21.05.2007 | Allgemein, Arbeitswelt, Demographie, Gesellschaft
Im heute erschienenen SPIEGEL 21/21.05.07 – leider nur in der Papierausgabe, S. 76ff – wird unter dem Titel „Renaissance der Alten“ auf die steigende Zahl reaktivierter Fach- und Führungskräfte hingewiesen. Einerseits bestärkt das abnehmende Angebot jüngerer Gleichqualifizierter diesen Trend, andererseits spricht sich eben langsam die Erkenntnis herum, dass die Alten bei weitem mehr können, als man ihnen in vielen Personalabteilungen heute zutraut. Daher wagt der SPIEGEL auch nicht viel, wenn er einen zunehmenden Trend in diese Richtung prognostiziert. Interessant ist noch der Hinweis auf eine Internet-Plattform, die sich der Vermittlung von alten Fach- und Führungskräften an Unternehmen verschrieben hat.
21.05.2007 | Allgemein, Konsum, Technik
Dass man auf Geräte, die vor allem für ältere Menschen gedacht sind, nicht mit einer „Senioren…“ Aufschrift bewerben darf, ist mittlerweile schon fast ein alter Hut. Aber dass vor der Frage nach einem korrekten „altengerechten Marketing“ die Untersuchung ihrer Bedürfnisse – in diesem Fall an technische Geräte – zu stehen hat, setzt sich erfreulicher Weise nun doch allmählich durch. Auch in der gemeinhin jungen und jugendorientierten PC-Welt. Zu den bislang wenig erfolgreichen Versuchen von Siemens-Fujitsu (u.a.) lohnt es sich, bei Heise weiterzulesen.
15.05.2007 | Allgemein, Gesellschaft
Zum ersten Einzug der Linkspartei in ein westdeutsches Parlament (Bremen) merkt der SPIEGEL zunächst an, dass die Vertreter dieser Partei deutlich jenseits der Lebensmitte stehen und der ehedem jugendliche Gestus des sozialen Aufbruchs nun sichtbar ergraut ist. Die weiteren Gedanken zum Thema führen zur Einsicht, dass politische Impulse generell künftig eher von der ergrauenden Babyboomergeneration zu erwarten sein werden.
Das kann einen zu der Frage führen, wie weit die jüngere Generation sich überhaupt in der bundesdeutschen Parteienlandschaft repräsentiert fühlt. Weichen vielleicht immer mehr Jüngere in NGO-Gruppierungen wie ATTAC aus? Auch wenn die Alten das Zepter fester in der Hand halten denn je: das bißchen Nachwuchs, was zu gewinnen ist, sollte nicht vergessen werden! Dieser Aufgabe sollten sich alle demokratischen Parteien intensiver widmen.
10.05.2007 | Allgemein, Demographie, Gesellschaft
Eine neue Umfrage hat ergeben, dass das Wachstum der Internetnutzer in Deutschland keineswegs an der älteren Generation vorbei läuft: Es gibt nun rund 200.000 mehr über 60jährige Surfer als 14-19jährige. Ich tippe mal: Tendenz steigend.
09.05.2007 | Allgemein, Gesellschaft
Ein schon leicht gebeugter Herr mit weißmeliertem Haar schiebt seinen Getränkewagen mit zwei Kisten stillem Mineralwasser am Bionade-Aufbau vorbei. „Gehen Sie nur durch, junger Mann“ ruft ihm der vielleicht 40jährige Fahrer des um die Ecke stehenden Gabelstaplers zu. Er trägt keine Brille und macht auch sonst keinen verhuschten Eindruck. Wie interpretieren wir dies?
1. Der Gebelstaplerfahrer besitzt keine Manieren und hat sich deshalb im Wort vergriffen – auch wenn sein Ton und seine Begleitgestik durchaus freundlich-heiter ausgefallen ist.
2. Der Jugendlichkeitswahn ist vereinzelt so weit fortgeschritten, dass es als höflich erscheint, auch den älteren Teil der Gesamtbevölkerung dem großen postpubertären Wartesaal zuzuweisen.
3. Die Ironisierung und das In-Frage-Stellen der klassischen Altersbilder sind mittlerweile so weit verbreitet, dass man gefahrlos von altersspezifischen Höflichkeitsbezeugungen Abstand halten darf.