Vorsorge – aber einfach!

Vorsorge – aber einfach!

Es ist keine Frage der Leidenschaft, ob man sich mit den letzten Dingen beschäftigt. Eher eine Frage der Selbstbestimmung und der Entlastung von Angehörigen in schweren Zeiten. Hierfür gibt  es zwei zentrale Dokumente: Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

Patientenverfügung
Die Patientenverfügung ist vor allem für Ältere wichtig. Mit diesem Dokument können wir festlegen, ob und wie wir medizinisch und pflegerisch behandelt werden möchten. Auch die Frage, ob wir wirklich um jeden Preis am Leben gehalten werden wollen oder zum Beispiel per Sonde ernährt werden möchten, können, nein: sollten wir hier festlegen. Es geht um unsere Selbstbestimmung. Die Patientenverfügung wird nur verwendet, wenn man nicht mehr ansprechbar ist, weil man zum Beispiel im Koma liegt. Die Patientenverfügung ist für die behandelnden Ärzte verpflichtend.

Vorsorgevollmacht
Die Vorsorgevollmacht ist eine ideale Ergänzung zur Patientenverfügung. Denn es durchaus zu einer Situation kommen, die man in seiner Patientenverfügung nicht berücksichtigt hat. In einem solchen Fall muss jemand anderes gemäß unserem mutmaßlichen Willen über die Behandlung entscheiden.
Hier kommt die Vorsorgevollmacht zum Einsatz, mit der wir eine Vertrauensperson bzw. einen gesetzlichen Vertreter bestimmen können. Diese Person darf dann nicht nur über unsere Gesundheitssorge entscheiden, sondern auch über Vermögensverwaltung, Aufenthalts- und Wohnungsangelegenheiten, Post- und Fernmeldeverkehr. Obendrein werden wir vor Behörden und Gerichten von unserer Vertrauensperson vertreten.
Natürlich kann man sich die Dokumente an allen Ecken und Enden im Internet herunterladen oder auch analog in Papierversion umsonst oder gegen kleines Geld besorgen. Aber wie es mit Formularen so ist: nach ein paar Minuten kommt man meist an seine Grenzen und legt die Sache erst einmal wieder aus der Hand. Oft endgültig. Das sollte nicht sein, aber diese Erkenntnis kommt oft zu spät.

Dokumente

Bild von Free-Photos auf Pixabay

Dabei es geht auch einfacher: Unter dieser Internetadresse bekommt man ebenfalls die Formulare. Aber noch mehr: man kann dort gleich online seine Wünsche eingeben und wird bei auftauchenden Fragen sofort unterstützt. In Summe scheinen mir die folgenden drei Gesichtspunkte den entscheidenden Unterschied zu machen:

1) Die Erstellung ist kostenlos (nur Extraleistungen sind zahlungspflichtig)

2) der Service wurde in enger Zusammenarbeit mit Ärzten und Rechtsanwälten entwickelt

3) die Erstellung der Vorsorgedokumente gelingt wirklich einfach. Man muss nur verschiedene Fragen beantworten und am Ende erstellt ein „intelligenter Assistent“ auf Basis der gegebenen Antworten maßgeschneiderte Vorsorgedokumente.

Besonders praktisch: Komplexe medizinische Fragen werden anschaulich per kurzen Videos erklärt. Man braucht also im Regelfall nicht einmal seinen Arzt zu konsultieren.
Schöne neue Internetwelt? Einfach ausprobieren und eigenes Urteil bilden.

 

Interdisziplinäre Forschung zum Altern

Interdisziplinäre Forschung zum Altern

Altern ist noch immer mit vielen Fragezeichen versehen

Ein Blick und viele Fragen                 Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Wir kennen das: jede Fakultät hat ein paar nette oder auch wertvolle Tips zur Hand, wie man mit dem Altern besser fertig werden kann. Sozialbeziehungen, gesundes Essen, Bewegung. Tausenmal gehört – na ja, manches wird ja auch berücksichtigt. Aber oft genug greifen die verschiedenen Tips nicht ineinander, sondern stehen sich gegenseitig im Weg. Denken Sie nur an den Besuch von zwei Fachärzten. Im Alter  wird dieser selten ohne neue Medikamentierungstips vonstatten gehen. Aber ob diese Medikamente tatsächlich friktionsfrei miteinander kombinierbar sind? Im glücklichen Fall wird sich die Apothekerin der Sache annehmen – wenn man sie darum bittet. Aber oft genug – auch immer noch in Seniorenheimen – wird alles geschluckt.: oft werden dadurch aus zwei Problemstellen drei. Die Medikamene lösen im unbedachten Miteinander Streß im ohnehin geschwächten Immunsystem aus. Die Akteure im Forschungsfeld Altern sprechen bislang auch nur selten miteinander. Interdisziplinarität ist eine schwierige Sache. Jeder muss was von seinem Kuchen abgeben und sich mit Neuem beschäftigen. Dabei ist nun gerade das Altern – nicht nur der körperliche Alterungsprozess – ein Feld für viele Fakultäten. In Hallean der Saale  hat man dies nun auch für sich entdeckt. Dort wurde das Interdisziplinäre Zentrum für Altern (Halle) – IZAH – gegründet. Die Medizin scheint zwar – nach der Zahl der Beteiligten zu urteilen – die Oberhand zu behalten. Aber eine ganze Reihe ander Fakultäten ist tatsächlich auch beteiligt. Von großen Erkenntniserfolgen ist noch nichts zu lesen, aber das mag ja noch kommen. Das Altern gibt allemal genügend Rätsel auf, um interdisziplinären Forschergruppen genügend Material an die Hand zu geben.

Von Nürnberg nach Den Haag und weiter

Von Nürnberg nach Den Haag und weiter

Die Isolation, die das Corona-Virus von uns verlangt, gibt uns auf der anderen Seite mehr Zeit zum Lesen. Denn viel anderes ist ja leider nicht möglich. Die im Interview mit Nadia Khomami entstandene Autobiographie des nun 100jährigen Benjamin Ferencz ist an einem langen Abend durchgelesen – und bleibt doch viel länger in Kopf und Seele. Ein kleingewachsener Junge, den seine Eltern aus Transsylvanien (damals in Ungarn, gibt es heute nur noch als Landschaft) in die New Yorker Bronx brachten, ist ihr Held. In der von Millionen geteilten Hoffnung, dort in den USA ein besseres Leben begründen zu können,schiffte sich die Familie mit quasi nichts gen Westen ein. So beginnt dies spektakuläre Leben. Mit Glück und Fleiß schafft es der kleine Bejamin, sich die neue Sprache zügig anzueigenen, auf eine gute Schule zu kommen und mit Hilfe von Emphehlungen schliesslich in Harvard Jura zu studieren. Im zweiten Weltkrieg sichert er als Soldat der US Army Beweise, um die Untaten von SS und Wehrmacht später gerichtlich aufarbeiten zu können. Als Staatsanwalt prägt er die Nürnberger Prozesse in ganz entscheidendem Maße mit.

Sag immer Deine Wahrheit

Was mich 100 Jahre Leben gelehrt haben

Dem Recht verpflichtet, stellt er seine Energie und sein Ansehen später in den Dienst der Idee eines transnationalen Gerichtshofs. Dieser soll auf der Erfahrungsbasis der Nürnberger Prozesse allen Diktatoren, Menschenverächtern und Tyrannen ein billiges Davonkommen verunmöglichen. Der internationale Gerichtshof in Den Haag wurde zwar bereits 1945 gegründet, war aber bis in die 90er Jahre hinein ein zahnloser Tiger, dessen Arbeit rein moralischer Natur blieb. Bis Benjamin Ferencz sich auch hier mit seiner eisernen Disziplin und seinem Willen durchsetzte. Dazwischen liegt ein unglaubliches Leben. Mehr verrate ich nicht. Oder doch: den Sportadepten sei gesagt, dass Ferencz seit einigen Jahren jeden Morgen nur noch 75 Liegestütze macht und nicht mehr die 100, die er über Jahrzehnte zuvor ableistete. Aber das ist wirklich nur eine Randnotiz, denn es handelt sich wahrlich nicht um einen konventionellen „Altersratgeber“. ich wünsche tiefe Einsichten bei der Lektüre!

Alltagsassistenz gefragt?

Alltagsassistenz gefragt?

Alltags- und Senioren-ASSISTENZ benötigt? Sie brauchen professionelle Unterstützung beim Schriftverkehr, Behördengängen etc.?
Sie wohnen im Westen Hamburgs? – dann kontaktieren Sie mich unter: getschmann@gmx.net oder linkworker@women-at-work.org oder rufen Sie mich einfach an: 040 50692137.

Wahlhamburgerin, Organisationstalent, gute Zuhörerin, zuverlässig, pünktlich, mobil und begeisterte Spaziergängerin

Geboren 1960 in Essen, glücklich verheiratet, drei Kinder, hauptberuflich seit vielen Jahren teilzeit in einer Bank tätig (Diplom Ökonomin).

Mein Angebot für Sie

  • Begleitung zu Spaziergängen, Terminen, Einkäufen etc.
  • Unterstützung bei Behördengängen, Pflegeanträgen und -abrechnungen
  • Beratung und Entlastung Angehöriger
  • Hilfe bei der Suche nach geeigneten Pflegern
  • Hilfe im Haushalt und bei der Suche von Dienstleistern wie z.B. Handwerker oder Gartenhilfen
  • Erledigung Ihrer Korrespondenz und alle Büroangelegenheiten wie Versicherungen, etc.

Meine Erfahrungen und Kompetenzen

Ich habe die letzten Jahre meinen Vater unterstützt, der in vieler Hinsicht auf Hilfe angewiesen war. Neben der professionellen Unterstützung im assistierenden (nicht pflegerischen!) Bereich bin ich ehrenamtlich in mehreren Seniorenheimen aktiv.

Form der Beschäftigung

Auf Stundenbasis nach Vereinbarung im Hamburger Westen (und Wedel, Pinneberg)

Die freundliche Assistenz

         Alice Getschmann auf der Elbe

Herzlichst
Alice Getschmann

Altern und Robotik

Corona hat viele, viele Nachteile für unser aller Leben, aber es gibt – wenn man genau hinschaut – auch ein paar Lichtpunkte: so hat man heutzutage die Chance, interessante Konferenzen und Begegnungen in Echtzeit mitzuverfolgen. Früher hätte man hinreisen müssen oder sich mit einem – wenn überhaupt erstellten – späteren Videoprotokoll zufrieden geben müssen. Die Körberstiftung zeigt morgen abend (4.11., 19.00 Uhr) im Livestream eine Diskussion rund um das Thema Altern und Robotik. Sami Haddadi, ein Pionier auf dem Feld der Robotik erprobt im innovativen Geriatronik-Zentrum der Technischen Universität München in Garmisch-Patenkirchen, was Robotik und Künstliche Intelligenz für gutes und selbstbestimmtes Leben im Alter schon heute leisten und morgen leisten könnten. Hier kann man sich einwählen.

Seniorenassistenz – Beruf mit Zukunft?

Seniorenassistenz – Beruf mit Zukunft?

Zwischen dem vollständig selbstbestimmten Leben älterer Mitbürger und Mitbürgerinnen und der Zubilligung der Pflegestufe 1 klafft eine Lücke: körperlich die wesentlichen Dinge noch eigenständig geregelt zu bekommen, bedeutet nicht, alles täglich Notwendige allein handhaben zu können oder zu wollen. Einsamkeit ist ein Befund ohne Antwort im Krankenkassenportfolio. Aber es fehlen nicht nur Ansprechpartner und Zuhörer: Auch Arztbesuche, Briefe an das Finanzamt, Näharbeiten, TV-Sender nachregulieren, Kartoffeln einkaufen und, und, und fallen bei vielen Senioren in die Schublade „Wollen, aber nicht mehr alleine können“. Und wenn nun kein Familienangehöriger parat steht? Wenn auch in der weiteren Nachbarschaft niemand Zeit oder Lust hat, sich zu kümmern? Hier existiert eine – angesichts der Alterung unserer Gesellschaft – wachsende Bedarfslandschaft. Das Plöner Modell versucht diesen Bedarf mit dem neu entwickelten Ausbildungsberuf der Seniorenassistenz zu begegnen. An sechs Standorten in Deutschland wurden bislang über 6.000 Menschen zu Seniorenassistenten und -assistentinnen weitergebildet. Diese in Teil- oder Vollzeit arbeitenden Selbstständigen haben in ihrer Ausbildung das Gespür mitbekommen, was Seniorenassistenz alles bedeuten und umfassen kann.

Logo SeniorenAssistenz

Das Logo des Plöner Modells

Für viele von ihnen ist der Beruf eine Erfüllung, da Selbstbestimmung und Sinn zusammenkommen. Finanziell sind in diesem Bereich keine Riesensprünge zu machen, aber berufliche Erfüllung wird ja auch nicht von jedem auf den Faktor „viel Geld“ reduziert. Unsere föderale Verwaltungslandschaft erschwert allerdings in einigen Bundesländern (vor allem den Stadtstaaten) die finanzielle Unterstützung der Seniorenassistenten durch die Pflegekassen. Hier bleibt die Dienstleistung zwangsläufig den etwas Wohlhabenderen vorbehalten. Denn für fünf Euro pro Stunde, wie es die in Hamburg zuständige Servicestelle Nachbarschaftshilfe vorsieht, mag niemand arbeiten. Ist das sozial? Es geht bei der Seniorenassistenz nicht darum, das Ehrenamt in Frage zu stellen, sondern es nicht zu überfordern! Außerdem unterscheidet sich jemand, der bewusst eine zwölftägige Weiterbildung mitgemacht und aus eigener Tasche bezahlt hat, vom gutwilligen Nachbarn, der mal „ein Stündchen zum Plaudern rüberkommt“. Die Zubilligung von Pflegestufen oder die Behandlung von Altersdepression (stationär oder ambulant) kommt unsere Gesellschaft jedenfalls teurer als Zuschüsse zur präventiven Dienstleistung der Seniorenassistenten. Vielleicht erschließt sich diese Rechnung auch den Finanzabteilungen der Gesundheitssenate in unseren Stadtstaaten? Wer das Plöner Modell genauer kennenlernen möchte, mag sich hier eine Podiumsdiskussion mit der Gründerin Ute Büchmann ansehen, die die honorige Hamburger Körber-Stiftung möglich machte. Die Stiftung hat sich mit dieser Veranstaltung verdient gemacht, der Seniorenassistenz bei möglichen Nutzern und bei möglichen Selbstständigen mit erhöhtem Sinnbedarf für die eigene Arbeit  größeres Gehör verschafft zu haben.

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