Dunkelheit des Winters

Dunkelheit des Winters

Wenn man nicht gerade in Freiburg im Breisgau lebt, braucht es schon viel Phantasie, um das, was uns draussen umgibt, als „Frühling“ zu titulieren. Dennoch bin ich erleichtert, dass die Tage wieder früher anfangen und abends der Zeitpunkt des Lichteinschaltens später und später eintritt. Es scheint mir eine interessante Frage zu sein, ob der ältere Mensch mehr Vitamin D braucht und deshalb das Ende der dunklen Jahreszeit frenetischer herbeisehnt als jüngere Leute? Oder welche Alternativursachen benennbar sind? Sicherlich habe ich keinen repräsentativen Zugriff auf die sich mit dem Alter wandelnde Leidensfähigkeit hinsichtlich der winterlichen Dunkelheit, aber sowohl Selbstbetrachtung wie Gespräche im Umfeld bestätigen die Grundthese: zunehmendes Alter führt zu wachender Abneigung gegen die Winterdunkelheit!

Noch winterlich, aber immerhin zu sehen: Die Sonne!

Vorsätze

Neues Jahr – neue Vorsätze. Welch alter Hut! Der Forschung nach wird der Großteil aller Vorsätze bereits innerhalb der ersten zwei Wochen des neuen Jahres gebrochen. Wer weiß, auf welcher Datenbasis solche Theorien gedeihen? Aber das Scheitern kann man im privaten Umfeld doch oft beobachten. Wobei Ältere – meiner Wahrnehmung nach – das neue Jahr seltener zu Kampfansagen gegen sich selber nutzen als Jüngere. Das Ganze hat mit dem Thema „Altern“ auch nur wenig zu tun. Aber die Ratgeberbranche  und einschlägige Zeitschriften kommen in diesen Tagen besonders gern mit Tips daher, was man mehr oder weniger tun sollte, um glücklich zu altern. Dabei geht es ja um das Komplexeste überhaupt: unser Leben! Die Annahme, einzelne Änderungen in unserem Verhaltensrepertoire könnten Lebenszeit und -qualität steigern, scheint mir zeimlich…na sagen wir „engstirnig“ zu sein. Natürlich schadet es nicht, seine sozialen Beziehungen zu pflegen oder mehr Sport zu machen oder bewußter zu essen usw. Aber die letzte Zigarette oder das „letzte Glas im Stehen“ sind keine Kippschalter, mit denen das Leben in Richtung länger und besser gepuscht wird. Wer meint, mehr vom späten Leben haben zu wollen, muss sich auf einen immer wieder neu aufflackernden Vielfrontenkrieg gegen Gewohnheiten, Faulheit und Desinteresse einstellen. Ohne Prinzipienreiterei. Dann kann das Ganze durchaus Spaß machen – und auch erfolgreich werden. „Kann“ wohlgemerkt.