Mal in eigener Sache

Mal in eigener Sache

Zugegeben: dies Buch hat mit Altern oder Alten nichts zu tun. Aber auch nicht mit Jugend oder Pubertätswehen. Einfach ein guter Sommerkrimi, der Argentinien, den Kunsthandel und die Innenwelten eines Bildungsbürgers aufspießt. Also guten Herzen schlichtweg eine Sommerlektüreempfehlung.

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Auf der Rückseite ist Folgendes zu lesen:

Armin Dörpner wird aus seiner beschaulichen Hamburger Kunsthändlerexistenz gerissen: Sein Herzensfreund stirbt völlig unerwartet. Herzinfarkt. Allein Dörpner vermag die Diagnose nicht zu akzeptieren. Er vermutet ein Verbrechen. Als Testaments¬vollstrecker ist er gehalten, sich um den Fortbestand der verwaisten Public-Relations-Agentur des Freundes zu kümmern. Und um Manches mehr.
Er reist nach Buenos Aires, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Zurück in Deutschland führen ihn seine Recherchen in das Berlin der Südamerikanischen Exklave. Ist er nun Zeuge eines intelligenten Verbrechens geworden oder Opfer seiner überbordenden Phantasie?

Das Buch ist im Buchhandel, bei Amazon oder auch direkt beim Verlag (bitte hier klicken) für 11,90 € zu erstehen. Angenehme Lektüre!

Sozialisation, Realität und Wahrnehmung

Den Begriff „Sozialisierung“ verbinden wir in erster Linie mit Kindheit und Jugend: Sozialinstanzen wie die Schule sollen die jungen Mitbürger gesellschaftsfähig machen. In den verschiedensten Richtungen. Sozialisierung hört aber nicht mit dem Schulabschluss auf. Ältere Menschen verhalten sich  – in einem individuell unterschiedlichem Ausmaß – so, wie die Gesellschaft es von ihren älteren Mitmenschen eben erwartet. Exzentrik beispielsweise ist hier weniger gern gesehen als Bedachtsamkeit. Nun kommt die Frage nach Ei und Huhn: wird sich in den nächsten Jahren zunächst die Wahrnehmung alter Menschen, die Prägestöcke wie sie sich zu benehmen haben, ändern oder das Verhalten älterer Menschen selbst? Schaut man auf die jüngste Studie der Robert-Bosch-Stiftung, so sieht man, dass Journalisten mehr als die Restbevölkerung einen Wandel des Altersbildes für notwendig erachten. Dass deutet darauf hin, dass zunächst der gesellschaftliche Prägestock nachjustiert wird, dann erst die älteren Individuen sich anders als tradiert verhalten werden. Ich glaube hingegen, dass der Wandel längst begonnen hat. Nur viele sind zu engsichtig, um ihn wahr zu nehmen. Das Alter gewinnt fulminant an Selbstbewusstsein!

Henning Scherf geht voran

Henning Scherf geht voran

Abermals hat Bremens Ex-Bürgermeister – gemeinsam mit Ilse Biberti – ein Buch zum Them Altern vorgelegt: „Das Alter kommt auf meine Weise“. Dazu geibt es eine eigene Homepage, die mehr als einen Blick wert ist. Klicken Sie mal hier hin. Viel Spaß!

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Seniorentage – immer hipper!

Seniorentage sind auch nicht mehr das was sie mal waren. Schaut man in das Programm des 9. Deutschen Seniorentages, so stoesst man auf ein unglaublich reichhaltiges Ausstellerprogramm (über 200) und auf eine offensichtlich um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe buhlende Politikerschaft. Die Kanzlerin selber hat die Schirmherrschaft übernommen und wird eine Rede halten. Mit Muff und Staub hat das alles nichts mehr zu tun. Mehr mit der Konsumkraft der hier auch offiziell als „50+“getauften Zielgruppe. Neben Institutionen wie DGB-Reisen, dem AWO-Bundesverband oder der Deutschen Parkinson Vereinigung gibt es illustre Firmennamen, die man auf den ersten Blick nicht mit dieser Zielgruppe zusammen sehen würde: Nintendo Deutschland, AXA oder Düsseldorfer Versicherung oder Lidl-Dienstleistung. Natürlich sind Altersheime, Wohnprojekte undandere übliche Verdächtige auch vor Ort. Aber eben nicht nur. Es macht den Eindruck, als würde sich der Besuch wirklich lohnen. 8.-10 Juni in Leipzig.

Das Altern stoppen?

Unwillkürlich,  ja automatisch bewegt man sich in eine Grauzone hinein, sobald man darüber nachdenkt, ob und wie man den eigenen Alterungsprozess verlangsamen, anhalten oder gar zurückdrehen kann. Bewegung, Ernährung, innere Einstellung: an den drei Hebeln kann man guten Gewissens zum eigenen Vorteil zu drehen versuchen. Und wie sieht es mit medizinischer Unterstützung aus? Hier ein wenig Botox in die Lippen, dort ein wenig Fett absaugen, hier eine Hormonkur: wo liegen die Grenzen? Jüngst hat eine Untersuchung ergeben, dass die so genannten Anti-Faltencremes allesamt – egal ob für drei Euronen beim Discounter oder für 300 in Paris erstanden wurden –  ihre Versprechen nicht halten können. Schade, aber es gibt ja immer mehr Mediziner, die es den Wunderheilern, Quacksalbern, Demiurgen oder Allchemisten früherer Zeiten nachmachen und dem Alter nachhaltige Schnippchen schlagen bzw. spritzen, schneiden oder injizieren wollen. Ein Beispiel? Bitte sehr, klicken Sie mal hier. Diese Angebote nehmen zu. Der nachfragende Markt wahrscheinlich auch. Aber der Tod ist uns gewiß. Vielleicht lernen wir ihn leichter zu nehmen, wenn wir selbstbewusst sein Kommen erwarten und nicht wegzulaufen versuchen. Er hot uns ja doch ein. Benjamin Button bleibt eine Hollywoodfabel. Am Ende hat es bei allem medizinischen Fortschritt wohl vor allem mit dem je eigenen Verständnis von Würde zu tun, was wir medizinisch mit uns machen lassen.

Wer rastet der rostet

Ein so alter Spruch! Und doch hat nun eine Forschergruppe vom Institut für Psychatrie am King´s College zu London seine Richtigkeit erneut belegen können. Demenz und Alzheimer verschieben sich weiter nach „hinten“, wenn sich die Lebensarbeitszeit ebenfalls weiter nach „hinten“, also ins höhere Alter hinein erstreckt. Die Auswertung der Akten von 1320 Demenzkranken legt diesen Schluß nahe. Generell gilt höhere Bildung, die ohne das gewisse mehr an geistiger Tätigkeit nun einmal nicht zuerwerben ist, als demenzlindernd bzw. verschiebend. In Summe lässt sich das Rostansetzen natürlich auch ohne berufliche Verpflichtungen erreichen.   Hier hängt vieles von dem Selbstbild ab, das man von sich als „Rentner“ entwickelt. Nicht erst im „Ernstfall“, sondern planerisch in den Jahren davor.

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