Wir wissen, dass jeder Tag uns altern lässt. Aber nicht die Wiederholung des gleichen Tagesablaufs, sondern winzige Änderungen in unserer Zellstruktur erzeugen die physischen und psychischen Veränderungen, die nach einer Weile zu dem erstaunten Ausruf „Mann, ist die alt geworden“ Anlaß geben. Der genetische Ort des Geschehens sind die Abschlußkappen der Chromosomen, Telomere genannt. Mit jeder Zellteilung verkürzen sie sich ein Stückchen. So lange, bis eine verjüngende Zellteilung nicht mehr möglich ist. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass Sport und Bewegung nicht nur gut für das Herz-Kreislaufsystem und die Muskelbildung sind, sondern auch gerade hier den Verkürzungsprozess der Telomere streckt.

Der Stuhl: unser unheimlicher Feind!

Der Stuhl: unser unheimlicher Feind!

Im aktuellen Ärzteblatt wird nun über eine Studie berichtet, die diesem Gedanken ein Fragezeichen anhängt: nicht die Bewegung, sondern das Nicht-Sitzen reicht, um die Telomere besser in Schuß zu halten. Die Studie der Universität Umeá bedarf sicher weiterer Stützung von anderen Forschern, aber die mögliche Erkenntnis, dass nicht zuförderst der Bewegungsmangel das Leben verkürzt, sondern die das Ausmaß der sitzend verbrachten Lebenszeit. Bis das abschliessend geklärt ist, könnte man sich mit dem Gedanken des sparsameren Sitzens befreunden…