Leserumfrage: Ihre Erfahrungen als ältere Führungskraft sind gefragt!!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser/in!
In Coachingprozessen und Führungsseminaren beschäftigen wir uns schon länger mit der Kompetenz- und Gefühlslage von Führungskräften über 50. Wir möchten unsere vielen Eindrücke in einem weitern Schritt auf einer systematischen Basis zusammenführen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns dabei helfen könnten und die folgenden vier Fragen (via copy and paste) beantworten und zurückmailen würden. Selbstverständlich anonymisieren wir die Einzelerfahrungen, denn es geht uns um den Gewinn eines Überblicksbildes.
Im Voraus: Herzlichen Dank und beste Grüße!
Detlef Scheer
Dirk Getschmann

  1. Welche problematischen Situationen haben Sie erlebt, in denen sich Ihr Alter vermeintlich (in der Sicht der anderen) oder tatsächlich als Ursache oder Teil von Schwierigkeiten darstellte?
  2. Bei welchen Gelegenheiten hatten Sie das Gefühl, dass Ihre „Seniorität“ von Vorteil war?
  3. Was sind Ihrer Erfahrung nach die häufigsten Vorurteile älteren Führungskräften gegenüber?
  4. Gibt es Ihren Erfahrungen nach einen typische(n) Kandidaten/in (keinen bestimmten Menschen), die/der mit älteren Führungskräften häufiger oder besondere Schwierigkeiten hat?

Spruch des Tages

„Jeder , der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.“

Franz Kafka

Arbeitgebereinstellung im Wandel

Die Chancen auf Wiederbeschäftigung für über 50 Jährige steigen. Das Ministerium für Arbeit und Soziales gibt einen Newsletter mit dem schönen Titel „Pespektive 50 PLUS“ heraus. Man konnte ihn auch auf der Ministeriumsseite (leider etwas verschlafen) abholen. In der aktuellen Ausgabe wird aus Nordrhein- Westfalen berichtet: „Eine Betriebsbefragung in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2007 ergab, dass sich das Einstellungsverhalten von Unternehmen gegenüber Älteren in den letzten vier Jahren deutlich verbessert hat. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen sind bereit, ältere Bewerberinnen und Bewerber für vorhandene offene Stellen einzustellen.“ Allerdings mangelt es an BewerberInnen. So liegt der Schluss nahe, dass viele sich nicht mehr trauen, Bewerbungen los zu schicken. Das muss sich – nicht nur im volkswirtschaftlichen Interesse – ändern!

Und noch ein Blatt mehr

Wie schön: wieder eine neue Zeitschrift mehr, die die Angebotsvielfalt für älterer Leser angenehm erweitert! „TENGO – Lust auf später“ hält, was der originelle Titel verspricht: ein bunter Kessel Themen- und Meinungsvielfalt, liebevoll bebildert und modern layoutet. Also kein Blatt für´s Nähstübchen. Nach einigen aktuellen Häppchen – oft auch durch Promi-Befragung angereichert – geht es inhaltlich u.a. um Altersteilzeit, Sex, Nervkram, Flow und eine BILD-Sichtung. Der Themen-Reigen macht deutlich, dass hier kein feinsinnig gegliedertes Marketingjournal möglichst viele Werbeseiten unterzubringen versucht, sondern dass man dem eigenen Anspruch durchaus gerecht wird, „ein Autorenheft, das keine Ratschläge erteilt, sondern einer mündigen Leserschaft gedankliche Angebote macht, die sich mit der Freiheit verbinden, sie weiterzudenken oder zu verwerfen…“.

Herausgeber ist der PARITÄTISCHE Gesamtverband. Mutig für eine Sozialinstitution, erfreulich, dass damit wohl nicht ganz kurzfristig über das Bleiben oder Gehen vom Zeitschriftenmarkt entschieden werden wird. Ein Manko: TENGO erscheint nur zweimal pro Jahr und ist auch in den größeren Kiosken nur drei Monate nach Erscheinen gegen 6,50 Euro zu erwerben. Es gibt auch einen – leider noch etwas bieder geratenen – Online-Ableger, bei dem man die Printausgabe direkt beim Verlag ordern kann. Lassen Sie sich aber nicht verdriessen, die Analogausgabe hat durchaus das Potential zum Lieblingsjournal – wenn sie denn öfter erschiene.

Auf dem Weg in die gespaltene Gesellschaft?

Im Augenblick ist der Medienraum erfüllt das Echo vielstimmiger Gesänge rund um Wohl und Wehe der Alten: Ex-Präsident Herzog warnt vor einer Ausbeutung der jüngeren Generationen durch die Alten. NRW-Landesoberhaupt Rüttgers beklagt dagegen die Zunahme von Altersarmut. Wie passt das zusammen? Wer führt die Wahrheit am Nasenring durchs Medienland? Es haben wohl beide Recht: einerseits gibt es jetzt in Summe und pauschal eine Seniorengeneration, die eine historisch nie dagewesene Kaufkraft besitzt. Die immer weniger werdende jüngere Generation zahlt aber immer mehr in den Umlagetopf, um die Renten finanzieren zu können. Direkt und indirekt über Steuern, die dann wieder als Bundeszuschuss in den Etat der Rentenkasse eingehen – zig Milliarden pro Jahr! Die eigene Altersvorsorge der Jüngeren ist aber extrem gefährdet, da Adenauers Generationenvertrag von einer wachsenden Population ausging. Die jetzige deutsche schwindet jedoch. Den Jungen wird unverhältnismässig in die Tasche gegriffen.

Auf der anderen Seite spiegeln sich die Löcher in den Erwerbsbiographien schon heute in manch dürftiger Rente wider. Frauen – mit in der Regel kleineren Einkommen – bekommen auch die kleineren Renten. Von den gut 370.000 Bürgern über 65 Jahren, die von der Sozialhilfe leben, sind fast 2/3 Frauen.

Blickt man in die Zukunft, so ist es keine Denksportleistung zu erkennen, dass sich das Auseinanderdriften der (Einkommens-)Mitte bei den künftigen Rentnergenerationen – durch die demografische Entwicklung verschäft – noch pointierter in mehr wohlhabenden und mehr armen Alten niederschlagen wird.

Wird dieser gesellschaftliche Hiatus durch eine neue Form von Intragenerationssolidarität abgefedert werden?

Nicht-Rentner auf Platz 1 der deutschen Charts

Udo Lindenberg hat es geschafft: sein neues Album „Stark wie Zwei“ ist auf Platz eins der Chartliste geklettert. Das hat die Deutsch-Rock-Ikone mit dem schwarzen Schlapphut und dem Traktorenorgan in 35 Jahren an der Schlagerfront noch nie geschafft. Ein Erfolg der späten Jahre (Lindenberg wird im Mai 62), die es vor einiger Zeit für Rockmusiker ja gar nicht geben durfte. Einmal mehr drängt sich der Eindruck auf, dass sich der Satz „hier spielt die Musik“ immer öfter auf die zweite Lebenshälfte bezieht. Na ja, Erich H. war ja für Udo im „Sonderzug nach Pankow“ auch schon „ein Rocker“.

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