Nein, nein, es geht nicht um Donald Rumsfelds „altes Europa“ von 2003. Die Europäische Union hat mittlerweile selbst erkannt, dass sie immer älter aussieht. Deutschlands demopraphische Probleme zeigen sich in abgeschwächter Form auch in anderen Ländern der Union. Ab dem kommenden Jahr wird die Bevölkerung Europas im erwerbstätgen Alter abnehmen. Jährlich werden zwei Millionen Menschen die Schwelle von 60 Jahre überschreiten.

Um die lokalen Verantwortungsträger darauf vorzubereiten, hat die EU das kommende Jahr 2012 zum „Europäischen Jahr für aktives Altern“ erklärt. Im Zuge einer Medienkampagne soll alle Welt dafür sensibilisiert werden, dass man etwas für gesünderes Altern tun kann. Ein längerer Verbleib im Erwerbsleben steht genau so auf der Agenda wie die Förderung ehrenamtlichen Engagements.

In Deutschland wird angesichts des Fachkräftemangels mit der Kampagne wohl nur an sperrangelweit geöffneten Türen gerüttelt. Hingegen dürfte es spannend werden zu beobachten, wie die Bevölkerung in Ländern mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 20% oder gar 40% auf derartige Sensibilisierungen reagiert. Ein „clash of generations“ scheint mir durchaus denkbar. Frankreich weist momentan eine Rate von 22,8 % Jugendarbeitslosigkeit auf, Italien 27,7 % und Spanien führt mit unglückseligen 45,7% die Liste an. Näheres kann man hier nachlesen.