Neben dem vernünftigen Essen (was das ist, wird von Fachfrauen und -männern in biblischer Fülle diskutiert und kommuniziert. Aber bei allen Unterschieden ist doch deutlich, dass derjenige, der sich im Rahmen seiner Möglichkeiten um gesunde und frische Kost kümmert, tendenziell eher ein paar Monate oder Jahre mehr auf diesem Planeten verbleibt als das blind schlingende Futtermonster.) ist es der Sport oder die sportlichen Aktivitäten, die uns ein längeres Leben verleihen können. Auch hier ist die Diskussion endlos und die Schwerpunktsetzung unterschiedlich. Obendrei schwankt sie – wie auch bei der Ernährungsfrage – im Lauf der Jahre von einer auf eine zweite und dann auf eine dritte Position. Jeweils natürlich unangreifbar bis neue Erkenntnisse… lassen wir das.
Sport
Viele nicken hier andächtig, meinen aber doch, dass „Sport nunmal nichts für sie sei“. Bislang konnte man das nur mit einem „Schade, selber schuld“ quittieren. Nun berichtet ein schweizer Magazin aber von einer Forschergruppe in Großbritannien, die herausgefunden hat, dass die regelmäßige Nutzung von Kultur (Lesen, Theater, Musikhören, Museen besuchen) einen ähnlichen Verjüngungseffekt – oder sagen wir lieber: verlangsamenden Alterungseffekt – zeigt wie sportliche Aktivitäten. Die Leiterin der Studie, Daisy Fancourt vom University College London, fasst zusammen: Die Studie mit 3.500 Menschen zeige, dass Menschen, die häufiger und vielfältiger Kunst- und Kulturaktivitäten nachgingen, «ein langsameres Alterungstempo und ein jüngeres biologisches Alter aufwiesen». Das sei sogar in der DNA der Menschen ersichtlich. Nun werden kritische Geister sofort einschreiten und auf nicht berücksichtigte Rahmenfaktoren verweisen. Aber nein, die Zusammenhänge waren zum einen bei Personen ab 40 Jahren stärker ausgeprägt und blieben auch nach Berücksichtigung von Faktoren, die die Ergebnisse verfälschen könnten, wie Raucherstatus, Bildungsniveau und Einkommen, bestehen. Ist das nicht schön! Das Theater- oder Musikabo lässt uns genauso langsamer altern wie eine einmalige Sportaktivität pro Woche. Auf den ersten Blick haben die beiden Betätigungsfelder ja nicht viel miteinander gemeinsam. Aber die Forschenden vermuten, dass die Tatsache, das beides hilfreich ist, «daran liegen mag, dass jede Aktivität unterschiedliche ‹Zutaten› enthält, die der Gesundheit zuträglich sind, wie zum Beispiel körperliche, kognitive, emotionale oder soziale Stimulation». Vielleicht könnten wir ja auch beides aktivieren….
Ausführlicher kann man die Studie hier nachlesen.