Trotz Stress und Skepsis

Trotz Stress und Skepsis

Wir werden immer älter. Die aktuelle Apotheker-Zeitung zeigt neue Zahlen. Die Corona-Delle, die die durchschnittliche Lebenserwartung ein Stück nach unten drückte, ist mehr als ausgeglichen.Das gilt auch für alle über 65 Jahre: Die noch verbleibende Lebenserwartung für einen 65 Jahre alten Mann liegt augenblicklich bei 18,2 Jahren. Eine gleichaltrige Frau hat im Schnitt noch 21,2 Jahre vor sich. Dies entspricht einem durchschnittlich erreichbaren Lebensalter von 86,2 Jahren bei den Frauen und 83,2 Jahren bei den Männern. Die Frage, was diesen Sprung – plus ein Monat für Frauen und plus 2 Monate für Männer im Vergleich zum Vorjahr – veranlasst, bleibt unbeantwortet.

Entspanntes Biertrinken mit Blick aufs Wasser

Ein Baustein für die Langlebigkeit? Bestimmt nich für jeden.

In der ersten Hälfte des zurückliegenden Jahrhunderts wurden die größten Alterszugewinne durch die drastische Verminderung der Kindersterblichkeit erreicht. An diesem Faktor hat sich aber in den vergangenen Jahrzehnten nur noch wenig getan. Womit wir dann wieder beim üblichen Rätselraten wären: mehr Bewegung? Mehr Sozialkontakte? Bewussteres Essen? Oder die gute Mischung aus allem. Das Schöne ist, dass wir als Menschen alle ordentlich unterschiedlich sind. So konnte auch ein Kettenraucher wie Ex-Kanzler Helmut Schmidt fast 97 Jahre alt werden. Vielleicht liegt mehr Weisheit darin, sich um ein subjektiv gutes Leben zu kümmern, als sklavisch den immer wieder neuen Tips zur Lebensverlängerung zu folgen.

Immer nur Sport oder hilft auch Kultur?

Immer nur Sport oder hilft auch Kultur?

Neben dem vernünftigen Essen (was das ist, wird von Fachfrauen und -männern in biblischer Fülle diskutiert und kommuniziert. Aber bei allen Unterschieden ist doch deutlich, dass derjenige, der sich im Rahmen seiner Möglichkeiten um gesunde und frische Kost kümmert, tendenziell eher ein paar Monate oder Jahre mehr auf diesem Planeten verbleibt als das blind schlingende Futtermonster.) ist es der Sport oder die sportlichen Aktivitäten, die uns ein längeres Leben verleihen können. Auch hier ist die Diskussion endlos und die Schwerpunktsetzung unterschiedlich. Obendrei schwankt sie – wie auch bei der Ernährungsfrage – im Lauf der Jahre von einer auf eine zweite und dann auf eine dritte Position. Jeweils natürlich unangreifbar bis neue Erkenntnisse… lassen wir das.

 

Der Ball als Symbol für Sport

Ein Buch der 1000 BücherViele nicken hier andächtig, meinen aber doch, dass „Sport nunmal nichts für sie sei“. Bislang konnte man das nur mit einem „Schade, selber schuld“ quittieren. Nun berichtet ein schweizer Magazin aber von einer Forschergruppe in Großbritannien, die herausgefunden hat, dass die regelmäßige Nutzung von Kultur (Lesen, Theater, Musikhören, Museen besuchen) einen ähnlichen Verjüngungseffekt – oder sagen wir lieber: verlangsamenden Alterungseffekt – zeigt wie sportliche Aktivitäten. Die Leiterin der Studie, Daisy Fancourt vom University College London, fasst zusammen: Die Studie mit 3.500 Menschen zeige, dass Menschen, die häufiger und vielfältiger Kunst- und Kulturaktivitäten nachgingen, «ein langsameres Alterungstempo und ein jüngeres biologisches Alter aufwiesen». Das sei sogar in der DNA der Menschen ersichtlich. Nun werden kritische Geister sofort einschreiten und auf nicht berücksichtigte Rahmenfaktoren verweisen. Aber nein, die Zusammenhänge waren zum einen bei Personen ab 40 Jahren stärker ausgeprägt und blieben auch nach Berücksichtigung von Faktoren, die die Ergebnisse verfälschen könnten, wie Raucherstatus, Bildungsniveau und Einkommen, bestehen. Ist das nicht schön?! Das Theater- oder Musikabo lässt uns genauso langsamer altern wie eine einmalige Sportaktivität pro Woche. Auf den ersten Blick haben die beiden Betätigungsfelder ja nicht viel miteinander gemeinsam. Aber die Forschenden vermuten, dass die Tatsache, das beides hilfreich ist, «daran liegen mag, dass jede Aktivität unterschiedliche ‹Zutaten› enthält, die der Gesundheit zuträglich sind, wie zum Beispiel körperliche, kognitive, emotionale oder soziale Stimulation». Vielleicht könnten wir ja auch beides aktivieren….

Ausführlicher kann man die Studie hier nachlesen.

Digitaler Eifer hilft gegen kognitiven Verfall

Digitaler Eifer hilft gegen kognitiven Verfall

Auf der einen Seite der Altersskala wird immer häufiger über Zugangsverbote zu Handys und sozialen Medien diskutiert. Am anderen Ende der Skala scheint sich der Sachstand nahezu umgekehrt zu entwickeln: Das Fachjournal Nature Human Behaviour kommt bei der Auswertung von 57 Studien mit mehr als 400.000 Teilnehmern zu einem eindeutigen Schluss: die aktive Smartphone- und Internetnutzung kann den kognitiven Abbau ab 50 verlangsamen. Mögliche Nachteile wie Spielsucht oder das Auslagern des Denkens an Suchmaschinen fallen weniger ins Gewicht als die Vorteile. Hier hebt die Forschung drei Aspekte heraus:

Das Erlernen und der Umgang mit neuen Apps fordert das Gehirn – und fördert es damit.

Die sozialen Netze und/oder Videotelefonie macht es Älteren einfacher, nicht in soziale Isolation abzugleiten. Die als schwerwiegender Nachteil für gesundes Altern gesehen wird.

Die Beschäftigung mit den Inhalten des Internets in all seinen möglichen Verästelungen baut eine sogenannte „kognitive Reserve“ auf, die helfen kann, altersbedingte Veränderungen im Gehirn auszugleichen.

Also: Auf nach Digitalien!

Aufruf zur digitalen Aktivität

Lest die Signale!

 

Neues Jahr – neue Stimmung?!

Neues Jahr – neue Stimmung?!

Das neue Jahr ist schon in Sichtweite. Wird es gut?
Man kann ihm mit der routinierten Skepsis des deutschen Mecker-Michels begegnen oder mit der Hands-on-Mentalität des Optimisten. Das ist zwar anstrengender, aber auch erfüllender. In wissenschaftlichen Kreisen mehren sich die Stimmen, die betonen, dass neben Ernährung, Bewegung und sozialen Aktivitäten auch die innere Einstellung zum Alter einen wichtigen Drehknopf darstellt: Je positiver man zum eigenen Alter und der Zukunft steht, desto weniger gesundheitliche Hürden bauen sich auf. Also, die eigene Einstellung zum Alter ist wichtig! Vielleicht haben Sie ja auf Ihrem Zettel mit den Vornahmen für 2026 noch Platz, um auch diesen Aspekt als To-Do zu notieren…

Dunkler Drehknopf

Drehknopf für mehr Power


Ich glaube, 2026 freut sich schon auf unser Engangement! Kommen Sie gut rüber und rein!

Mehrsprachigkeit verlangsamt den Prozess des Alterns

Mehrsprachigkeit verlangsamt den Prozess des Alterns

Endlich mal eine Neuigkeit, die nicht auf diätetischen oder sportbezogenen Empfehlungen beruht!

Eine neue Studie im Fachjournal „Nature Aging“ macht deutlich, dass die Kenntnis von mehreren Sprachen hilft, unser Gehirn jung zu halten. Na ja, langsamer altern zu lassen. Aber: je mehr Sprachen, desto positiver der Effekt! Das Entstehen typischer mentaler Alterskrankheiten wie Demenz wird durch Mehrsprachigkeit ebenfalls hinausgezögert. Grundlage dieser Analyse waren die Gesundheitsdaten von über 86.000 Menschen aus 27 europäischen Ländern. Dabei gilt: Je mehr Sprachen eine Person spricht (das Niveau ist hier nicht entscheidend), desto größer sind die positiven Effekte.

Alte Erkenntnis: Mit fortschreitendem Alter wird die Benutzung des eigenen Körpers immer anstrengender. Bei bedauerlicherweise immer geringerem Leistungsoutput. Das gleiche gilt für den Kopf, oder besser das Gehirn: die Leistungsfähigkeit sinkt.

Aber so wie muskuläre Anstrengungen das körperliche Altern verlangsamen können, sind auch die kognitiven Funktionen durch passendes Training länger auf erfreulichem Niveau zu halten. Die o.g. Studie zeigt, dass die Nutzung einer anderen alles n als der Muttersprache gemeinhin anstrengender ist. Nutzt man sie dennoch, entsteht ein positiver Trainingseffekt. Dabei wird das Gehirn deutlich mehr gefordert als beim Kommunizieren in der ureigenen Sprache. Man muss die Zweit- oder Drittsprache nicht so beherrschen wie die Muttersprache. Sonst wäre der Effekt des „Sich-Mühe-Geben-Müssens“ ja gar nicht vorhanden. Also kein Trainingseffekt. Dies wiederum sollte jede und jeden im fortgeschrittenen Alter in die Selbstbefragung treiben: Warum sollte ich eigentlich nicht anfangen, z.B. Arabisch, Dänisch, Chinesisch oder Flämisch zu lernen?

 

 

Sprachblase, mehrsprachig

Das kann man alles lernen

Bild von ryantbarnettusu auf Pixabay

Um in einer anderen Sprache zu kommunizieren, muss man sich anstrengen, seine Aufmerksamkeit auf den Sprechakt intensivieren. In der Studie wurde das biologische Alter der Probandinnen und Probanden – also der tatsächlichen Zustand von Körper und Gehirn – mit ihrem chronologischen Alter, das auf ihrem Geburtsdatum beruht., verglichen.

Das Ergebnis der Analyse fasst https://science.orf.at  so zusammen: „Personen, die mehrere Sprachen beherrschten, waren kognitiv deutlich „jünger“ und fitter als jene, die nur ihre Muttersprache sprachen.“

Auch wenn Kinder leichter lernen, können sicher auch Erwachsene und ältere Menschen vom Sprachunterricht profitieren. Allerdings reicht es eben nicht, sich ab und zu mit einer Sprachen-App zu beschäftigen. Man muss raus ins richtige Leben und mit anderen Menschen in der anderen Sprache zu kommunizieren versuchen. Nur so kann es zu den Trainingseffekten kommen. Wo die Muskeln schmerzen und die Konzentration zu knistern beginnt, sind Gold und Myrrhe, nein, weitere gute Lebensjahre zu gewinnen.

Und nun? Der Ball liegt bei Ihnen.

Die Sonne und unser Vitamin D-Spiegel

Die Sonne und unser Vitamin D-Spiegel

Man merkt es schon: die Sonne zeigt sich immer sparsamer. Damit werden auch unsere Chancen begrenzt, auf natürliche Weise (Sonnenlicht) Vitamin D aufzunehmen. Oberschlaue Aktivisten neigen nun zum Griff in die Kiste mit den Ernährungszusatzstoffen. Aber hier ist Vorsicht geboten: zu viele Unbekannte lauern in diesem komplexen Versorgungsgebiet. Zuviel Sonne – wir wissen es mittlerweile – kann zu Hautkrebs führen. Zu wenig Sonne, also UV-B-Strahlung, kann zu Vitamin D-Mangel führen. Eine aktuelle Studie, die an der Augusta University im US-Bundesstaat Georgia durchgeführt und im American Journal of Clinical Nutrition publiziert wurde, legt nahe, dass Vitamin D die Telomere, die Schutzkappen der Chromosomen, schützen und so die Alterung verlangsamen könnte. Könnte! Aber jeder hat einen anderen Vitamin D-Spiegel. Einfach im Wintergrau Apothekenware einzuwerfen, hilft nicht, kann sogar schaden. Denn:  Zu viel Vitamin D erhöht die Kalziumkonzentration im Blut. Dann sind die Nieren gefragt. Bei Dauerüberlastung kann es zu Nierensteinen oder gar -schäden kommen.

Tj

Tja: es gibt eine ganze Menge Menschen, die dies Bild sehen und schenkelschlagend feststellen: Mensch, das ist ja Vitamin d. Recht haben sie.

Andererseits gibt es Forschungsergebniss, die zumindest darauf hindeuten, dass eine korrekte Vitamin D-Versorgung  Arthritis oder multiple Sklerose vorbeugen könnte. Könnte. Kurz und gut: Vieles ist in Untersuchung, aber wirklich belastbare Daten gibt es wohl noch nicht.
Und wie sollte man auch tagtäglich sein Vitamin D-Aufkommen überprüfen? Also besser auf alte Erfahrungen zurückgreifen und auch bei Kälte den kleinen Spaziergang (10 Minuten reichen) nicht auslassen. Denn der Himmel kann sich noch so trüb geben, die Vitamin D-Produktion wird von der Sonne auch durch dicke Wolken hindurch animiert. Wer´s noch genauer wissen will, kann das hier tun.

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