Meine Mutter vermittelte mir als Kind, dass Fahrradfahren eine prima Sache wäre. Allerdings nur für Kinder, vielleicht auch noch für junge Leute (so hiess das damals) in der Ausbildung oder im Studium. Danach aber – so ging ihr Urteil mehr zwischen den Zeilen weiter – schickt sich diese Form der Fortbewegung nicht mehr. Auch wenn ich meine Mutter ungern kritisiere, hier irrte sie geradezu fundamental. Das Fahrrad bietet eine ökologisch hoch erfreuliche Form der Weiterbewegung. Also günstige Mobilität auch für all jene, die PKWs nicht (mehr) fahren möchten, und dennoch in Bewegung bleiben wollen. Fahrradfahren ist gelenkschonend, stärkt das Herz-Kreislaufsystem und bringt via frische Luft und Bewegung automatisch rote Backen. Nun muss ich meiner Mutter in einer Sache aber doch Recht geben: richtig alte Menschen wirkten auf Fahrrädern früher eher unglücklich. Was zu einem Gutteil darin begründet lag, dass es keine altengerechten Fahrräder gab.

Dieser Tage spazierte ich an zwei Fahrradgeschäften vorbei, und siehe: die Dinge haben sich nachhaltig geändert: die Mehrzahl der ausgestellten Neufahrzeuge waren solche mit extratiefem Einstieg: bequem auch für diejenigen nutzbar, die ihre Knie nicht mehr ganz so hoch bekommen und/oder vor ausladenden Bewegungen Furcht verspüren. Also die Fahrradproduzenten haben verstanden, dass ihre Zukunft weniger in Kinder- oder Rennrädern liegt, sondern dass das wachsende Segment nun  jenes der „Bequemräder“ ist. Jetzt braucht man dies Angebot nur weise zu nutzen!