Fehlende soziale Aktivität scheint Alzheimer zu befördern

Fehlende soziale Aktivität scheint Alzheimer zu befördern

 

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Im Online-Magazin heilpraxis wird von einer Studie aus USA berichtet, die die Verbindung von sozialer Aktivität und Alzheimer in den Fokus genommen hat. 217 Frauen und Männer zwischen 63 und 89 Jahren wurden am Brigham and Women’s Hospital in Boston  untersucht. Gemeinsam war ihnen ein relativ hohes Aufkomen von Amyloid-β-Proteinen im Gehirn. Diese gelten in der Fachwelt als Frühindikatoren für anrollenden Alzheimer. Sie verlangsamen die Kommunikation zwischen den Neuronen, da sie sich als eine Art Plague zwischen sie legen. Alle Teilnehmer wurden zu ihrer (analogen) Kommunikationsintensität befragt. Bindung im Familien- und Freundeskreis zählen hier genauso dazu wie aktives Engagement zu Gunsten anderer, also die Beschäftigung mit (ehrenamtlichen) Aufgaben mit hoher sozialer Intensität. Die kognitiven Leistungen der Teilnehmer wurden zu Beginn der Studie und drei Jahre später aufgenommen und verglichen. Der kognitive Leistungsabfall bei den sozial weniger aktiven Teilnehmern war erkannbar grösser als bei denen, die in einem sozial aktiven Umfeld lebten. Nun ist eine Statistik nicht gleich ein felsenfester Beweis, da Rahmenbedingungen und Ausschlüsse von Teilnehmern das Ergebnis womöglich verzerren. Auch ist die Zahl von 217 Teilnehmern nicht so, dass man von Respräsentativität sprechen könnte. Aber ein kritischer Blick auf die Dichte und Intensität des eigenen sozialen Netztes ist bestimmt nicht verkehrt. Gespräche und Auseinandersetzungen sind wie Terminvereinbarungen und Besuche per se anstrengend.Dass Anstrengung zur Übung gehört ist eine Binse. Und das Gehirn funkltioniert wie ein Muskel: Training hilft. Kein Training führt zu nachlassenden Leistungen. Tja, wen wollten wir doch gleich mal wieder anrufen?

12,5 Jahre altern-für-anfänger.de – da kann man auch mal „Prosit“ sagen!

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Anstossen!

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Im Januar 2007 kam das Buch “Altern für Anfänger. Babyboomers Reifeprüfung“ auf den Markt.

Der Pendo-Verlag nannte es: Eine höchst vergnügliche Anleitung für das „Abenteuer Altern“. Die Autoren Getschmann/Scheer rückten dem unvermeidlichen Altern mit Humor und einem kategorienübergreifenden Kompetenzansatz zu Leibe. Klug zu altern beinhaltet für sie mehr als Sport, Ernährung und mentale Fitness.

Da auf knappen Seiten nicht alles gesagt werden konnte, was zum Altern gehört, und Leben und Altern weiter fortschreiten, gründeten die Autoren den gleichnamigen Weblog Altern-für-Anfänger.de. Diesen beliefert Dirk Getschmann seit nunmehr zwölfeinhalb Jahren mit Erträgen der wissenschaftlichen Forschung aus geriatrischen oder demographischen Quellen sowie mit persönlichen Beobachtungen, Lektürehinweisen und Studien. Ein Kessel Buntes rund um das Generalthema „Was kann ich für mein gelingendes Altern tun?“

Man kann mit den Blogeinträgen durch die Jahre zurückreisen und nachvollziehen, wie sich der Zeitgeist zum Thema „Altern“ seit 2007 geändert hat. Die Alterskohorte der Babyboomer stand mit ihren älteren Jahrgängen noch vor der Rente. Jetzt hat ein gutes Drittel dieser geburtenstarken Jahrgänge den Übergang in den (ehemals) dritten Lebensabschnitt „geschafft“. In diesen Jahren rückte die Generation der Silberrücken für viele Unternehmen in den Fokus ihrer Werbe- und Marketingbemühungen: Die ersten Modemodels jenseits der 60 wurden gesichtet. Tchibo und Aldi brachten zum ersten Mal Senioren-Hilfsmittel in ihre Wochenangebote. Die Unterteilung des Lebens in drei Abschnitte (Kindheit/Jugend, Arbeitsleben und Rentenalter) wurde nach und nach durch eine Vierergliederung abgelöst: das Rentenalter teilte sich in ein frühes und ein spätes Alter. Auch dies blieb nicht ohne Folgen für die Produkt- und Warenwelt, zumal die Babyboomer-Generation wohl die mit Abstand wohlhabendste Rentengeneration in diesem Land ist und aller Wahrscheinlichkeit nach auch bleiben wird. Denn einen rentensichernden Turnaround unserer demographischen Kurve kann eigentlich niemand mehr erwarten.  Also werden die Alten immer mehr und die Jungen immer machtloser. „Seniorenreisen“ sieht man immer seltener beworben, weil sich die reisefreudigen Alten des dritten Lebensabschnittes immer weniger als „Senioren“ sehen, ja diesen Begriff lieber den Alten des vierten Abschnitts zuschieben.

Der Fortgang unseres kollektiven Alterungsprozesses wird in all seiner Vielschichtigkeit auf Altern-für-Anfänger.de auch weiterhin beobachtbar bleiben. Dazu meint der Weblogger Dirk Getschmann: „Das Alter ist ein Kontinent. Ihn zu bereisen, zu beobachten und zu kommentieren, werde ich wohl erst müde, wenn ich selbst an seinem anderen Ende angekommen bin.“

Alterssex wird zum Wissenschaftsthema

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Es liegt in der Natur – oft auch des Alters.  Image by PublicDomainPictures from Pixabay

 

Was Oma und Oma im Bett so machen, gehört zu den letzten verbliebenen Tabuthemen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil die meisten auf diese nie gestellte Antwort mit „gar nichts“ antworten würden. Hier kann man mal wieder sehen, wohin Kenntnislosigkeit führt. An der Berliner Humboldt-Universität hat man sich desThemas angenommen und Erfreuliches festgestellt: Auch alte Menschen sind denkbar unterschiedlich veranlagt. Rund zwei Drittel der 60 bis 80-Jährigen sind sexuell weniger interessiert und aktiv als der Durchschnitt der 20- und 30-Jährigen. Jedoch gibt das restliche Drittel höhere Aktivitäten zu Protokoll als der Durschnitt der Spätjugendlichen. Weitere Forschungen sollen nun klären, in wieweit das späte Sexualleben die Lebensqualität und vielleicht auch -quantität beeinflusst. Wir dürfen gespannt bleiben.

Forschung im stillen Winkel?

Forschung im stillen Winkel?

Auf den ersten Blick sollte man doch denken, dass relativ unbekannte Forschungsinstitutionen sich mit eher randständigen Themen beschäftigen. Schwerionen, Versicherungsmathematik, Bergblumen und dergleichen. Die bekannten dagegen – wie zum Beispiel das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum – kennt man, weil die Presse sie mit einer intensiven Berichterstattung würdigt (Gerstl in der Erdumlaufbahn). Aber wußten Sie, daß es ein Deutsches Zentrum für Altersfragen gibt? Und das schon seit ein paar Jahrzehnten. Ich bin durch Zufall darüber gestolpert. Vielleicht liegt die relative Verborgenheit daran, dass die Politikberatung nicht nur einen von drei Arbeitsschwerpunkten stellt, sondernden womöglich den wichtigsten?

Fotoausschnitt vom Internetauftritt des DZA

 

Daneben geht es dem Zentrum noch um soziologische und demographische Forschung rund um das Alter und um Informationsdienste. Na ja, es gibt eine umfangreiche Bibliothek zum Thema Alter, aber ausleihen darf man sich dort nichts; aber immerhin darf man vor Ort in Berlin Kopien machen. Vielleicht ist der angebotene Newsletter ein Mittel, um sich ein etwas klareres Bild über die Arbeit, vielleicht sogar die Verdienste dieser Forschungsinstitution (im vermeintlichen Dornröschenschlaf) zu machen. Probieren Sie es doch einfach mal hier aus. Vielleicht kommt diese stille Forschungseinrichtung doch noch mal ganz groß raus. Denn vom Thema her könnte, ja müsste das Deutsche Zentrum für Altersforschung doch wöchentlich in den Nachrichten von sich reden machen. Mit wachsender Tendenz.

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