Von wegen nicht gewusst!

Portale für die Belange älterer Bürger/innen spriessen aus der Erde wie die Krokusse. Ein besonders gelungenes – letztlich auch, weil keine Kommerzinteressen dahinter stehen – hat das Bundesministerium für Kinder, Familie und Senioren zu bieten. Jenseits von „Pflege, Hilfe und Betreuung“ werden hier ganz viele Aspekte des täglichen Lebens gewinnend und informationsreich angesprochen. Neben allem berechtigeten Genöle, kann man in der Arbeit der Politik auch Lobenswertes finden. Kucken Sie mal vorbei! Hier!

„Die Mehrheit ist sehr motiviert“…

Unter dieser Überschrift fasst das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung zur Arbeitswelt der „Älteren“ (gemeint ist die Generation 50+) zusammen. Der absehbaren Fachkräftemangel führt offensichtlich zu einem Umdenken vieler Arbeitgeber. Wann dies Umdenken durch eine deutlich höhere Beschäftigungsquote auch spürbar wird lässt sich allerdings nur vermuten. Hier geht´s zur PI.

Weiterbildung ja – aber noch nicht genug

In der heutigen Süddeutschen Zeitung beschäftigt sich ein großer Artikel zu Beginn der Beilage „Beruf und Karriere“ mit den Chancen älterer Mitarbeiter. Einerseits wird fest gehalten, ist die Zahl der Arbeitssuchenden über 55 Jahre um 173.000 gesunken, aber andererseits bestehen in vielen Unternehmen noch immer Vorurteile bezüglich des Einsatzes von Älteren. Bei aller Klarheit der demographischen Situation ist wohl das Leiden vieler Unternehmen noch nicht groß genug, um sich intensiver um die Älteren zu kümmern. Nun, das wird die Zeit mit Sicherheit richten.

Statistische Schnellschlüsse

Dass der Schnellschluss von statistischen Zahlen auf verursachende Gründe und anzuwendende Heilmittel oft ein Kurzschluß ist, macht die neue Ausgabe des Informationsblattes Demografische Forschung deutlich. Geradezu lehrbuchhaft. Eine in dieser Ausgabe entzaubertes, auf statistischer Auswertung basierendes Vorurteil ist dieses: Unternehmen mit älteren Beschäftigten haben eine niedrigere Produktivität. Nein, das ist so nicht richtig: zum einen ist dies nur in kleineren Unternehmen nachweisbar. Zum anderen bietet sich beispielweise eine Erklärung an, die den Befund im anderen Licht erscheinen lässt: „Denn dieser negative Zusammenhang könnte etwa daran liegen, dass Firmen mit geringerer Produktivität weniger junge Arbeitnehmer aufnehmen.“ Tja, so leicht lässt sich ein statistisches Urteil hinterfragen. Wobei auch Lesarten zu Ungunsten der Leistungsfähigkeit von älteren Beschäftigten denkbar sind. Aber hier noch eins pro Oldies: die Tatsache, dass in größeren Unternehmen kein Produktivitätsnachteil durch eine höhere Zahl älterer Mitarbeiter feststellbar ist, könnte damit zusammenhängen, dass „die stärkere Ausdifferenzierung der Aufgaben in großen Firmen ein altersgerechteres Einsetzen von Beschäftigten ermöglichen.“ So läuft das ganze auf eine salomonische Schlußformel hinaus: „Sie (die Studie) zeigt jedoch, dass der negative Zusammenhang zwischen dem Anteil älterer Arbeitnehmer und der Firmenproduktivität auch durch Charakteristika der Unternehmen, beispielsweise ihre Größe, erklärt werden kann.

Alte! Jetzt Unternehmen gründen!

Das wortreiche Wirtschaftsmagazin brand eins erkennt die Notwendigkeit, mehr Ältere im Gründungspool für neue Unternehmen vertreten zu sehen: „Sollte es bei der aktuellen Altersverteilung unter Existenzgründern bleiben – mehr als 70 Prozent sind zum Zeitpunkt ihrer Firmengründung jünger als 44 Jahre -, bedeutet das nichts anderes, als dass die Anzahl der Unternehmer in Deutschland in Zukunft überproportional schrumpfen wird. Mit anderen Worten: Alte Gründer braucht das Land, und zwar schnell.
Weiterführende Details gibt es hier zu lesen.

Unruhestand wird populär

Im heute erschienenen SPIEGEL 21/21.05.07 – leider nur in der Papierausgabe, S. 76ff – wird unter dem Titel „Renaissance der Alten“ auf die steigende Zahl reaktivierter Fach- und Führungskräfte hingewiesen. Einerseits bestärkt das abnehmende Angebot jüngerer Gleichqualifizierter diesen Trend, andererseits spricht sich eben langsam die Erkenntnis herum, dass die Alten bei weitem mehr können, als man ihnen in vielen Personalabteilungen heute zutraut. Daher wagt der SPIEGEL auch nicht viel, wenn er einen zunehmenden Trend in diese Richtung prognostiziert. Interessant ist noch der Hinweis auf eine Internet-Plattform, die sich der Vermittlung von alten Fach- und Führungskräften an Unternehmen verschrieben hat.

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