Wir hören laufend etwas zu den Themen Ernährung, Sport, Gewicht oder soziales Umfeld als Faktoren, die auf die Geschwindigkeit des Alterungsprozesses einwirken. Meist tappen wir aber über die Ursachen im zellulären Bereich im Dunkeln. Also die Frage, warum etwas hilfreich oder abträglich für den Alterungsprozess ist. Zum Titelthema gibt es jetzt jetzt eine nicht ganz leichte, aber doch transparenzschaffende Lektüre. Es ist ein Blick in den Laborraum der Wissenschaft, der uns heute noch nicht mit Ableitungen und Tipps versorgen kann, der aber hoffen lässt, dass der Automatismus der sich vermehrenden Entzündungen im alternden Körper in absehbarer gebremst werden könnte. Forscher des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena benennen den Cohesin/Rad21-Komplex als Verstärker für Entzündungssignale in den Blutstammzellen. Diese sind für das Altern des blutbildenden Systems zuständig. Dass den Blutstammzellen eine Schlüsselposition im Alterungsprozess zukommt, scheint klar. Nun wird sich die Forschung auf die Frage verlegen, wie genau der Cohesin-Komplex an/in den Blutstammzellen wirksam wird. Ob und wie dieser Prozess manipulierbar ist, wird die Zukunft zeigen. Vielleicht reichen die Erkennstnisse für Hinweise auf bewusste Verhaltensänderungen, die der Einzelne übernehmen oder übergehen kann. Das gefiele mir besser als medizinische Eingriffe auf dem Weg zum optimierten Homo Sapiens.