15.02.2008 | Allgemein, Arbeitswelt, Gesellschaft, Kultur
Portale für die Belange älterer Bürger/innen spriessen aus der Erde wie die Krokusse. Ein besonders gelungenes – letztlich auch, weil keine Kommerzinteressen dahinter stehen – hat das Bundesministerium für Kinder, Familie und Senioren zu bieten. Jenseits von „Pflege, Hilfe und Betreuung“ werden hier ganz viele Aspekte des täglichen Lebens gewinnend und informationsreich angesprochen. Neben allem berechtigeten Genöle, kann man in der Arbeit der Politik auch Lobenswertes finden. Kucken Sie mal vorbei! Hier!
09.01.2008 | Allgemein, Arbeitswelt, Gesellschaft
Unter dieser Überschrift fasst das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung zur Arbeitswelt der „Älteren“ (gemeint ist die Generation 50+) zusammen. Der absehbaren Fachkräftemangel führt offensichtlich zu einem Umdenken vieler Arbeitgeber. Wann dies Umdenken durch eine deutlich höhere Beschäftigungsquote auch spürbar wird lässt sich allerdings nur vermuten. Hier geht´s zur PI.
27.12.2007 | Allgemein, Gesellschaft
Sicher darf man von einer so ritualisierten Rede keine Unerhörtheiten erwarten. Aber immerhin hat Bundespräsident Köhler in seiner diesjährigen Weihnachtsansprache sowohl das Älterwerden als auch das Miteinander der Generationen angesprochen:
„Wollen wir uns einmal ausmalen, was passierte, wenn Jung und Alt in Deutschland richtig entdecken, was sie gemeinsam möglich machen können?
Denn schauen Sie: in den vergangenen 100 Jahren ist die Lebenserwartung bei uns um 30 Jahre gestiegen. Die gewonnenen Jahre sind ein großes Geschenk. Aber ich glaube manchmal, wir gehen damit noch nicht achtsam genug um. Da werden immer noch Menschen aufs Altenteil geschoben, die viel können, die viel Erfahrung haben und auch noch viel Kraft.“
14.12.2007 | Allgemein, Gesellschaft, Kultur
Die Kette publikumsumstaunter Wiedervereinigungen von ehemaligen Starbands will nicht abreissen: Nur 20.000 bekamen Tickets für den umjubelten Erstauftritt ( wenn man es so nennen will) der Gruppe in London. Das mittlerweile doch „gesetzt“ zu nennende Alter spielt im Rock-Geschäft offensichtlich überhaupt keine Rolle mehr. Vielleicht beginnt auch hier wieder der Funke zu zünden, der eine gesellschaftshierarchische Neusortierung von Jung und Alt in Gang setzt – wie es Rock ´n Roll und die Beatles in den 60er Jahren geschafft haben. Im Grunde kann man nur festhalten: die Rolling Stones hatten Recht. Sie sind als einzige Großband zusammengeblieben. Bei den anderen wird sich zeigen, ob es zu mehr als einer Revivaltour reicht. Und: wird Tokyo Hotel daraus lernen?
23.11.2007 | Allgemein, Gesellschaft
Endlich in einer großen Zeitung ein „Heft über das Altwerden“. Die Redaktion weiß worüber sie berichtet, wovon sie erzählt: Das jüngste Mitglied des Stabes ist Jahrgang 1938, das älteste nochmals 16 Jahre älter. Die auf der Titelseite gelieferte Erklärung für dies Heft ist ebenso wahr wie simpel: „Bald wird es in Deutschland mehr alte als junge Menschen geben“. Tja, nicht nur uns ist das bekannt, aber noch immer muss man eine Verweigerungshaltung dem Thema gegenüber feststellen. Leider. Aber zurück zum Heft: Grundfragen des Alterns werden in kurzen Beiträgen beleuchtet: Ruhestand und Nutzlosigkeit, die Bedeutung des Aussehens, das Gebot der Mäßigung (mit dem Dirigenten Monteux illustriert, der auch mit 85 Jahren noch auf einem Zehnjahresvertrag bestand) und andere. Der Ton dieser Beiträge bleibt nüchtern, neigt weder zu Weinerlichkeit noch zu alberner Alterskomik. Hinzu kommen wunderbare Schwarz-Weiß-Portraits (bekannter) alter Menschen von Stefan Moses. Das Fazit dieser Lobeshymne: unbedingt kaufen und aufheben: Süddeutsche Zeitung Magazin, Nr. 47 vom 23. November 2007.
26.05.2007 | Gesellschaft, Konsum, Kultur
Aktuell sehe ich Frauen – gut in den Vierzigern – in turnschuhähnlichem Geläuf ohne Schnürsenkel in den dafür vorgesehenen Ösen promenieren. Banal? Ja, aber in der Banalität des Alltags offenbaren sich oft grundsätzliche Einstellungswandlungen. Bei Kindern und Jugendlichen – zumindest in den Großstädten der Republik – ist dies disfunktionale Schuhwerk im Augenblick „angesagt“. Es gibt dafür natürlich auch eine eigene Begrifflichkeit, die ich ein Stockwerk höher bei meinen Kindern erfragen könnte. Aber der Name spielt keine Rolle. Wenn nun reife Mütter auf ästhetischen Kuschelkurs mit ihren Söhnen und Töchtern gehen, kann man den Willen zur freundschaftlichen Anverwandlung darin erblicken. Aber auch die Unfähigkeit, den Altersabstand zur nachrückenden Generation zu akzeptieren. Schwarz oder weiß, kein Grau? Nun gut, noch einmal differenzierter: Angefangen bei den gelben Hosen von Goethes Werther war und ist es ein Vorrecht der Jugend, sich durch eigene Kleidung von den Älteren abzusetzen. Nur selten aber wird jugendliches Outfit gemeinsam mit seinen Trägern überzeugend älter. Eigentlich fällt mir nur die Jeans ein. Auch ein Siebzigjähriger, der sich in Garten oder Garage zu schaffen macht, ist mit der richtigen Jeans akurat gekleidet. Warum? Jeans folgen dem Diktum form follows function. Das kann die meiste Jugendbekleidung eben nicht von sich behaupten. Daher bleibt es im Allgemeinen Medienfigürchen wie Lagerfeld vorbehalten, demonstrativ die Kinderbekleidung nachfolgender Generationen aufzutragen. So gesehen bleibe ich dabei: forever young funktioniert nicht auf der Basis des Garderobenmundraubs bei den eigenen Kindern. Die lächerliche Figur der komischen Alten ist hier vorgestanzt.