Seniorentage – immer hipper!

Seniorentage sind auch nicht mehr das was sie mal waren. Schaut man in das Programm des 9. Deutschen Seniorentages, so stoesst man auf ein unglaublich reichhaltiges Ausstellerprogramm (über 200) und auf eine offensichtlich um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe buhlende Politikerschaft. Die Kanzlerin selber hat die Schirmherrschaft übernommen und wird eine Rede halten. Mit Muff und Staub hat das alles nichts mehr zu tun. Mehr mit der Konsumkraft der hier auch offiziell als „50+“getauften Zielgruppe. Neben Institutionen wie DGB-Reisen, dem AWO-Bundesverband oder der Deutschen Parkinson Vereinigung gibt es illustre Firmennamen, die man auf den ersten Blick nicht mit dieser Zielgruppe zusammen sehen würde: Nintendo Deutschland, AXA oder Düsseldorfer Versicherung oder Lidl-Dienstleistung. Natürlich sind Altersheime, Wohnprojekte undandere übliche Verdächtige auch vor Ort. Aber eben nicht nur. Es macht den Eindruck, als würde sich der Besuch wirklich lohnen. 8.-10 Juni in Leipzig.

Ein Kessel Buntes

Ein Kessel Buntes

Glücksfall Altern

Glücksfall Alter – so nennen Peter Gross und Karin Fagetti ihr 2008 im Herder Verlag erschienenes Buch. In 15 Kapiteln versammeln sie teilweise provokante, in jedem Falle diskussionswürdige Ideen rund ums „neue Altern“.

Man muss nicht ihrer Meinung sein, dass Alzheimer eine positive Möglichkeit des Sich-Verabschiedens aus dieser Welt ist, man braucht auch nicht mit ihren Geschmackshinweisen zu altersgemäßem Kleidungs- und Auftrittstil konform zu gehen (ich tue es jedenfalls nicht), trotzdem wird man das Buch bereichert aus der Hand legen. Denn es macht Mut. Mut, das Alter – gerade unter den herrschenden demografischen Entwicklungen – als zu entdeckendes Neuland zu betrachten, nicht als eingegrauten Hinterhof des Lebens. So war und ist es leider häufig auch heute noch die Regel.

Auch das Thema Alters-WG erfährt eine neue, lohnende Betrachtungsweise. Manches, wie die Gedanken zu Liebe und Erotik oder der Verriß von Reiners wunderbarem Altenfilm „Das Beste kommt zum Schluß“, fällt mir zu moralinsauer aus, aber es ist immerhin nie langweilig. Überflüssig erscheinen mir die kurzen Kapitetelzusammenfassungen, die einem auf den Gedanken bringen, die Autoren würden ihren Lesern nicht all zu viel zutrauen. Aber vielleicht hat hier auch die lektorierende Hand des Verlages zugeschlagen. Den Verlag hatte ich per Mail um ein Rezensionsexemplar gebeten. Elektronische Antwort – „wir kümmern uns sofort“ – kam sogleich; eine menschliche Antwort aber erst nach dem zweiten Nachfragen und dem Vorschlag den Emailresponder doch besser abzuschaffen, da eh nichts passiert. Die Antwort: „Rezensionsexemplare für Weblogs gibt´s bei uns nicht“. Vielleicht sollte der Herder Verlag doch noch etwas an seinem Verständnis der digitalen Moderne arbeiten…

Weg mit der Selbstblockade!

Die Online-Ausgabe der Tagesschau beschäftigt sich heute mit lebenslangem Lernen. Der Bremer Bildungsforscher Christian Roßnagel macht im Interview deutlich, dass 60-Jährige im Prinzip genau so lernen wie 25-Jährige. Statistisch betrachtet. Individuelle Unterschiede gibt  es natürlich immer. Das einzige Handicap, mit dem die Jüngeren nicht zu kämpfen haben, ist das Selbstbewußtsein: die Älteren haben immer noch an der Botschaft zu knabbern, die man ihnen in der Jugend eingeflüstert hat: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Ganz schnell vergessen! Der einzige Lernwiderstand ist der im eigenen Kopf! Details kann man hier nachlesen.

Hält die Kunst beweglich?

Am Wchenende gaben Tina Turner (69) und Udo Jürgens (74) umjubelte Konzerte in Hamburg. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, dass Menschen, die eindetig dem Rentenalter zugehören, auf den Bühnen generationsübergreifenden Applaus bekommen. Und nicht nur im Bereich der sogenannten E-Musik, wo schon lange die Ansicht herrschte, dass ein Dirigent mit den Jahren nur immer besser wird. Man erinnere sich nur an Karajan, Solti oder Celibidache. Bei den U-Musikern stellt sich die Frage, ob sie das Geld der frühen Erfolgsjahre ausgegeben haben und deshalb noch mal zurück in den Circus müssen oder ob ihnen einfach die Decke aufden Kopf fällt und sieder Droge Publikum bedürftig sind. Zumindest die beiden oben Gennanten haben so furiose Kritiken eingefahren, dass ich mir denke: für Geld allein tut man das nicht. Hier sind Überzeugungstäter am Werk. Wie schön, dass man sie auch im höhren Alter immer häufiger antreffen kann!

Nun auch für´s Ohr

Nun auch für´s Ohr

Bei aller Bescheidenehit: ein bißchen Eigenwerbung sollte erlaubt sein. Seit ein paar Wochen können Sie unser Buch auch hören. Angenehm vorgetragen füllt die knapp 2,5 Stunden dauernde CD die Zug- oder Autofahrt von z.B. München nach Würburg. Der Verlag hat also den Trend zum Hörbuch mitgemacht. Jetzt hat man eine Konsummöglichkeit mehr. Das ist zu begrüßen! Gerade auch für die, die die analoge Fassung mehr als Augenpulver denn als Lektüremöglichkeit sehen.

Wer hier klickt, kommt zur Verlagsseite, auf der man schon einmal ins Vorwort hineinhören kann. Viel Spaß!