17.06.2009 | Allgemein, Wohnen
Abermals hat Bremens Ex-Bürgermeister – gemeinsam mit Ilse Biberti – ein Buch zum Them Altern vorgelegt: „Das Alter kommt auf meine Weise“. Dazu geibt es eine eigene Homepage, die mehr als einen Blick wert ist. Klicken Sie mal hier hin. Viel Spaß!

04.06.2009 | Allgemein, Gesellschaft, Konsum, Politik, Werbung
Seniorentage sind auch nicht mehr das was sie mal waren. Schaut man in das Programm des 9. Deutschen Seniorentages, so stoesst man auf ein unglaublich reichhaltiges Ausstellerprogramm (über 200) und auf eine offensichtlich um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe buhlende Politikerschaft. Die Kanzlerin selber hat die Schirmherrschaft übernommen und wird eine Rede halten. Mit Muff und Staub hat das alles nichts mehr zu tun. Mehr mit der Konsumkraft der hier auch offiziell als „50+“getauften Zielgruppe. Neben Institutionen wie DGB-Reisen, dem AWO-Bundesverband oder der Deutschen Parkinson Vereinigung gibt es illustre Firmennamen, die man auf den ersten Blick nicht mit dieser Zielgruppe zusammen sehen würde: Nintendo Deutschland, AXA oder Düsseldorfer Versicherung oder Lidl-Dienstleistung. Natürlich sind Altersheime, Wohnprojekte undandere übliche Verdächtige auch vor Ort. Aber eben nicht nur. Es macht den Eindruck, als würde sich der Besuch wirklich lohnen. 8.-10 Juni in Leipzig.
03.06.2009 | Allgemein, Ernährung, Philosophie, Wissenschaft
Unwillkürlich, ja automatisch bewegt man sich in eine Grauzone hinein, sobald man darüber nachdenkt, ob und wie man den eigenen Alterungsprozess verlangsamen, anhalten oder gar zurückdrehen kann. Bewegung, Ernährung, innere Einstellung: an den drei Hebeln kann man guten Gewissens zum eigenen Vorteil zu drehen versuchen. Und wie sieht es mit medizinischer Unterstützung aus? Hier ein wenig Botox in die Lippen, dort ein wenig Fett absaugen, hier eine Hormonkur: wo liegen die Grenzen? Jüngst hat eine Untersuchung ergeben, dass die so genannten Anti-Faltencremes allesamt – egal ob für drei Euronen beim Discounter oder für 300 in Paris erstanden wurden – ihre Versprechen nicht halten können. Schade, aber es gibt ja immer mehr Mediziner, die es den Wunderheilern, Quacksalbern, Demiurgen oder Allchemisten früherer Zeiten nachmachen und dem Alter nachhaltige Schnippchen schlagen bzw. spritzen, schneiden oder injizieren wollen. Ein Beispiel? Bitte sehr, klicken Sie mal hier. Diese Angebote nehmen zu. Der nachfragende Markt wahrscheinlich auch. Aber der Tod ist uns gewiß. Vielleicht lernen wir ihn leichter zu nehmen, wenn wir selbstbewusst sein Kommen erwarten und nicht wegzulaufen versuchen. Er hot uns ja doch ein. Benjamin Button bleibt eine Hollywoodfabel. Am Ende hat es bei allem medizinischen Fortschritt wohl vor allem mit dem je eigenen Verständnis von Würde zu tun, was wir medizinisch mit uns machen lassen.
18.05.2009 | Allgemein, Gesundheit, Wissenschaft
Ein so alter Spruch! Und doch hat nun eine Forschergruppe vom Institut für Psychatrie am King´s College zu London seine Richtigkeit erneut belegen können. Demenz und Alzheimer verschieben sich weiter nach „hinten“, wenn sich die Lebensarbeitszeit ebenfalls weiter nach „hinten“, also ins höhere Alter hinein erstreckt. Die Auswertung der Akten von 1320 Demenzkranken legt diesen Schluß nahe. Generell gilt höhere Bildung, die ohne das gewisse mehr an geistiger Tätigkeit nun einmal nicht zuerwerben ist, als demenzlindernd bzw. verschiebend. In Summe lässt sich das Rostansetzen natürlich auch ohne berufliche Verpflichtungen erreichen. Hier hängt vieles von dem Selbstbild ab, das man von sich als „Rentner“ entwickelt. Nicht erst im „Ernstfall“, sondern planerisch in den Jahren davor.
06.04.2009 | Allgemein, Demographie, Design, Gesellschaft, Sport
Diesen schönen Terminus prägte der Skateboard-Pionier Titus Dittmann in einem Interview mit dem Kultur SPIEGEL. Gefragt, ob er als 60-Jähriger in der Jugendszene noch glaubwürdig sein kann, antwortet er: „Na klar, ich bin doch kein Berufsjugendlicher: Ich verkleide mich nicht und tue nicht, als ob. Ich lebe meinen Lebensstil, das kommt von innen heraus. Und außerdem: Alters cluster sind in unserer Gesellschaft nicht mehr entscheidend, es geht um ästhetische Gesinnungsgenossenschaften. Bei Rockkonzerten etwa sieht man 15-Jährige und 50-Jährige, beide nebeneinander im Matsch, und sie verstehen sich super. Weil ihre Gesinnung sie verbindet“ Wer sich das Interview durchlesen möchte: bitte hier klicken.
Dies bringt das sich wandelnde Verhältnis der Generationen untereinander auf den Punkt.
17.02.2009 | Allgemein, Gesellschaft, Sex und Erotik


Glücksfall Alter – so nennen Peter Gross und Karin Fagetti ihr 2008 im Herder Verlag erschienenes Buch. In 15 Kapiteln versammeln sie teilweise provokante, in jedem Falle diskussionswürdige Ideen rund ums „neue Altern“.
Man muss nicht ihrer Meinung sein, dass Alzheimer eine positive Möglichkeit des Sich-Verabschiedens aus dieser Welt ist, man braucht auch nicht mit ihren Geschmackshinweisen zu altersgemäßem Kleidungs- und Auftrittstil konform zu gehen (ich tue es jedenfalls nicht), trotzdem wird man das Buch bereichert aus der Hand legen. Denn es macht Mut. Mut, das Alter – gerade unter den herrschenden demografischen Entwicklungen – als zu entdeckendes Neuland zu betrachten, nicht als eingegrauten Hinterhof des Lebens. So war und ist es leider häufig auch heute noch die Regel.
Auch das Thema Alters-WG erfährt eine neue, lohnende Betrachtungsweise. Manches, wie die Gedanken zu Liebe und Erotik oder der Verriß von Reiners wunderbarem Altenfilm „Das Beste kommt zum Schluß“, fällt mir zu moralinsauer aus, aber es ist immerhin nie langweilig. Überflüssig erscheinen mir die kurzen Kapitetelzusammenfassungen, die einem auf den Gedanken bringen, die Autoren würden ihren Lesern nicht all zu viel zutrauen. Aber vielleicht hat hier auch die lektorierende Hand des Verlages zugeschlagen. Den Verlag hatte ich per Mail um ein Rezensionsexemplar gebeten. Elektronische Antwort – „wir kümmern uns sofort“ – kam sogleich; eine menschliche Antwort aber erst nach dem zweiten Nachfragen und dem Vorschlag den Emailresponder doch besser abzuschaffen, da eh nichts passiert. Die Antwort: „Rezensionsexemplare für Weblogs gibt´s bei uns nicht“. Vielleicht sollte der Herder Verlag doch noch etwas an seinem Verständnis der digitalen Moderne arbeiten…