Anläßlich eines Netzwerktreffens sprach ich gestern mit einem etwas älteren Soziologen, der im ländlich-kommunalen Bereich unter anderem für die Kapazitätsplanung von Altenheimen zuständig ist. Er wartete mit der These auf, dass die Sterbetafeln bald wieder korrigiert werden müssten – nach unten! Seiner Ansicht nach ist die statistische Single-Generation der Babyboomer nicht in der Lage, familienähnliche Verbände zu gründen, um der Altersvereinsamung und -depression entgegenzuarbeiten. Traurig und vereinsamt werden sie statistisch früher von dieser Erde scheiden als ihre Vorgänger. Ich halte dagegen unsere Generation – im statistischen Mittel – für schlau genug, um beizeiten aus dem Lebensvorbild der Elterngeneration die nötigen Schlüsse zu ziehen: wo man nicht im Familiekontext älter werden kann, wird man es im Zusammenspiel mit Freunden schaffen müssen. Denn das Bild des Altenheimbewohners wird kaum an Attraktivität gewinnen.