Wussten Sie, dass es bereits eine Anti-Aging-Gesellschaft in Deutschland gibt? Ich habe sie heute entdeckt. Sie heisst „German Society of Anti-Aging Medicine e.V.“. Die Ahnung liegt nahe, dass es wohl einen grossen Bruder in den USA geben mag…

Freundlich wird zu Beginn erläutert, dass man gegen die klassischen altersbegleitenden Krankheiten wie Demenz, Osteoporose und Herz-/Kreislaufkrankheiten aufklärend und proaktiv zu Felde ziehen möchte. Soweit so schön. Liest man dann aber, dass zu den sieben Säulen der Anti-Aging-Bewegung auch ästhetische Chirurgie und Hormongaben gehören, wird man – werde jendenfalls ich – misstrauisch. Ein sogleich kostenlos angebotener Schnelltest macht einem – wenn man nicht als Heiliger lebt – sofort deutlich, dass man sich mit seinem Lebensstil im roten Bereich bewegt und sich möglichst sofort zu einem – ach, welch netter Zufall! – durch die Gesellschaft genannten Anti-Aging-Arzt oder -Apotheker begeben möge, um dort eine Tiefen-Anamnese erstellen zu lassen. „Nachtigall, ich hör´Dir trapsen..“ sagt dazu der Berliner. Um es mal ganz schnöde auf den Punkt zu bringen: das Ganze macht den Eindruck als handele es sich um eine Vertriebsplattform all jener, die mit der Angst vor dem Alter Geschäfte zu machen gedenken.
Älter werden wir so oder so. Das kann auch ein massiver Botox-Eingriff nicht verhindern. Daher ist schon der Begriff „Anti-Aging“ dummes Zeug. Auch wenn es auf Englisch – wie die Texte der meisten Pop-Songs – nicht sofort so entwaffnend-dämlich klingt wie auf Deutsch. Ich denke, man findet auch ohne diesen Verein zu konsultieren eine Vielzahl von positiven Anregungen, um achtsam und bewusst das eigene Altern nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern aktiv zu gestalten. Aber nichts geht über das eigene Urteil: Interessierte finden HIER zur GSAAM…und nicht die Werbeeinblendungen am Seitenfuss übersehen!