Kleine Helferlein für das schwindende Erinnerungsvermögen

Kleine Helferlein für das schwindende Erinnerungsvermögen

Hier geht es nicht um Alzheimer, sondern schlicht und einfach darum, dass wir mit zunehmendem Alter feststellen müssen, dass unser Kurzzeitgedächtnis nicht mehr so leistungsfähig ist wie früher. Beispielsweise machen wir die Kellertür auf, steigen abwärts, drehen den Lichtschalter…und fragen uns, was wir hier unten denn eigentlich gewollt haben. Ärgerlich. Ist uns früher zumindest seltener passiert. Aber das ist kein Grund zu höherer Unruhe. Mein Arzt sagte mir, auch ab und zu auftauchende Wortfindungsstörungen wären kein dramatisches Zeichen in Richtung Alzheimer oder Demenz. Nur wenn ich einen Löffel in der Hand halte und mich fragen müsste, was ich damit denn anfangen könnte, ist Gefahr im Verzug! Wenn also die Muskel, Gelenke und Hautopberfläche schwächer werden, erstaunt es nicht, dass zumindest Teile unseres Gehirns sich diesem Negativtrend anschliessen. Das ist zwar doof, aber tragisch ist etwas anderes. Was kann man tun? Natürlich trainieren, aber das liest man ja an jedem Kiosk. Selbstdisziplin ist heute aber nicht das Thema.

 

Simuliert die schwindende Erinnerungsfähigkeit

                             Hmmm, da war doch was… oder?

 

Es gibt kleine Helferlein, die uns an der einen oder anderen Ecke dabei unterstützen können, Dinge wiederzufinden, die wir mit zunehmender Tendenz verlegen. Brillen, Handys, Schlüssel etc. Nun gibt es eine ganze Reihe von digitalen Zwergen, die wir beispielsweise nur an unserem Schlüsselbund anbringen müssen und schon können wir via Handy nachgucken, wo wir die blöden Schlüssel nun schon wieder verlegt haben. Das finde ich sehr erleichternd. Ganz aktuell ist auf der Internetseite techstage ein Vergleichstest über die verschiedenen Vor- und Nachteile dieser Helferlein nachzulesen. Ähem…wenn es Sie interessiert, schauen Sie lieber gleich mal vorbei – sonst haben Sie es vielleicht wieder vergessen…

Entzündungen als Alterungsbeschleuniger

Entzündungen als Alterungsbeschleuniger

Wir hören laufend etwas zu den Themen Ernährung, Sport, Gewicht oder soziales Umfeld als Faktoren, die auf die Geschwindigkeit des Alterungsprozesses einwirken. Meist tappen wir aber über die Ursachen im zellulären Bereich im Dunkeln. Also die Frage, warum etwas hilfreich oder abträglich für den Alterungsprozess ist. Zum Titelthema gibt es jetzt jetzt eine nicht ganz leichte, aber doch transparenzschaffende Lektüre. Es ist ein Blick in den Laborraum der Wissenschaft, der uns heute noch nicht mit Ableitungen und Tipps versorgen kann, der aber hoffen lässt, dass der Automatismus der sich vermehrenden Entzündungen im alternden Körper in absehbarer gebremst werden könnte. Forscher des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena benennen den Cohesin/Rad21-Komplex als Verstärker für Entzündungssignale in den Blutstammzellen. Diese sind für das Altern des blutbildenden Systems zuständig. Dass den Blutstammzellen eine Schlüsselposition im Alterungsprozess zukommt, scheint klar. Nun wird sich die Forschung auf die Frage verlegen, wie genau der Cohesin-Komplex an/in den Blutstammzellen wirksam wird. Ob und wie dieser Prozess manipulierbar ist, wird die Zukunft zeigen. Vielleicht reichen die Erkennstnisse für Hinweise auf bewusste Verhaltensänderungen, die der Einzelne übernehmen oder übergehen kann. Das gefiele mir besser als medizinische Eingriffe auf dem Weg zum optimierten Homo Sapiens.

Anzünden kann gut gehen – Entzünden kaum.

Brutal gegen das Altern

Brutalismo ist ein Begriff, der Teile der unter dem Faschismus entstandenen Architektur – vor allem in Italien – zusammenfaßt. Mir fiel dieser Begriff ein, als ich in der FAZ einen Artikel über die Bemühungen im Silicon Valley las, dem Alter ans Genick zu gehen. Es klingt nach der gleichen naturwissenschaftlichen Begeisterung, mit der die Kernfusion studiert oder Furunkelmedikamentierung evaluiert wird. Bin ich einfach zu sensibel? Wollen nicht alle/die meisten/viele das Alter und den Tod in weitest möglicher Distanz halten? Dennoch überkam mich ein gewisser Schauer als ich vom Einfrieren jugendlicher Stammzellen las, die im Alter (wo die körpereigenen weniger multifunktional und ohnehin seltener vorkommen) den mehr oder minder hinfälligen Körper wieder mit eigener Jugend verjüngen sollen. So eine Art Eigenblutdoping in neuer Qualität. Damit würde das Altern zu einer Art alternativem Sportwettkampf. Nun, auch die Wahrheit hierzu mag im Auge des Betrachters liegen. Ein anderes im Valley beheimatetes Unternehmen mit dem vielversprechenden Namen Ambrosia bietet älteren Menschen Blutspenden von Jugendlichen und Jungerwachsenen zum Preis einiger tausend Dollar an. Wollen wir das als Anregung aufnehmen? Aber lesen Sie selbst.

Japan – so fern, so nah, so fern

Japan – so fern, so nah, so fern

In Europa spielt Deutschland in der Liga der ältesten Durschnittsbevölkerungen ganz vorne mit. Aber ganz weit weg gibt es ein Land mit durchschnittlich noch älteren Bürgern: Japan! Und Japan geht offensichtlich ganz andere Wege als wir bei der Bewältigung der demografischen Herausforderung. Traditionell ist Japan kein Einwanderungsland. Vielleicht ist es die Insellage, die das Gefühl des „Auf-sich-gestellt-Seins“ in das kulturelle Unterbewußtsein der Japaner eingeprägt hat. Jedenfalls gibt es dort kein Äquivalent zu den Polinnen, Kroatinnen oder Baltinnen, die bei uns in Seniorenwohnheimen oder im privaten Umfeld die Arbeiten verrichten, die Zuwendung geben, die nötig sind. Ohne sie hätte Deutschland ein gewaltiges Problem.

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In Japan wird mit Neugier und Fatalismus an Pflegerobotern geforscht. Viele von ihnen sind bereits im Einsatz. Ein denkbares Vorbild für uns, falls der Zustrom Pflegewilliger aus den Nachbarländern nicht anhalten sollte? Ob in persönlichen Gesprächen oder bei der Lektüre von Pflegeheimprospekten: wir sind (noch) sehr weit davon entfernt, Roboter als ernsthafte Lösungsoption für die Ressourcenkrise im Pflegebereich in Betracht zu ziehen. Ich vermute, dass dies auch mit einer unterschiedlichen Ausbildung des Schamgefühls bei Japanern und Mitteleuropäern zu tun hat. Der Gedanke, einen notwendigen Windelwechsel von einem Roboter erledigen zu lassen, erscheint uns so fremd wie den Japanern die Idee, diese heikle Aufgabe einem Menschen zu überlassen, der nicht einmal die eigene Sprache beherrscht. Der Roboter, die Maschine, ist dem einen ein Graus, dem anderen ein Segen. Erstaunlich, was für unterschiedliche Antworten verschiedene Kulturen auch noch in der Moderne auf existentielle Anforderungen des Menschen entwickeln!

Rollator – ganzseitig beworben

Anfang 2008 wurde an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Tchibo sich mit einem ganzen Fenster der „Grundausstattung“ des vierten Lebensabschnittes gewidmet hatte. Nun zieht Aldi nach: zumindest bei Aldi-Nord wird es in der kommenden Woche Rollatoren, Duschhocker, Badewannensitze, orthopädische Drehkissen und Gehstöcke bzw. Greifarme zu Preisen geben, die den florierenden Fachhändlern das Wasser in die Augen treiben dürfte,. Tja, die Altersausstattungsnische scheint den Pflege- und Vitalhäusern genommen zu sein. Denn die Discounter-Komnkurrenz wird mit Sicherheit nachziehen. Aber, liebe Fachgeschäfte: Sie agieren in einem wachsenden Markt. Nur zwingt der Preiskampf jetzt zu weitergehenden Überlegungen hinsichtlich der Kundenorientierung. Was können Sie, was die Discounter nicht könen? Ich denk, das ist nach wie vor eine ganze Menge. Sorgen braucht man sich also nicht zu machen, auch wenn das hohe Alter mit seinen Einschränkungen nun offiziell großdiscounterfähig geworden ist.

Freiheit UND Sicherheit

Wenn ich im Kreis meiner Familie, aber auch bei den Eltern von Freunden und Freundinnen die Debatte um die richtige Wahl des vermutlich letzten Wohnortes zusammenfasse, dann geht es genau um diese (scheinbaren) Antipoden: Freiheit und Sicherheit. Auch von den mir bekannten Witwern und Witwen möchten die wenigsten vorzeitig die Freiheit des alten und bekannten Wohnsitzes aufgeben, um der Sicherheit in einem neuen Alten- oder Pflegeheim teilhaftig zu werden. Nein, die Waagschale neigt sich stets auf die Seite der Freiheit. „Meine Wonung“, „mein Umfeld“, „mein Garten“, „meine Nachbarn“…Das Bekannte und Gewohnte bildet die entscheidenden  Kriterien aus, die zu einem Festhalten um fast jeden Preis am angestammten Wohnsitz führen. Nur Unzufriedenheit mit baulichen Änderungen, Wegzug von verlässlichen Nachbarn oder Ausfälle im weiteren sozialen Netz – zum Beispiel der arbeitsbedingte Wegzug von Kindern – kann zu einer nicht aus der Not geborenen Entscheidung für einen Umzug in – im weitesten Sinne – eine Art betreuten Wohnens führen.

In der Regel pendelt die Waagschale erst dann weg von der Feiheit und hin zur Sicherheit, wenn existentielle Ängste einsetzen: „ich schaff´es nicht zur Toilette“, „und wenn ich nicht mehr aus dem Bett komme?“, „sollte ich hinfallen, komme ich wohl nicht mehr alleine hoch“. Und die so aus solcher Not geborenen Entscheidungen für das Verlassen des vertrauten Heims führen verständlicher Weise nicht gerade zur Vorfreude auf die neuen vier Wände.

Mittlerweile scheinen aber auf technischem Gebiet so zuverlässige Melde- und Notknopfysteme entwickelt worden zu sein, dass der Abschied aus den vertrauten Räumlichkeiten durchaus noch aufgeschoben werden kann. Eine gute Übersicht über ein beispielhaftes Leistungsspektrum aus diesem Bereich kann man sich hier einmal ansehen. Die Kosten dafür sind in jedem Fall deutlich niedriger als das Wohnen in einer wie auch immer ausgestatteten Einrichtung. Dass nun sogar die Pflegekassen diese Kosten übernehmen, sehe ich durchaus als Beleg für die Verläßlichkeit solcher Meldesysteme. Also im Zeifel erst einmal Freit UND Sicherheit wählen!

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