Älterer deutscher Mann in Japan?

Älterer deutscher Mann in Japan?

Das Internet kann einen ob seiner Vielfalt immer wieder verblüffen. So gibt es für deutschsprachige Männer über 60, die in Japan leben, auch eine Möglichkeit, sich einer Gemeinschaft Gleichgesinnter anzuschliessen. Ziel: Abhilfe für die entfallenden Sozialkontakte des Berufslebens zu schaffen.

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Auch Japaner, die eine kulturelle Brücke nach Deutschland haben, finden sich in diesem Kreis wieder. Welche Geheimnisse der Austausch wohl in diesem Land mit der höchsten Lebenserwartung zu Tage bringt? Schnuppern Sie hier doch mal rein…

Alterscoaching

Alterscoaching

Es ist schon eine Weile her, da bat mich der Abteilungsleiter eines renommierten Geldinstitutes ihm coachend zur Seite zu stehen. Vordergründig ging es um sein Verhältnis zu Mitarbeitern und Sekretärin. Nachdem aber aus der Vertrauensbasis echtes Vertrauen gewachsen war, rückte er mit seinem Hauptproblem heraus: Er würde bald 63 Jahre werden, und er hätte den Eindruck, dass alle anlässlich der dann anfallenden Feier die Bekanntgabe seines Rückzugs aus dem Berufsleben erwarten würden. Er jedoch hätte eigentlich Spaß an seiner Arbeit und würde gerne noch ein paar Jahre länger dran bleiben. Ohne ins Detail zu gehen: vorzeitige Verrentungsangebote wie sie flächendeckend üblich waren, trieben viele Menschen via Gruppendruck zu früh in die Rente. Meinen Coachee konnte ich von seiner eigenen Kraft, Kompetenz und Stärke so überzeugen, dass die Gerüchte aus dem Umfeld – wenn es sie denn wirklich gegeben hat und sie nicht Produkte einer  traditionsgeschuldeten Selbsttäuschung waren – zu verschwinden schienen. In diesem Sinne hielt er seine Geburtstagsrede.

Wir sollten die Entscheidung wann wir – und ob überhaupt – „in Rente gehen“ so wenig wie möglich durch die Erwartungshaltung des Umfeldes beeinflussen lassen. Auch unsere kulturellen Prägungen gehören dazu. „Was bitte möchtest Du wirklich, wirklich in den nächsten Jahren tun?“: diese Frage sollte man sich selbst stellen und mit genügend Bedenkzeit versehen auch beantworten. Wir sollten nicht die Konvention für uns entscheiden lassen!

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Und wenn der Rote sich selbst gar nicht als rot sieht?

© Pixelio; S. Hofschlaeger

Raus aus der Vollversicherungsmentalität!

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hält in seinem aktuellen Bericht fest, dass Deutschland alles andere als eine Gründernation ist. Lediglich Belgien kann unter den Industrieländern noch weniger Esistenzgründungen vorweisen. Experten bestätigen aber, dass die staatliche Förderungspolitik durchaus so genannt werden darf. Woran liegt es dann? Sind wir zu satt? Zu sicherheitsfixiert? Wohl schon, denn als Manki werden von den Experten erwähnt, dass es in den Schulen keinerlei thematische Beschäftigung mit Selbstständigkeit und Gründergeist gibt. Und unsere Kultur spräche dagegen.  Nun wissen wir eigentlich alle, dass Ideen und damit Produkte von Morgen es in Großunternehmen nicht so leicht haben, zur Realisierung gebracht zu werden. Andererseits sind wir elementar von innovativen Produkten abhängig. Vielleicht sollte sich die eine oder der andere grauhaarige/r Tüftler/in doch allen Mut zusammen nehmen und ein Unternehmen gründen! Soviel Zeit und soviel Geld wie die Babyboomer hatte keine Alterskohorte zuvor – und aller Wahrscheinlichkeit auch keine nachfolgende mehr. Senioren, Deutschland braucht Euren Wagemut!

Politisierung der Rente

Die Frage, wann jemand in Rente darf oder muss (hier gibt es ja sehr unterschiedliche Meinungen), ist leider nicht dem mündigen Bürger überlassen, sondern ist das Produkt politischer Willensbildung. Die Koalition hat das Rentenalter auf 67 Jahre hinauf gesetzt. Weniger körperliche Belastung, die demografische Situation und begleitende Hilfspakete für ältere Arbeitnehmer begründen bzw. stützen diese Entscheidung. Nun äusserte sich gerade DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach in der „Leipziger Volkszeitung“ hierzu. Grundton: angesichts der Krise möge man den Rentenaufschub zurücknehmen, um Altersarbeitslosigkeit zu verhindern. Denken scheint auch in höhreren Positionen manchmal Glückssache zu sein. Die Reform tritt zum einen erst 2012 in Kraft. So viel Zeit geben auch die grössten Skeptiker der jetzigen Wirtschaftskrise nicht. Aber abgesehen davon: Im Fall von betriebsbedingten Kündigungen werden ältere Arbeitnehmer – zu Recht – eher als letzte, denn als erste „dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung gestellt“. Abgesehen von der Frage nach der Bezahlbarkeit ihres Vorschlags muesste sich Frau Buntenbach fragen lassen, für welche Schutzbefohlenen sie sich mit diesem Plädoyer eigentlich aufschwingt. Würden nicht implizit die Alten wieder als schutzwürdige Opfer dargestellt – was sie m.E. überhaupt nicht nötig haben -, könnte man die Story als ersten Vorboten des Sommerlochs verstehen. Inhaltlich kann man  jedenfalls trefflich von einem Loch sprechen. Mal sehen, was da noch auf uns zukommt…

Hält die Kunst beweglich?

Am Wchenende gaben Tina Turner (69) und Udo Jürgens (74) umjubelte Konzerte in Hamburg. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, dass Menschen, die eindetig dem Rentenalter zugehören, auf den Bühnen generationsübergreifenden Applaus bekommen. Und nicht nur im Bereich der sogenannten E-Musik, wo schon lange die Ansicht herrschte, dass ein Dirigent mit den Jahren nur immer besser wird. Man erinnere sich nur an Karajan, Solti oder Celibidache. Bei den U-Musikern stellt sich die Frage, ob sie das Geld der frühen Erfolgsjahre ausgegeben haben und deshalb noch mal zurück in den Circus müssen oder ob ihnen einfach die Decke aufden Kopf fällt und sieder Droge Publikum bedürftig sind. Zumindest die beiden oben Gennanten haben so furiose Kritiken eingefahren, dass ich mir denke: für Geld allein tut man das nicht. Hier sind Überzeugungstäter am Werk. Wie schön, dass man sie auch im höhren Alter immer häufiger antreffen kann!

Die Zukunft der Altenheime

…kann wohl niemand exakt beschreiben. Dennoch bat mich jüngst die Redaktion von carestyle einen Versuch über das Alten- und Pflegeheim im Jahre 2038 zu wagen.

„Haus Utopos
Bericht aus der Zukunft

Josephine Kendrak fährt mit ihrem Rollstuhl einen Meter vor und dann wieder zurück, vor, zurück. In ihrer rechten Hand hält sie einen elektronischen Abzieher mit dem sie Meter für Meter Teile der Aussenglasfront des Westsalons reinigt. Sie hat Knotendienst.
Es ist ein noch fast spätsommerlich warmer Oktobertag im Jahre 2038. Der Westsalon gehört zum Haus Utopos, einem Alten- und Pflegeheim, das vor gut zehn Jahren auf dem Gelände eines aufgelassenen DB-Depots im Hamburger Westen eröffnet wurde…“
Der Artikel ist in carestyle 9.2008 zu finden.

Aber wen es interessiert, der kann auch hier weiterlesen:haus-utopos

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