16.07.2008 | Allgemein, Gesundheit, Wissenschaft
Eine Pressemitteilung der Hamburger Universitätsklinik belegt, dass die sogenannte „Neuroplastizität“ auch älteren Gehirnen gegeben ist. In einer Studie am Institut für systemische Neurowissenschaften wurde Probanden zwischen 50 und 67 Jahren das Jonglieren beigebracht. Der Fortschritt wurde im Kernspin auf seine anatomischen Veränderungen hin untersucht. Und tatsächlich: im Gegensatz zur Kontrollgruppe waren Erweiterungen am sogenannten „visuellen Assoziationscortex“ erkennen. Diese Gehirnregion ist darauf spezialisiert, Bewegung im Raum wahrzunehmen. Aber es gab auch Veränderungen im Hippocampus, der Hirnregion, die für das Lernen wichtig ist, sowie Vergrößerungen im „Nucleus accumbens“, der zum hirneigenen Belohnungssystem gehört.
Prof. Dr. Arne May bewertet das Ergebnis seiner Studie so: „Das Ergebnis zeigt, dass die Veränderungen nicht nur auf das jugendliche Gehirn beschränkt sind, sondern dass sich die anatomische Struktur des erwachsenen Gehirns selbst im Alter noch signifikant verändern kann. Auch und gerade für ältere Menschen ist es daher wichtig, neue Herausforderungen zu meistern und Neues zu lernen.“
Also, wer jetzt noch behauptet, er könne dies oder das nicht mehr lernen, versteckt nur seine Faulheit! Der Geist ist wohl fähig, wahrscheinlich das Fleisch aber schwach.
02.07.2008 | Allgemein
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser/in!
In Coachingprozessen und Führungsseminaren beschäftigen wir uns schon länger mit der Kompetenz- und Gefühlslage von Führungskräften über 50. Wir möchten unsere vielen Eindrücke in einem weitern Schritt auf einer systematischen Basis zusammenführen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns dabei helfen könnten und die folgenden vier Fragen (via copy and paste) beantworten und zurückmailen würden. Selbstverständlich anonymisieren wir die Einzelerfahrungen, denn es geht uns um den Gewinn eines Überblicksbildes.
Im Voraus: Herzlichen Dank und beste Grüße!
Detlef Scheer
Dirk Getschmann
- Welche problematischen Situationen haben Sie erlebt, in denen sich Ihr Alter vermeintlich (in der Sicht der anderen) oder tatsächlich als Ursache oder Teil von Schwierigkeiten darstellte?
- Bei welchen Gelegenheiten hatten Sie das Gefühl, dass Ihre „Seniorität“ von Vorteil war?
- Was sind Ihrer Erfahrung nach die häufigsten Vorurteile älteren Führungskräften gegenüber?
- Gibt es Ihren Erfahrungen nach einen typische(n) Kandidaten/in (keinen bestimmten Menschen), die/der mit älteren Führungskräften häufiger oder besondere Schwierigkeiten hat?
04.06.2008 | Allgemein
„Jeder , der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.“
Franz Kafka
20.05.2008 | Allgemein, Arbeitswelt
Die Chancen auf Wiederbeschäftigung für über 50 Jährige steigen. Das Ministerium für Arbeit und Soziales gibt einen Newsletter mit dem schönen Titel „Pespektive 50 PLUS“ heraus. Man konnte ihn auch auf der Ministeriumsseite (leider etwas verschlafen) abholen. In der aktuellen Ausgabe wird aus Nordrhein- Westfalen berichtet: „Eine Betriebsbefragung in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2007 ergab, dass sich das Einstellungsverhalten von Unternehmen gegenüber Älteren in den letzten vier Jahren deutlich verbessert hat. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen sind bereit, ältere Bewerberinnen und Bewerber für vorhandene offene Stellen einzustellen.“ Allerdings mangelt es an BewerberInnen. So liegt der Schluss nahe, dass viele sich nicht mehr trauen, Bewerbungen los zu schicken. Das muss sich – nicht nur im volkswirtschaftlichen Interesse – ändern!
13.05.2008 | Allgemein, Gesellschaft, Konsum, Werbung
Wie schön: wieder eine neue Zeitschrift mehr, die die Angebotsvielfalt für älterer Leser angenehm erweitert! „TENGO – Lust auf später“ hält, was der originelle Titel verspricht: ein bunter Kessel Themen- und Meinungsvielfalt, liebevoll bebildert und modern layoutet. Also kein Blatt für´s Nähstübchen. Nach einigen aktuellen Häppchen – oft auch durch Promi-Befragung angereichert – geht es inhaltlich u.a. um Altersteilzeit, Sex, Nervkram, Flow und eine BILD-Sichtung. Der Themen-Reigen macht deutlich, dass hier kein feinsinnig gegliedertes Marketingjournal möglichst viele Werbeseiten unterzubringen versucht, sondern dass man dem eigenen Anspruch durchaus gerecht wird, „ein Autorenheft, das keine Ratschläge erteilt, sondern einer mündigen Leserschaft gedankliche Angebote macht, die sich mit der Freiheit verbinden, sie weiterzudenken oder zu verwerfen…“.
Herausgeber ist der PARITÄTISCHE Gesamtverband. Mutig für eine Sozialinstitution, erfreulich, dass damit wohl nicht ganz kurzfristig über das Bleiben oder Gehen vom Zeitschriftenmarkt entschieden werden wird. Ein Manko: TENGO erscheint nur zweimal pro Jahr und ist auch in den größeren Kiosken nur drei Monate nach Erscheinen gegen 6,50 Euro zu erwerben. Es gibt auch einen – leider noch etwas bieder geratenen – Online-Ableger, bei dem man die Printausgabe direkt beim Verlag ordern kann. Lassen Sie sich aber nicht verdriessen, die Analogausgabe hat durchaus das Potential zum Lieblingsjournal – wenn sie denn öfter erschiene.
23.04.2008 | Allgemein, Demographie, Gesellschaft
Im Augenblick ist der Medienraum erfüllt das Echo vielstimmiger Gesänge rund um Wohl und Wehe der Alten: Ex-Präsident Herzog warnt vor einer Ausbeutung der jüngeren Generationen durch die Alten. NRW-Landesoberhaupt Rüttgers beklagt dagegen die Zunahme von Altersarmut. Wie passt das zusammen? Wer führt die Wahrheit am Nasenring durchs Medienland? Es haben wohl beide Recht: einerseits gibt es jetzt in Summe und pauschal eine Seniorengeneration, die eine historisch nie dagewesene Kaufkraft besitzt. Die immer weniger werdende jüngere Generation zahlt aber immer mehr in den Umlagetopf, um die Renten finanzieren zu können. Direkt und indirekt über Steuern, die dann wieder als Bundeszuschuss in den Etat der Rentenkasse eingehen – zig Milliarden pro Jahr! Die eigene Altersvorsorge der Jüngeren ist aber extrem gefährdet, da Adenauers Generationenvertrag von einer wachsenden Population ausging. Die jetzige deutsche schwindet jedoch. Den Jungen wird unverhältnismässig in die Tasche gegriffen.
Auf der anderen Seite spiegeln sich die Löcher in den Erwerbsbiographien schon heute in manch dürftiger Rente wider. Frauen – mit in der Regel kleineren Einkommen – bekommen auch die kleineren Renten. Von den gut 370.000 Bürgern über 65 Jahren, die von der Sozialhilfe leben, sind fast 2/3 Frauen.
Blickt man in die Zukunft, so ist es keine Denksportleistung zu erkennen, dass sich das Auseinanderdriften der (Einkommens-)Mitte bei den künftigen Rentnergenerationen – durch die demografische Entwicklung verschäft – noch pointierter in mehr wohlhabenden und mehr armen Alten niederschlagen wird.
Wird dieser gesellschaftliche Hiatus durch eine neue Form von Intragenerationssolidarität abgefedert werden?