Weg mit der Selbstblockade!

Die Online-Ausgabe der Tagesschau beschäftigt sich heute mit lebenslangem Lernen. Der Bremer Bildungsforscher Christian Roßnagel macht im Interview deutlich, dass 60-Jährige im Prinzip genau so lernen wie 25-Jährige. Statistisch betrachtet. Individuelle Unterschiede gibt  es natürlich immer. Das einzige Handicap, mit dem die Jüngeren nicht zu kämpfen haben, ist das Selbstbewußtsein: die Älteren haben immer noch an der Botschaft zu knabbern, die man ihnen in der Jugend eingeflüstert hat: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Ganz schnell vergessen! Der einzige Lernwiderstand ist der im eigenen Kopf! Details kann man hier nachlesen.

Auch ältere Gehirne können wachsen

Eine Pressemitteilung der Hamburger Universitätsklinik belegt, dass die sogenannte „Neuroplastizität“ auch älteren Gehirnen gegeben ist. In einer Studie am Institut für systemische Neurowissenschaften wurde Probanden zwischen 50 und 67 Jahren das Jonglieren beigebracht. Der Fortschritt wurde im Kernspin auf seine anatomischen Veränderungen hin untersucht. Und tatsächlich: im Gegensatz zur Kontrollgruppe waren Erweiterungen am sogenannten  „visuellen Assoziationscortex“ erkennen. Diese Gehirnregion ist darauf spezialisiert, Bewegung im Raum wahrzunehmen.  Aber es gab auch Veränderungen im Hippocampus, der Hirnregion, die für das Lernen wichtig ist, sowie Vergrößerungen im „Nucleus accumbens“, der zum hirneigenen Belohnungssystem gehört.
Prof. Dr. Arne May bewertet das Ergebnis seiner Studie so: „Das Ergebnis zeigt, dass die Veränderungen nicht nur auf das jugendliche Gehirn beschränkt sind, sondern dass sich die anatomische Struktur des erwachsenen Gehirns selbst im Alter noch signifikant verändern kann. Auch und gerade für ältere Menschen ist es daher wichtig, neue Herausforderungen zu meistern und Neues zu lernen.“

Also, wer jetzt noch behauptet, er könne dies oder das nicht mehr lernen, versteckt nur seine Faulheit! Der Geist ist wohl fähig, wahrscheinlich das Fleisch aber schwach.