Die Zukunft der Altenheime

…kann wohl niemand exakt beschreiben. Dennoch bat mich jüngst die Redaktion von carestyle einen Versuch über das Alten- und Pflegeheim im Jahre 2038 zu wagen.

„Haus Utopos
Bericht aus der Zukunft

Josephine Kendrak fährt mit ihrem Rollstuhl einen Meter vor und dann wieder zurück, vor, zurück. In ihrer rechten Hand hält sie einen elektronischen Abzieher mit dem sie Meter für Meter Teile der Aussenglasfront des Westsalons reinigt. Sie hat Knotendienst.
Es ist ein noch fast spätsommerlich warmer Oktobertag im Jahre 2038. Der Westsalon gehört zum Haus Utopos, einem Alten- und Pflegeheim, das vor gut zehn Jahren auf dem Gelände eines aufgelassenen DB-Depots im Hamburger Westen eröffnet wurde…“
Der Artikel ist in carestyle 9.2008 zu finden.

Aber wen es interessiert, der kann auch hier weiterlesen:haus-utopos

Nun auch für´s Ohr

Nun auch für´s Ohr

Bei aller Bescheidenehit: ein bißchen Eigenwerbung sollte erlaubt sein. Seit ein paar Wochen können Sie unser Buch auch hören. Angenehm vorgetragen füllt die knapp 2,5 Stunden dauernde CD die Zug- oder Autofahrt von z.B. München nach Würburg. Der Verlag hat also den Trend zum Hörbuch mitgemacht. Jetzt hat man eine Konsummöglichkeit mehr. Das ist zu begrüßen! Gerade auch für die, die die analoge Fassung mehr als Augenpulver denn als Lektüremöglichkeit sehen.

Wer hier klickt, kommt zur Verlagsseite, auf der man schon einmal ins Vorwort hineinhören kann. Viel Spaß!

Im amerikanischen Wahlkampf

Seit Monaten liefern uns die Medien immer neue Stimmen, Bilder und Argumente rund um den amerikanischen Wahlkampf. Nachdem augenblicklich Obama mal wieder die Nase vorne hat, und das letzte der drei Kandidatenduelle vorbei ist, möchte ich die Aufmerksamkeit auf ein durchaus positives Faktum lenken: Was auch immer McCain vorgeworfen wird (Keine neuen Wege / falsche Vizewahl / aggressiver Stil / Rezeptlosigkeit im Umgang mit der Finanzkrise etc.), sein Alter wurde bislang nicht wahrnehmbar thematisiert. Auch in Amerika, wo alles immer wieder neu und jung sein muss, in Amerika, das sich vor kurzem noch so lustvoll vom „Alten Europa“ abgesetzt hat, sind die 72 Lebensjahre des republikanischen Kandidaten kein Argument, ihn nicht zu wählen; oder umgekehrt: Auch ein 72jähriger kann den mächtigsten Job, den die Welt zu bieten hat, erfolgreich einnehmen. Das macht doch Mut – auch wenn man für Obama stimmen würde!

In älteren Gesichtern lesen lernen

Dem Jungen oder Jüngeren, der keine persönlichen Kontakt zu älteren Menschen hat, erscheinen viele ältere oder alte Gesichter gleich. Ähnlich wie auf den ersten Blick die fremden Chinesen alle gleich aussehen. Das genauer Hingucken wird im Lauf der Zeit zur Notwendigkeit. Bald dürfte es in unserem Lande kaum noch jemand ohne persönliche Kontakte zu Älteren geben. Die Demografie will es so. Drastisch deutlich macht dies die „Zahl des Monats“ aus dem statistischen Nähkästchen: „2060 werden in Europa (EU-27 Staaten) nur zwei Personen im erwerbsfähigen Alter jeweils einer Person im Alter von 65 Jahren oder älter gegenüber stehen. Derzeit beträgt dieses Verhältnis noch 4 zu 1.“ September 2008 – Quelle: Eurostat, Statistik kurz gefasst 72/2008

Oldies in Peking

So desinteressert man an der Olympischen Popanzveranstaltung zu Peking sein mag: es gibt neben dem erwarteten Medaillensegen für das Gastgeberland und dem verunglückten Window Dressing eines undemokratischen und korrupten Regimes auch tatsächlich Interessantes zu vermelden. 25 Athleten dieser Spiele sind älter als 50 Jahre! Mehr denn je. Ruft man sich in Erinnerung, dass vor der Totalkommerzialisierung des Olympischen Gedankens ein Satz wie „es trifft sich die Jugend der Welt“ als Generalthema der Olympischen Spiele galt, so darf man mit Befriedigung feststellen, dass „Jugend“ ein ziemlich unbestimmter Begriff geworden ist.

Auch ältere Gehirne können wachsen

Eine Pressemitteilung der Hamburger Universitätsklinik belegt, dass die sogenannte „Neuroplastizität“ auch älteren Gehirnen gegeben ist. In einer Studie am Institut für systemische Neurowissenschaften wurde Probanden zwischen 50 und 67 Jahren das Jonglieren beigebracht. Der Fortschritt wurde im Kernspin auf seine anatomischen Veränderungen hin untersucht. Und tatsächlich: im Gegensatz zur Kontrollgruppe waren Erweiterungen am sogenannten  „visuellen Assoziationscortex“ erkennen. Diese Gehirnregion ist darauf spezialisiert, Bewegung im Raum wahrzunehmen.  Aber es gab auch Veränderungen im Hippocampus, der Hirnregion, die für das Lernen wichtig ist, sowie Vergrößerungen im „Nucleus accumbens“, der zum hirneigenen Belohnungssystem gehört.
Prof. Dr. Arne May bewertet das Ergebnis seiner Studie so: „Das Ergebnis zeigt, dass die Veränderungen nicht nur auf das jugendliche Gehirn beschränkt sind, sondern dass sich die anatomische Struktur des erwachsenen Gehirns selbst im Alter noch signifikant verändern kann. Auch und gerade für ältere Menschen ist es daher wichtig, neue Herausforderungen zu meistern und Neues zu lernen.“

Also, wer jetzt noch behauptet, er könne dies oder das nicht mehr lernen, versteckt nur seine Faulheit! Der Geist ist wohl fähig, wahrscheinlich das Fleisch aber schwach.

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