15.04.2008 | Allgemein, Kultur
Udo Lindenberg hat es geschafft: sein neues Album „Stark wie Zwei“ ist auf Platz eins der Chartliste geklettert. Das hat die Deutsch-Rock-Ikone mit dem schwarzen Schlapphut und dem Traktorenorgan in 35 Jahren an der Schlagerfront noch nie geschafft. Ein Erfolg der späten Jahre (Lindenberg wird im Mai 62), die es vor einiger Zeit für Rockmusiker ja gar nicht geben durfte. Einmal mehr drängt sich der Eindruck auf, dass sich der Satz „hier spielt die Musik“ immer öfter auf die zweite Lebenshälfte bezieht. Na ja, Erich H. war ja für Udo im „Sonderzug nach Pankow“ auch schon „ein Rocker“.
01.04.2008 | Allgemein, Arbeitswelt, Testimonials
Jutta Limbach, deren überschriftstiftendes Statement hier nachlesbar ist, ist -einstweilen- am Ende ihrer offiziellen Karriere angelangt. Gestern übergab sie die Leitung des Goethe-Institutes an ihren Nachfolger. Nachdem sie altersbedingt (ja, auch dort greift Väterchen Staat mit strenger Hand in den Lauf den Dinge ein) den Vorsitz des Bundesverfassungsgerichtes niederlegen musste, machte sie auch ihrem neuen Amt Ehre, brachte die Neusortierung des Goethe-Insitutes weit voran. Dass diese großartige Dame nun mit 74 Jahren die Hände in den Schoß legen wird, ist unwahrscheinlich. Wie schön! Ach: drei Kinder hat sie „nebenbei“ auch noch erfolgreich groß gezogen. Chapeau, Madame!
26.03.2008 | Allgemein, Gesellschaft, Konsum, Werbung
Frisch auf dem Markt ist jetzt „invivo“. Eine weitere Zeitschrift, die es gezielt auf die Leserschaft der 50 bis 65-Jährigen abgesehen hat. Erstaunlich an dem Projekt ist, dass sich das Magazin zunächst rein aus der Webung finanziert. Ledglich 20.000 der angegebenen Auflage von 100.000 wird an Bahnhofs- oder Flughafenkiosken für 6 € verkauft. Der Rest geht als Schnupperabonnement direkt an Interessierte. Ist das waghalsig? Interesant scheint mir, dass die Werbewirtschaft offensichtlich einen Paradigmenwechsel vollzieht: bislang galt das Alterssegment der 14- bis 49-Jährigen als einzige Zielgruppe. Jenseits der 50 herrschte werbliches Brachland – wenn man von ein paar Gehhilfen, Bandagen und Treppenliften absah. Und jetzt finanziert die Werbng ein ganzes Zeitungsprojekt. „Da brate mir einer einen Storch!“ könnte man dazu sagen. Oder mit Befriedigung feststellen, dass die trendsetzende Werbewirtschaft der Generation 50+ den Ritterschlag als satisfaktionsfähige Zielgruppe erteilt hat.
25.03.2008 | Allgemein, Gesellschaft
Kommunikationspartner vermehren sich nicht von alleine. Sie sterben nur allein. Deshalb ist es schön, dass die Möglichkeiten, neue Menschen kennen zu lernen, nun auch zunehmend durch das Internet gefördert werden. So auch unter https://community.seniorentreff.de/
09.03.2008 | Allgemein, Arbeitswelt, Sport
In der taz vom 6. März findet sich auf Seite 2 folgende Information: „…Als Vater von 17 Kindern hatte Martin seinen Ruhestand 99-jährig beendet, um wieder drei Tage die Woche in einer Klempnerei-Firma arbeiten zu gehen. Zu Hause langweilte sich der Rentner.“ Dass er ausserdem bekannt gab, beim nächsten London Marathon mitlaufen zu wollen, schlägt dem Faß die Krone aus – oder eben auch nicht. Es geht eben viel mehr als so mancher denkt! Ach so: Bruster Martin ist nun 101 jahre alt.
22.02.2008 | Allgemein, Demographie
Zumindest für Männer scheint diese auf den ersten Blick widersinnige Gleichung zu stimmen. Zahlen des Rostocker Zentrums für Demografischen Wandel zeigen, dass Männer, die früher in Rente gehen, eine niedrigere Lebenserwartung haben als jene, die noch ein, zwei, drei Jahre länger im Geschirr stehen. Eine Kausalverbindung ist nicht nachweisbar, aber der Verdacht, dass gerade Männer ihre Sozialkontakte vor allem im Berufsleben haben und nach dem Ende des selben schneller Opfer von Vereinsamung werden können als die von Jugend an eifriger kommunizierenden Frauen, scheint nachvollziehbar. Die Zahlen: Männer, die mit 60 in Rente gehen, leben statistisch noch 15,5 Jahre – Männer, die sich erst mit 66 jahren aus dem Berufsleben verabschieden, haben statistisch noch 17,6 Jahre vor sich. Quelle: Deutschland im Demografischen Wandel, S. 95. Als Download hier einzusehen.