Altenheim – aber bitte welches?

Vor einem guten Jahr war hier schon einmal von der erleichterten Suche nach einem geeigneten Heimplatz die Rede, allerdings fokussiert auf Berlin. Nun weiß ich, dass es derartige Unterstützung mittlerweile bundesweit gibt. Gerade wnn man sich bei einem Verwandten, der nicht in der näheren Umgaebung wohnt, Gedanken macht, wie wohl PlanB aussehen könnte. Das heißt, was man machen muesste, wenn der Wunsch der oder des Verwandten in den eigenen vier Wänden zu bleiben, gesundheitlich nicht mehr verantwortbar erscheint. Wie findet man auf die Schnelle ein passendes Heim? Es reicht ja nicht, „Altenheim“ und die Postleitzahl ins Netz zu geben, denn man sieht sich mit den Hochglanzselbstaussagen der Anbieter konfrontiert. Und ist meist so schlau wie zuvor. Eine bundesweite Altersheim Übersicht gibt einem nun wenigstens einige Lösungen, die man nach Größe, Lage und Attraktivitätsindex sondieren kann.  Auch wenn die angebotenen Entfernungen nicht immer stimmen, is es doch ein gutes Remedium gegen die eigene Unkenntnis. Eine auf der Seite integrierte kostenfreie Telefonberatung wird einem bestimmt helfen, den Kreis der Lösungen weiter einzuengen.Und zum Schluß gibt es ja noch die Chance, dass der der oder die Verwandte doch jemanden kennt, der hier oder dort untergebracht ist. Was im Allgemeinen, die Bereitschaft, doch in eine Einrichtung zu ziehen, deutlich erleichtert.

Freiheit UND Sicherheit

Wenn ich im Kreis meiner Familie, aber auch bei den Eltern von Freunden und Freundinnen die Debatte um die richtige Wahl des vermutlich letzten Wohnortes zusammenfasse, dann geht es genau um diese (scheinbaren) Antipoden: Freiheit und Sicherheit. Auch von den mir bekannten Witwern und Witwen möchten die wenigsten vorzeitig die Freiheit des alten und bekannten Wohnsitzes aufgeben, um der Sicherheit in einem neuen Alten- oder Pflegeheim teilhaftig zu werden. Nein, die Waagschale neigt sich stets auf die Seite der Freiheit. „Meine Wonung“, „mein Umfeld“, „mein Garten“, „meine Nachbarn“…Das Bekannte und Gewohnte bildet die entscheidenden  Kriterien aus, die zu einem Festhalten um fast jeden Preis am angestammten Wohnsitz führen. Nur Unzufriedenheit mit baulichen Änderungen, Wegzug von verlässlichen Nachbarn oder Ausfälle im weiteren sozialen Netz – zum Beispiel der arbeitsbedingte Wegzug von Kindern – kann zu einer nicht aus der Not geborenen Entscheidung für einen Umzug in – im weitesten Sinne – eine Art betreuten Wohnens führen.

In der Regel pendelt die Waagschale erst dann weg von der Feiheit und hin zur Sicherheit, wenn existentielle Ängste einsetzen: „ich schaff´es nicht zur Toilette“, „und wenn ich nicht mehr aus dem Bett komme?“, „sollte ich hinfallen, komme ich wohl nicht mehr alleine hoch“. Und die so aus solcher Not geborenen Entscheidungen für das Verlassen des vertrauten Heims führen verständlicher Weise nicht gerade zur Vorfreude auf die neuen vier Wände.

Mittlerweile scheinen aber auf technischem Gebiet so zuverlässige Melde- und Notknopfysteme entwickelt worden zu sein, dass der Abschied aus den vertrauten Räumlichkeiten durchaus noch aufgeschoben werden kann. Eine gute Übersicht über ein beispielhaftes Leistungsspektrum aus diesem Bereich kann man sich hier einmal ansehen. Die Kosten dafür sind in jedem Fall deutlich niedriger als das Wohnen in einer wie auch immer ausgestatteten Einrichtung. Dass nun sogar die Pflegekassen diese Kosten übernehmen, sehe ich durchaus als Beleg für die Verläßlichkeit solcher Meldesysteme. Also im Zeifel erst einmal Freit UND Sicherheit wählen!

Die Zukunft der Altenheime

…kann wohl niemand exakt beschreiben. Dennoch bat mich jüngst die Redaktion von carestyle einen Versuch über das Alten- und Pflegeheim im Jahre 2038 zu wagen.

„Haus Utopos
Bericht aus der Zukunft

Josephine Kendrak fährt mit ihrem Rollstuhl einen Meter vor und dann wieder zurück, vor, zurück. In ihrer rechten Hand hält sie einen elektronischen Abzieher mit dem sie Meter für Meter Teile der Aussenglasfront des Westsalons reinigt. Sie hat Knotendienst.
Es ist ein noch fast spätsommerlich warmer Oktobertag im Jahre 2038. Der Westsalon gehört zum Haus Utopos, einem Alten- und Pflegeheim, das vor gut zehn Jahren auf dem Gelände eines aufgelassenen DB-Depots im Hamburger Westen eröffnet wurde…“
Der Artikel ist in carestyle 9.2008 zu finden.

Aber wen es interessiert, der kann auch hier weiterlesen:haus-utopos