Ein einfacher Zahlenvergleich macht deutlich, dass die Verlagerung des Wohnortes ins Seniorenheim eine kaum mehr tragbare finanzielle Belastung darstellt.
Auf der Renteneinkunftsseite sieht es aktuell (seit Juli 2026) folgendermassen aus: Die Altersrente von Rentnern im Westen ist von 1.392 Euro um 59 Euro auf 1.451 Euro gestiegen (Werte gerundet und brutto), im Osten von 1.463 Euro um 62 Euro auf 1.525 Euro. Bei Rentnerinnen im Westen ist die Rente von 876 auf 913 Euro (+ 37 Euro) und im Osten von 1.271 Euro auf 1.325 Euro gestiegen (+ 54 Euro). (Quelle: Vermögenszentrum.)
Auf der Ausgabenseite gab es folgende Änderungen:
Wer in einem Pflegeheim wohnt, zahlt im Bundesdurchschnitt zum 1. August 2026 aus eigener Tasche 3.236,89 Euro monatlich dazu. Das sind gut 40 Prozent mehr als im Jahr 2021 und immerhin 7,7 Prozent mehr als noch im Dezember 2025. Diese Zahlen kann man einer Analyse von pflegemarkt.com entnehmen. Danach hat das Unternehmen aktuell die Kostendaten von 11.378 Pflegeheimen ausgewertet und somit gut 97 Prozent aller vollstationären Einrichtungen in Deutschland erfasst. Dabei zeigen die monatlichen Eigenanteile laut Analyse im Vergleich der Bundesländer erhebliche Unterschiede auf. Am teuersten ist es danach im Saarland mit durchschnittlich 3.665,52 Euro, gefolgt von Bremen (3.569,80 Euro) und NRW (3.519,88 Euro). Die niedrigsten Eigenanteile müssen Pflegeheimbewohner*innen in Sachsen-Anhalt zahlen – nämlich 2.788,27 Euro im Monat.
Weitere Unterschiede gibt es auch bei den Trägerarten: Gemeinnützige Träger weisen mit 3.353 Euro die höchsten durchschnittlichen monatlichen Kosten auf, die von den Bewohnenden selbst bezahlt werden müssen. Kommunale Träger liegen mit 3.341 Euro auf ähnlichem Niveau. Private Träger zeigen im direkten Vergleich mit 3.071 Euro pro Monat die niedrigsten Durchschnittskosten. (Quelle: Deutscher Verband der Leitungskräfte der Alten- und Behindertenhilfe e.V., kurz: DVLAB). Ob sich die Unterschiede durch besseres Heimmanagement oder durch schlechteren Personalschlüssel ergeben, ist so nicht pauschal zu bewantworten. Egal, die Unterschiede sind nun auch wieder nicht so groß, dass man die Zuhause-Bleiben-Variante ausklammern könnte.
Das wird wohl nicht reichen… (Photo von Micheile Henderson auf Splash)
Die Schere zwischen Renten-Einnahme und Pflegeheim-Ausgabe wird angesichts unserer demographischen Situation immer weiter auseinanderlaufen. Eine Strukturreform muss und wird kommen. Aber wann? Solange man in der Lage ist, sich Zuhause – vielleicht auch mit Hilfe von Freunden oder Familienangehörigen – halbwegs zu versorgen, spricht alles dafür, eher hier zu investieren (Treppenlift, barrierefreies Bad, etc.). Es ist aber nicht nur das zu wenig vorhandene eigene Geld, das den Sprung ins Heim erschwert. Denn selbst bei sozialen Events bleibt man ja im Heim immer unter alten Menschen. Die Impulse, die der Umgag mit Jüngeren möglich macht, bleiben mehrheitlich dem eigenen Zuhause vorbehalten. Und genügend Studien belegen, wie wichtig es ist, auch im Alter sozial aktiv zu bleiben – generationsübergreifend! Das kann die „Spielstunde“ mit der jungen Pflegerin kaum ausgleichen. Klar, das schreibt sich alles leichter runter als es sich realisieren lässt. Aber die Fakten kann man nicht uminterpretieren. Der Staat wird in absehbarer Zeit nicht mehr in der Lage sein, die Differenz zwischen Heimrechnung und Bewohnerrenteneinkünften im noch höheren Masse auszugleichen. Darauf sollte man sich besser schon heute vorbereiten!