Eine weitere Bastion des Mythos vom nur noch „defizitären Alter“ ist gefallen! Auch alte Gehirne sind in der Lage, ihre kognitiven Leistungen zu verbessern. Bislang hiess es immer, dass man mit verschiedenen Arten des „Gehirn-Joggings“ bestenfalls spezielle Anforderungen wie z. B. Kreuzworträtselraten verbessern könne.  Diese Mär ist wohl zu einem guten Teil ein Vorurteilsprodukt (s. defizitäres Alter). Zum anderen waren die wissenschaftlichen Studien zum Thema bislang nicht in die Forschungstiefe (umfangreiche Aufgaben) und -Breite  (Probandenzahl und Zeitintensität) gegangen, die nun die „Cogito-Studie“ des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung für sich reklamieren darf. Die Forschungsteilnehmer mussten Aufgaben aus zwölf  kognitive Feldern bearbeiten.  Wahrnehmungsgeschwindigkeit, episodisches und Arbeitsgedächtnis wurden kontinuierlich gefordert. Die Aufgaben beschäftigten  verbales , numerisches und räumliches Denken der Probanten. Entscheidend war wohl auch die Dauer: 100 Tage Training! Und da man auf 100 Teilnehmer zurückgreifen konnte, liessen sich statistische Fragezeichen, die der Tagesform oder Sondereinflüssen geschuldet waren durch die relativ grosse Teilnehmerzahl erkennen und bereinigen. Die wissenschaftliche Erläuterung läuft leider nicht gerade Gefahl übermässig populär zu werden. Eine detailliertere, besser verständliche Darstellung des Settings, kann man hier nachlesen. Entscheidend wird aber sein, wie schnell sich diese Erkenntnis verbreitet und damit die einschägige Vorurteilslandschaft eingeebnet werden kann. Jedenfalls kann keiner mehr behaupten, sich zu bemühen „würde eh nichts bringen„!