wieder nach hinten. Doof, aber so ist der Mensch – oder zumindest ich. Und dann überstürzen sich die Ereignisse und man weiß nicht mehr ein noch aus. Allen, denen es ählich geht, lege ich www.senporta.de   sehr ans Herz! Aus eigener leidvoller Erfahrung hat der Gründer die Kraft bezogen, es anderen leichter machen zu wollen. Näheres übr diese Entstehung lässt sich auch in der Wirtschaftszeitung BRAND EINS, Heft 1, 2013 (nur analog) nachlesen. Also: nicht verzweifeln, durchatmen, den Link kontaktieren, dann wird zumindest einiges leichter…

Donnerstag, 17. Januar 2013
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Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Gesundheit, Pflege und Wohlbefinden

Anregung genug

Das Alter zum Thema machen. Ich erinnere mich noch gut an meine Kindheit: meine Großeltern waren die einzigen betagten Menschen, mit denen ich Umgang hatte.

Der Autor und sein Großvater, Ender der 60er Jahre

Die anderen gab es natürlich, aber sie spielten in meinem Leben keine Rolle. Aber auch in der sogenannten veröffentlichten Meinung gab es eher ein schwarzes Loch als eine Infoflut über ältere Mitbürger. Der Verdacht, diese hätten bei den Nazis mitgetan oder wenigstens von ihnen profitiert, stärkte diesen öffentlichen Hang zum Totschweigen. Später, in den 80er und 90er Jahren sank der Verdachtsdruck, aber das führte nicht dazu, dass Altern und Alter den Kreis des Privaten verlassen häten. Dass wir nun Land auf Land ab über Stiftungsinitiativen (hier ein sehr schönes Beispiel: die Körber-Stiftung), Konfernzen, Lehrstühle und Fernsehbeiträge stolpern, die alle das ehemals Totgeschwiegene thematisieren, ist wohl vor allem der Tatsache geschuldet, daß es bald die Mehrheit ist, über die hier gesprochen wird und die nun selbst das Mikrofon in eigener Sache in die Hand nimmt. Anregungen zum Neu-Denken gibt es mehr als genug. Die (Selbst-) Aktivierung der Älteren ist per se ein Zeichen des Wandels. Wer in den jüngeren Jahren der Bundesrepublik alt war, ruhte aus und sagte nichts mehr – zumindest im statistischen Durchschnitt. Heute ist es Teil des sich wandelnden Altersverständnisses, dass nicht nur über das Alter und die Alten gesprochen und diskutiert wird, sondern dass die Betroffenen mehr und mehr die Debatte zu der ihren machen. Hier meldet sich ein Selbstbild des älteren Mitbürgers zu Wort, der sich bewußt von den vorangegangenen Generationen abzusetzen bemüht ist. Bestimmt ist hier auch der letzte revolutionäre Furor der 68er zu studieren. Aber sicherer, kollektiv geteilter Grund für das neue Altersbild ist noch lange nicht in Sicht. Außer vielleicht, dass die Begeisterung für individuelle Wege gerade hier spürbar wird. Die Jungen hadern mit der Verschulung der Universitätsausbildung und der damit einhergehenden Schubladisierung ihrer Generation. Die Alten zerbröseln hingegen alle tradierten Bilder von Rente, Rückzug und Resignation.

Mittwoch, 26. September 2012
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Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Arbeitswelt, Bildung, Gesellschaft, Philosophie, Politik und Wohlbefinden

Webtrouvaille

Dass Deutschand aufgrund seiner Geburtenrate (nicht nur) zu den Ländern mit der ältesten Durchschnittsbevölkerung gehört, haben wir bereits öfter gehört. Nun können wir es statistisch exakt nachsehen. Geographixx zeigt, dass die Länder Afrikas einen Altersdurchschnitt von unter 20 Jahren haben. Spitzenreiter Uganda mit sagenhaften 15 Jahren. China treibt sich im Mittelfeld mit guten 30 Jahren rum. Deutschland aber ist mit seinem Durchschnittsalter von 42, 6 Jahren vor Japan und Monaco an drittletzter Stelle angekommen. So weit so gut. Möchten wir in einem Land leben, in dem ununterbrochen Kindergeburtstag gefeiert wird? Oder dort, wo penetrant erste Karrierefragen gestellt werden? 42, 6 ist noch immer recht jung. Hieraus eine nationale Tragödie zimmern zu wollen, dafür bedarf es schon einer guten Portion deutschen Alarmismuses. Entscheidend wird sein, was wir daraus machen. Und vielleicht schaut die Welt, wenn sie sich am Umbau unserer Energieversorgung satt gesehen hat, auf unser Arrangement mit dem Durchschnittsalter. Das Richtige zu tun gelingt uns ja – entgegen aller gut aufgestellten Miesepetergesänge -im internationalen  Vergleich recht gut. Schauen wir mal, wie wir mittelfristig mit diesem “drittletzten Platz” zurande kommen…Ich bin einmal mehr ziemlich optimistisch! Schön, dass das Alter einmal mehr eine Herausforderung darstellt.

Samstag, 8. September 2012
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Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Demographie und Gesellschaft

Interessante Zahlenspielerei

Auf den Seiten des Statistischen Bundesamtes kann man immer wieder interessante Neuigkeiten finden. So liest man dort, dass die Bevölkerung zwischen 60 und 65 Lebensjahren von 14,163 Mio im Jahre 2000 über 15,855 Mio. im Jahre 2005 auf 17.145 Mio im Jahre 2010 angewachsen ist. Im letzten Jahr war ein kleiner Rückgang zu beobachten. Na ja, das mit der demografischen Änderung hat ja nun mittlerweile fast jeder mitbekommenn.

Statistik damals...

Kleine Statistik zur Illustration, aber ohne inhaltliche Verbindung zum Thema

 

Ok, aber richtig spannend werden diese Daten, wenn man die Zahl der Erwerbspersonen bzw. ihre Entwicklung über den genannten Zeitraum dagegen hält:
2000 -  372.000 Erwerbspersonen
2005 -  520.000 Ep.
2010 -  668.000 Ep.

und jetzt kommt der Knüller:
2011 – 763.000 Ep.!  Das heisst, die Bevölkerung zwischen 60 und 65 Jahren stieg um runde 12% in den ersten und runde 8% in den zweiten fünf Jahren des Jahrzehntes. Aber die Zahl der Erwerbspersonen wuchs um 40 % in den ersten, 28% in den zweiten fünf Jahren und nochmals um 14% allein von 2010 bis 2011.

Mehr Alte. Das wussten wir, aber dass die Zahl der Erwerbswilligen unter ihnen so geschwind zugenommen hat, erstaunt doch. Die Gründe hierfür benennt auch das schlaue Statistische Bundesamt nicht. Meine Vermutung: auch sie haben auf verschiedenste Weise zugenommen.

Mittwoch, 8. August 2012
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Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Arbeitswelt, Demographie und Wissenschaft

Sommerlektüre

Leicht, ironisch, aber mit dunklem Hintergrund kommt “Alte Liebe” daher. Ein höchst unterhaltsames So-einfach-mal-weglese-Buch, das man jedoch ohne Anflüge von Melancholie kaum zu Ende bringen wird. Elke Heindenreich und Bernd Schroeder haben den Alltag eines Alt-68 Ehepaares ausgeleuchtet: die kleinen und doch so prägenden Aufgaben des Tages, die Erinnerungen und die familiären Großereignisse wie eine frisch anstehende Hochzeit der Tochter und ein Besuch der digital desorientierten Enkel-Zicke ergeben eine Zusammenstellung, die an Kadinskys Bild “Das bunte Leben” erinnert. Harry und Lore – die Protagonisten – wechseln sich mit ihren Blicken auf das Geschehen nach ein paar Seiten jeweils ab. Diese kunstvolle Form des indirekten Dialogs trägt Erhebliches zum Lektüreglück bei. Frohes Lesen!

Elke Heidenreich / Bernd Schroeder: Alte Liebe. Carl Hanser Verlag, München 2009.

 

 

Dienstag, 24. Juli 2012
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Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Humor, Kultur und Wohlbefinden

Und was studierst Du gerade?

Seit Jahren ist die Gruppe der Alten und Ältesten jene mit der am schnellsten steigenden Beteiligung am Internet. Die Inhalte des WWW sind aber noch immer tendenzielle jugendlastig. Kein Wunder: zwischen den Fähigkeiten eigenständig zu surfen und Inhalte gewinnend im Netz präsentieren zu können klafft eine beachtliche Lücke. Angesichts von zig Millionen Netz-Seiten wird wohl niemand mit Sicherheit sagen können, wann und in welchem Ausmaß sich dies Verhältnis ändert. Aus dem Alten-Marketing lässt sich aber lernen, dass die Alten eben nicht als besondere Zielgruppe angesprochen werden wollen, denn es gilt immer stärker: “Alt sind nur die anderen!” So hat sich manches Angebot, das gezielt die Alten im Fokus hatte, aus dem Markt wieder verabschiedet oder wurde grundlegend umgestellt; ein Beispiel können Sie hier nachlesen.

Platon beim Tagesgeschäft: dialogisieren

Erfolgreicher sind jene Seiten, die Überblick über verschiedene Märkte verschaffen. In diesem Sinne ist die academia matura ein hoffnungsfroher Neuling im Netz. Hier werden Wissens- und Kulturangebote gezielt gesammelt und optisch ansprechend aufbereitet. Was den universitären Bereich angeht, so wird man als Nutzer mit konkreten Ansprechpartnern, Vorbedingungen und Details zu evtl. Studienbestrebungen in verschiedenen deutschen Städten versorgt. Das schafft für den Interessierten durchaus Erleichterung. Die kulturellen Angebote sind hingegen noch entwicklungsfähig. Sie lesen sich wie von der Tourismusbehörde der jeweiligen Kommune abkopiert. Und dass man in Hamburg eine Hafenrundfahrt machen kann und in München ein Zoo zu besichtigen ist, verraten dem Reisewilligen auch die entsprechenden Stadtportale. Ein bisschen Spezifischer darf´s hier also durchaus noch weden.  Aber für die alten Erst- oder Zweitakademiker bietet sich ein Besuch der Seite nachhaltig an. Denn wir wissen es: Hans lernt etwas anders, aber nicht minder erfolgreich als Hänschen es getan hat.

 

Samstag, 7. Juli 2012
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Dirk Getschmann
Filed under: Bildung, Geschäftsinteresse, Kultur und Wissenschaft

Freiheit UND Sicherheit

Wenn ich im Kreis meiner Familie, aber auch bei den Eltern von Freunden und Freundinnen die Debatte um die richtige Wahl des vermutlich letzten Wohnortes zusammenfasse, dann geht es genau um diese (scheinbaren) Antipoden: Freiheit und Sicherheit. Auch von den mir bekannten Witwern und Witwen möchten die wenigsten vorzeitig die Freiheit des alten und bekannten Wohnsitzes aufgeben, um der Sicherheit in einem neuen Alten- oder Pflegeheim teilhaftig zu werden. Nein, die Waagschale neigt sich stets auf die Seite der Freiheit. “Meine Wonung”, “mein Umfeld”, “mein Garten”, “meine Nachbarn”…Das Bekannte und Gewohnte bildet die entscheidenden  Kriterien aus, die zu einem Festhalten um fast jeden Preis am angestammten Wohnsitz führen. Nur Unzufriedenheit mit baulichen Änderungen, Wegzug von verlässlichen Nachbarn oder Ausfälle im weiteren sozialen Netz – zum Beispiel der arbeitsbedingte Wegzug von Kindern – kann zu einer nicht aus der Not geborenen Entscheidung für einen Umzug in – im weitesten Sinne – eine Art betreuten Wohnens führen.

In der Regel pendelt die Waagschale erst dann weg von der Feiheit und hin zur Sicherheit, wenn existentielle Ängste einsetzen: “ich schaff´es nicht zur Toilette”, “und wenn ich nicht mehr aus dem Bett komme?”, “sollte ich hinfallen, komme ich wohl nicht mehr alleine hoch”. Und die so aus solcher Not geborenen Entscheidungen für das Verlassen des vertrauten Heims führen verständlicher Weise nicht gerade zur Vorfreude auf die neuen vier Wände.

Mittlerweile scheinen aber auf technischem Gebiet so zuverlässige Melde- und Notknopfysteme entwickelt worden zu sein, dass der Abschied aus den vertrauten Räumlichkeiten durchaus noch aufgeschoben werden kann. Eine gute Übersicht über ein beispielhaftes Leistungsspektrum aus diesem Bereich kann man sich hier einmal ansehen. Die Kosten dafür sind in jedem Fall deutlich niedriger als das Wohnen in einer wie auch immer ausgestatteten Einrichtung. Dass nun sogar die Pflegekassen diese Kosten übernehmen, sehe ich durchaus als Beleg für die Verläßlichkeit solcher Meldesysteme. Also im Zeifel erst einmal Freit UND Sicherheit wählen!

Mittwoch, 20. Juni 2012
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Dirk Getschmann
Filed under: Allgemein, Gesellschaft, Gesundheit, Pflege, Technik und Wohnen
 
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